Ernährungstipps bei Diabetes
Die Normalisierung des Körpergewichtes stellt ein wichtiges Ziel der Ernährungsempfehlungen dar. Durch bestehendes Übergewicht kann die Stoffwechsellage des Diabetikers erheblich verschlechtert und Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen gefördert werden. Bereits eine moderate Gewichtsabnahme verbessert die Stoffwechsellage nachweisbar, die Insulinempfindlichkeit der Zellen wird verbessert.
Fettreduzierte Ernährung: Grundsätzlich sollten Sie mit Streich-, Koch- und Bratfetten sehr sparsam umgehen.
Da viele Diabetiker an Fettstoffwechselstörungen leiden, sollte die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren deutlich reduziert werden. Pflanzliche Fette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie sie in Olivenöl, Nüssen oder Meeresfischen vorkommen sind generell zu bevorzugen.
Normale Eiweißzufuhr wie beim Gesunden.
Sollte jedoch bereits eine diabetische Nierenfunktionsstörung vorliegen, muss die Eiweißaufnahme gemäß ärztlicher Anweisung eingeschränkt werden.
Ballaststoffe lassen den Blutzucker langsamer ansteigen als einfache Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index. Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index ähneln dem Zucker in ihrer Wirkung und lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen. Dazu gehören u.a. Haushaltszucker, Weißbrot oder Honig. Lebensmittel mit niedrigem glykämischem Index, wie Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Salate, enthalten viele Ballaststoffe. Ihr Verzehr lässt den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen. Versuchen Sie deshalb möglichst viel Salat, Gemüse und Vollkornprodukte zu essen. Als Faustregel hat sich „Fünf am Tag" eingebürgert, d.h. Sie sollten pro Tag fünf Portionen Obst oder Gemüse essen.
Häufige Mahlzeiten in kürzeren Abständen: Durch die gleichmäßige Verteilung mehrerer kleiner Mahlzeiten (z. B. 6 am Tag) in regelmäßigen Abständen soll der Blutzuckerspiegel so konstant wie möglich gehalten werden. Regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrollen können helfen, die am besten geeigneten Zeitpunkte für die Mahlzeiten und die optimale Lebensmittelauswahl zu finden.
Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme: Etwa 2 bis 3 Liter (kalorienfreie) Flüssigkeit sind allgemein anzuraten. Ein generelles Alkoholverbot bei Diabetes besteht nicht, ein Glas Wein oder Bier sind durchaus erlaubt.
Sie sollten jedoch nicht regelmäßig Alkohol trinken, da dies zusätzlich zu Störungen des Fettstoffwechsels führen kann. Die Folgen können Bluthochdruck und Übergewicht sein. Da es insbesondere auch zu Wechselwirkungen mit Ihren Diabetes-Medikamenten kommen kann, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie Alkohol trinken dürfen.
Verzichten Sie auf das Rauchen.
Regelmäßige Bewegung trainiert das Herz, die Gefäße und die Muskulatur und hebt das allgemeine Wohlbefinden. Arbeitende Muskeln verbrauchen mehr Zucker, Ihre Stoffwechsellage verbessert sich und gleichzeitig hilft Ihnen die Bewegung beim Abnehmen.
Aber Vorsicht: Nur eine richtig dosierte, regelmäßige körperliche Bewegung bringt den gewünschten Effekt. Geeignet sind Ausdauersportarten z. B. Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Mehrmals in der Woche sollte dabei eine Pulsfrequenz von 180 minus Lebensalter erreicht werden. Sind Sie nicht trainiert, so erreichen Sie diese Pulsfrequenz schon bei schnellem Gehen. Waren Sie bisher überhaupt nicht oder in der von Ihnen jetzt bevorzugten Sportart nicht sportlich aktiv, so sprechen Sie sinnvollerweise vorher mit Ihrem Arzt.
Vielleicht haben Sie Freunde mit sportlichen Interessen, die auch die Ihren sein könnten? Gut so, probieren Sie es, denn schließlich soll es Ihnen Spaß machen, nur dann bleiben Sie dabei.
Die Diabetesbehandlung ist so individuell wie der Patient. Im Einzelfall muss immer der Arzt entscheiden, wie die individuelle Therapie, Ernährung und Lebensweise des Diabetikers zu gestalten sind.
Diabetiker, die mit Hilfe ihrer Medikamente, der richtigen Ernährung und angemessener sportlicher Aktivitäten einen gut eingestellten Blutzuckerspiegel erreichen, haben einen wirksamen Schutz vor gesundheitlichen Spätfolgen.
Nützliche Adressen*
Deutscher Diabetiker Bund e. V.
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Tel.: 0 5 61/703 477 0
Fax: 0 5 61/703 477 1
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Telefon: 0 611 / 944 60 - 73
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