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FettstoffwechselstörungenInformation zum Thema FettstoffwechselstörungenErhöhte Blutfette (Cholesterin, Triglyceride) stellen einen Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen (z. B. Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall) dar. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind in Deutschland die häufigste Krankheits- und Todesursache. Der Fettstoffwechsel - Cholesterin und TriglycerideFette und Cholesterin sind lebensnotwendige Stoffe und erfüllen wichtige Funktionen in unserem Körper. Ist der Stoffwechsel dieser Fettkörper jedoch gestört und sind die Blutfettwerte erhöht, kann dies zu ernsthaften Komplikationen führen. Bei den Blutfettwerten wird unterschieden zwischen Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceriden. Was ist Cholesterin und welche Aufgabe hat es im Körper? |
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Tabelle mit Blutfettwerten (Richtwerte)* | |||
| unauffällig | grenzwertig | auffällig | |
| Gesamtcholesterin | < 200 mg/dl | 200-240 mg/dl | > 240 mg/dl |
| LDL-Cholesterin | < 130 mg/dl | 130-160 mg/dl | > 160 mg/dl |
| HDL-Cholesterin | > 50 mg/dl | 35-50 mg/dl | < 35 mg/dl |
| Triglyceride | < 150 mg/dl | 150-200 mg/dl | > 200 mg/dl |
*beruhend auf Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bzw. der Amerikanischen Herzgesellschaft (AHA)
Wichtig: Es gibt alters-, geschlechts- und krankheitsbedingte Abweichungen der einzelnen Werte von den angegebenen Normwerten. Beispielsweise steigt der Cholesterinspiegel mit zunehmendem Alter an. Bei Frauen ist die Konzentration an HDL höher als bei Männern, ebenso in der Schwangerschaft.
Bitte sprechen Sie bezüglich Ihrer individuellen Blutfettwerte und der zulässigen Grenzen mit dem behandelnden Arzt.
Zahlreiche Ursachen können zu hohen Blutfettwerten (Hyperlipoproteinämie) führen.
Bei einem Teil der Betroffenen ist die Fettstoffwechselstörung erblich bedingt. Hier spricht man von primärer Hyperlipoproteinämie.
Häufiger ist an der Entstehung einer Hyperlipoproteinämie jedoch eine falsche Lebensweise, insbesondere fett- und kalorienreiche Ernährung und Bewegungsmangel, beteiligt. Zusätzlich können bestimmte Krankheiten (z. B. Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz oder Schilddrüsenunterfunktion) oder auch bestimmte Arzneimittel (z. B. Blutdruckmedikamente, Cortison) erhöhte Blutfettwerte verursachen. Hier spricht man von sekundärer oder erworbener Hyperlipoproteinämie.
Die Übergänge zwischen primärer und sekundärer Fettstoffwechselstörung sind fließend, da die erbliche Veranlagung häufig erst durch eine unausgewogene Ernährung in Erscheinung tritt. Bei der überwiegenden Mehrheit der Fettstoffwechselstörungen ist die Ursache nicht eindeutig zu identifizieren.
Erhöhte Blutfette (Hyperlipoproteinämie) verursachen unmittelbar keine Beschwerden. Bei der Entstehung von Arteriosklerose und Herz-Kreislauferkrankungen sind erhöhte Blutfettwerte, insbesondere ein erhöhter Cholesterin-Blutspiegel, aber ein wichtiger Risikofaktor. Dieser fällt umso stärker ins Gewicht, je mehr weitere Risikofaktoren vorhanden sind. Zu diesen Risikofaktoren gehören Übergewicht (Adipositas), Diabetes (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck (Hypertonie), Rauchen und Bewegungsmangel.
Sind die Blutfettwerte über einen längeren Zeitraum erhöht, kann es zu Cholesterin-haltigen Ablagerungen an den Gefäßwänden der Arterien kommen. Diese arteriosklerotischen Ablagerungen können zu ernst zu nehmenden Herz-Kreislauferkrankungen führen. Durch die Ablagerungen (Plaques) werden die Gefäßdurchmesser geringer, die Innenwand rau und brüchig und somit der Blutfluss erschwert. Eine Verengung der Herzkranzgefäße kann zu einer koronaren Herzkrankheit (KHK) führen. Diese kann eine schmerzhafte Brustenge (Angina pectoris) oder schlimmstenfalls einen Herzinfarkt bewirken.
Sind die Beinarterien betroffen, kann es zu Durchblutungsstörungen mit Schmerzen beim Gehen (Schaufensterkrankheit) kommen.
Bei einer Verengung der Arterien im Gehirn können Symptome wie Schwindel, Ohnmacht, Vergesslichkeit bis hin zum Schlaganfall auftreten.
Sie können sehr viel dazu beitragen, Ihren Fettstoffwechsel günstig zu beeinflussen und Ihr Arteriosklerose-Risiko zu senken! Beugen Sie möglichen Störungen im Fettstoffwechsel durch eine gesunde Lebensweise vor!
Die wichtigsten Grundlagen für eine erfolgreiche Senkung der Blutfettwerte sind eine Umstellung der Ernährung und ausreichend Bewegung. Falls Sie Raucher sind, sollten Sie das Rauchen aufgeben oder zumindest einschränken. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten kann unter Umständen ausreichen, um die Blutfettwerte zu normalisieren.
Durch die folgenden Maßnahmen werden neben der Senkung der Blutfettwerte auch ganz allgemein die Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Gewicht und diabetische Stoffwechsellage) gemindert.
Ernährungsumstellung
Keine Angst! Auf den Wert der Ernährung achten und vernünftiger essen, heißt nicht gleich "hungern". Nicht alles, was gut schmeckt, ist verboten oder ungesund.
Zunächst ist eine cholesterin- und damit fettarme Ernährung wichtig.
Cholesterin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor! Vermeiden Sie tierische Fette und bevorzugen Sie pflanzliche Öle. Um die Fettstoffwechsellage zu normalisieren, sollte die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren deutlich reduziert werden. Pflanzliche Fette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind generell zu bevorzugen.
Oft ist die gesunde Ernährung nur eine Frage der Menge. Ganz besonders trifft das auf die Menge der Fette in der Nahrung zu. Denn Fett einzusparen ist die beste Methode, die tägliche Kalorienzufuhr zu senken.
Verringern Sie die Verwendung von Fetten insgesamt, das bedeutet:
Sie sollten grundsätzlich vitamin- und ballaststoffreiche Speisen bevorzugen und auf den Kaloriengehalt der Nahrungsmittel und Getränke achten.
Diese Ernährungsempfehlungen bedeuten aber nicht, dass Sie auf alle Lieblingsspeisen dauerhaft verzichten müssen. Gelegentliche Ausnahmen sind durchaus erlaubt. Wichtig ist, dass auf eine besonders fett- und kalorienreiche Mahlzeit wieder ein ernährungsbewusster Ausgleich folgt. Essen Sie viel Obst, Gemüse und Salat.
Bevorzugen | Reduzieren |
| Gemüse aller Art, Hülsenfrüchte, Kartoffeln | Gemüse in Butter- oder Sahnesoßen, Pommes frites, Bratkartoffeln |
| Obst aller Art | |
| Vollkornbrot, Vollkorngetreideerzeugnisse, Haferflocken und andere Haferprodukte, Vollkornreis, Vollkornteigwaren ohne Ei | Helle Mehle und Brotsorten, fetthaltige Feinbrote (Buttertoast, Croissants), eihaltige Teigwaren |
| Magerfische (Kabeljau, Rotbarsch, Seelachs), Kaltwasserfische (Hering, Makrele, Thunfisch, Lachs) | Aal, geräucherte Fischerzeugnisse, panierter Fisch, Fischkonserven in Sahnesoße |
| Magermilch, fettarme Milch, fettarme Milchprodukte, Käse unter 30% Fett i. Tr. | Vollmilch, Vollmilchprodukte, Sahne, sahnehaltige Milchprodukte, Käse über 30% Fett i. Tr. |
| Öle und Margarine mit reichlich ungesättigten Fettsäuren (Sonnenblumenöl, Keimöle, Sojaöl, Olivenöl) | Tierische Fette (Butter, Schmalz), gesättigte bzw. gehärtete Pflanzenfette (Kokosfett, Palmkernfett) |
| Brathuhn, Pute, Kalbfleisch, Wild, mageres Rindfleisch, Fleischsülze | Ente, Gans, Schweinefleisch, fettes Fleisch aller Art, Innereien (Leber, Niere) |
| Magerer Schinken, fettreduzierte Wurstsorten | Handelsübliche Wurstsorten, Eidotter |
| Fruchteis, fettarme Süßspeisen | Milcheis, Sahneeis, fett- oder eihaltige Süßspeisen, Schokolade, Pralinen und andere Süßspeisen |
| Gemüse- und Fruchtsäfte, Mineralwasser, Tee | zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, Alkoholika |
| Kräuter, Gewürze, fettarme Suppen und Soßen | Salz, fett- oder eihaltige Suppen und Soßen, Mayonnaise |
Einschränkung des Alkoholkonsums 
Trinken Sie weniger und seltener Alkohol.
Normalisierung des Körpergewichtes
Ein wichtiges Ziel der Ernährungsumstellung ist, das Normalgewicht zu erreichen und dauerhaft zu halten.
Der enge Zusammenhang zwischen erhöhten Blutfettwerten und Ernährung zeigt sich an der Tatsache, dass in Überflussgesellschaften viel häufiger erhöhte Blutfettwerte gefunden werden als in Ländern mit weniger üppigem Lebensmittelangebot. In Deutschland sind etwa 10 - 20 % der Bevölkerung davon betroffen, insbesondere Personen mit Übergewicht. Wenn Ihre tägliche Energiezufuhr Ihren Bedarf dauernd überschreitet, hat dies eine Gewichtszunahme zur Folge.
Genauso wie Übergewicht immer dadurch entsteht, dass dem Körper mehr Energie zugeführt wird, als er verbraucht, muss zur Gewichtsabnahme eine Diät durchgeführt werden, die weniger Energie enthält als vom Körper benötigt wird.
Ein sinnvolles Ziel ist das so genannte Normalgewicht, also die Körpergröße in Zentimetern minus 100 (in Kilogramm).
Aber: Lassen Sie sich beim Abnehmen ruhig Zeit; schließlich haben Sie auch langsam zugenommen. Nur wenn Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten wirklich umstellen, werden Sie auf Dauer Ihr niedrigeres Gewicht halten.
Bewegung und Sport
Regelmäßige Bewegung trainiert das Herz, die Gefäße und die Muskulatur und hebt das allgemeine Wohlbefinden.
Aber Vorsicht: Nur eine richtig dosierte, regelmäßige körperliche Bewegung bringt den gewünschten Effekt: Mehrmals in der Woche sollte eine Pulsfrequenz von 180 minus Lebensalter erreicht werden. Sind Sie nicht trainiert, so erreichen Sie diese Pulsfrequenz schon bei schnellem Gehen. Geeignet sind Ausdauersportarten wie z. B. Laufen, Radfahren oder Schwimmen.
Waren Sie bisher überhaupt nicht oder in der von Ihnen jetzt bevorzugten Sportart nicht sportlich aktiv, so sprechen Sie sinnvollerweise vorher mit Ihrem Arzt.
Vielleicht haben Sie Freunde mit sportlichen Interessen, die auch die Ihren sein könnten? Gut so, probieren Sie es, denn schließlich soll es Ihnen Spaß machen, nur dann bleiben Sie dabei.
Verzicht auf das Rauchen
Ihre neue sportliche Betätigung mag ein Anlass und Anreiz sein, mit dem Rauchen aufzuhören. Gerade beim Sport werden Sie den Erfolg der Nikotinabstinenz nämlich recht schnell spüren. In dem Maße, in dem sich Ihre Leistungsfähigkeit steigert, wird auch Ihre ganz persönliche Motivation fürs Nichtrauchen zunehmen und am Ende werden Sie sich fragen, warum Sie jemals geraucht haben.
Zigaretten sind eine starke Belastung für das Herz und die Gefäße. Die Kombination von Rauchen und erhöhten Cholesterinwerten steigert das Risiko eines Herzinfarktes um das Vielfache. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über die für Sie am besten geeignete Methode zur Raucherentwöhnung.
Natürlich gibt es Fälle, in denen die Umstellung der Ernährung und eine andere Lebensweise nicht genügen, um die Blutfettwerte ausreichend zu senken. Dann kommen Medikamente zum Einsatz. Für eine medikamentöse Therapie der Fettstoffwechselstörungen steht eine Reihe von rezeptpflichtigen Wirkstoffen, so genannte Lipidsenker, zur Verfügung. Zu den wichtigsten Wirkstoffgruppen gehören die Cholesterin-Synthese-Hemmer (Statine), die Anionenaustauscher, die Cholesterin-Resorptions-Hemmer, die Fibrate und die Nikotinsäureabkömmlinge.
Cholesterin-Synthese-Hemmer (Statine)
Da die Wirkstoffnamen der Cholesterin-Synthese-Hemmer alle mit "–statin" enden (z. B. Simvastatin, Pravastatin), werden sie auch als Statine bezeichnet. Sie sind die Wirkstoffgruppe mit der größten lipidsenkenden Wirkung.
Statine hemmen das Enzym, das an der Bildung (Synthese) von LDL-Cholesterin in der Leber beteiligt ist. In der Folge wird der LDL-Spiegel gesenkt. Darüber hinaus wird auch der Triglycerid-Spiegel gesenkt und der HDL-Spiegel wird erhöht.
Anionenaustauscherharze
Anionenaustauscherharze binden Gallensäuren im Darm und sorgen dafür, dass diese ausgeschieden werden. In der Folge muss der Körper aus dem Blutcholesterin neue Gallensäuren produzieren, wodurch der LDL-Cholesterinspiegel gesenkt wird.
Cholesterin-Resorptions-Hemmer
Cholesterin-Resorptions-Hemmer blockieren im Darm die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung in den Körper. Dadurch wird vor allem der LDL-Cholesterinspiegel gesenkt.
Fibrate
Fibrate senken über einen komplexen Wirkmechanismus vor allem einen erhöhten Triglycerid-Spiegel, aber auch der Gesamtcholesterinspiegel wird leicht gesenkt. Darüber hinaus wird der HDL-Spiegel erhöht.
Nikotinsäureabkömmlinge
Nikotinsäure und verwandte Substanzen hemmen die Freisetzung von Fettsäuren aus dem Fettgewebe und die Neubildung bestimmter Lipoproteine. Dadurch wird vor allem der Triglycerid-Spiegel gesenkt.
Die Wahl des Medikamentes ist abhängig von der Art der diagnostizierten Fettstoffwechselstörung sowie der individuellen Verträglichkeit. Es ist Aufgabe des Arztes, für jeden Patienten individuell ein Medikament auszuwählen. Falls sich bei der Therapie mit einem Medikament allein nicht der gewünschte Erfolg einstellt, kann der Arzt mehrere Medikamente kombinieren. Hierbei ergänzen sich die Medikamente in ihren Wirkungsweisen und die erzielte Wirkung wird somit verstärkt.
Die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen ist in der Regel eine Dauertherapie. Der Erfolg hängt von der regelmäßigen Einnahme der verordneten Medikamente ab. Die Einnahme von Medikamenten stellt jedoch keinen Ersatz für die Umstellung der Lebensgewohnheiten dar! Die Grundlage einer jeden Behandlung bleibt immer eine vernünftige Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Sie müssen versuchen, Ihre Lebensgewohnheiten konsequent umzustellen, um Ihre Blutfettwerte dauerhaft im Normbereich zu halten und somit Spätschäden vorzubeugen.
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V.
Waldklausenweg 20
81377 München
Telefon: 089-7191001
Fax: 089-7142687
E-Mail: info@lipid-liga.de
Internet: www.lipid-liga.de
Institut für Ernährungsinformation
Klinik Hohenfreudenstadt
Tripsenweg 17
72250 Freudenstadt
E-Mail: info@ernaehrung.de
Internet: www.ernaehrung.de
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)
Postfach 930201
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
Telefon: 0228-3776600
Fax: 0228-3776800
Internet: www.dge.de
*Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit
| Patienten-Broschüre zum Thema Fettstoffwechselstörungen | |
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