Firmenlog 1A Pharma

Herpes-Viren – Erkrankungen und ihre Behandlung

Welche Erkrankungen können durch Herpes-Viren ausgelöst werden?

Vier Herpes-Virentypen führen beim Menschen zu Erkrankungen.Bei den Herpes-Viren unterscheidet man über 90 verschiedene Virustypen. Die meisten davon sind für den Menschen ungefährlich.

Nur vier Herpes-Virentypen führen beim Menschen zu Erkrankungen:

1. Herpes simplex Virus (HSV)
Bei der Infektion mit Herpes simplex Viren unterscheidet man Infektionen mit Herpes-Typ 1 (HSV 1), die vorwiegend oberhalb der Gürtellinie auftreten und z. B. zum bekannten Lippenherpes führen sowie Infektionen mit Herpes-Typ 2 (HSV 2), die vorwiegend unterhalb der Gürtellinie auftreten und insbesondere zu Herpesbläschen im Genitalbereich führen.

2. Varizella-Zoster-Virus (VZV) Die Infektion mit Varizella-Zoster-Viren führt bei Erstinfektion zu Windpocken, bei Wiederauftreten zum Krankheitsbild der Gürtelrose.

3. Epstein-Barr-Virus
Die Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus löst beim Menschen Pfeiffer'sches Drüsenfieber (kissing disease) aus.

4. Zytomegalie-Virus (CMV)
Allen Infektionen mit Herpesviren gemeinsam ist die Tatsache, dass die Viren nach einer Infektion in einer Art "Schlafstadium" lebenslang in den Nervenzellen des menschlichen Körpers verbleiben.
Ist das Immunsystem des Körpers geschwächt, können diese eine erneute Herpeserkrankung hervorrufen, das Virus breitet sich dann auf umgekehrtem Weg entlang der Nervenbahnen wieder Richtung Haut aus. Auslöser für ein erneutes Auftreten der Erkrankung können beispielsweise Sonneneinstrahlung, fieberhafte Infekte, Stress und bei Frauen die Regelblutung oder Schwangerschaft sein.

 

1. Herpes simplex Virus

Die Krankheitserreger
Man unterscheidet zwei Typen von Herpes simplex Viren, das HSV 1 und das HSV 2. HSV 1 tritt vorwiegend an den Lippen auf und führt zu den bekannten "Lippenbläschen" (Herpes labialis). HSV 2 tritt vorwiegend im Genitalbereich auf (Herpes genitalis).
Das Auftreten ist allerdings nicht auf die genannten Regionen beschränkt - eine Infektion kann bei beiden Typen auch zur Bläschenbildung an jeder anderen Körperstelle führen.
Die Ähnlichkeit von HSV 1 und HSV 2 ist sehr groß, daher sind auch die Krankheitsbilder klinisch kaum voneinander zu unterscheiden.

Wie häufig treten Infektionen mit Herpes simplex Viren auf?
Herpes simplex Viren kommen weltweit vor und sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Etwa 90 % der Deutschen tragen HSV 1 in sich, 30 - 50 % der Bevölkerung sind mit HSV 2 infiziert. Allerdings führt die Infektion nicht immer zu einer Erkrankung.

Wie wird das Virus übertragen?
Das HSV-1-Virus wird meist durch Speichel übertragen. Daher erfolgt die Erstinfektion meist im Kindes- oder Jugendalter.
HSV 2 wird vorwiegend genital übertragen (Geschlechtsverkehr, Geburt), die Infektion erfolgt deshalb in der Regel erst nach der Pubertät.
Da der Erstkontakt häufig ohne Krankheitssymptome verläuft, wird die Infektion oft gar nicht bemerkt. Eine Erstinfektion kann allerdings auch zu einer Erkrankung führen. Die Viren gelangen über kleinste Verletzungen der Haut und Schleimhäute in den Körper. Sie können von unserem Immunsystem nicht vernichtet werden und verbleiben lebenslang im Körper. Auch Menschen, bei denen die Infektion nicht zur Erkrankung führt, können das Virus auf andere übertragen. Des Weiteren kann eine Infektion der Lippenregion beim Mundverkehr auf die Genitalien übertragen werden und so zum Herpes genitalis führen.
Von der Ansteckung bis zur Erkrankung vergehen üblicherweise 2 - 12 Tage (Inkubationszeit).

Wie macht sich eine Infektion bemerkbar?
Durch Herpes simplex Viren verursachte Erkrankungen zeichnen sich meist durch Fieber, Unwohlsein und Kopfschmerzen aus sowie durch das Auftreten von schmerzhaften, gruppierten Bläschen auf geröteter Haut und Schleimhaut an der befallenen Körperregion. Die Bläschen können aufplatzen und vereitern, gelbliche Krusten bilden und heilen nach etwa 1 - 2 Wochen narbenfrei ab.
Zweit- oder Wiederholungsinfektionen verlaufen meist weniger schwerwiegend als Ersterkrankungen.

Herpes labialis ("Fieberbläschen", "Gletscherbrand")
Typische Lokalisation dieser Herpes-simplex- Erkrankung ist der Lippenrand. Sie beginnt häufig mit Spannungsgefühl und Juckreiz, dann folgt die gruppierte Bläschenbildung auf geröteter Haut. Die Bläschen verkrusten im Verlauf und heilen nach ca. 1 - 2 Wochen ab. Seltener sind andere Stellen im Gesicht, wie Nase oder Wangenregion, betroffen.
Ansteckungsgefahr besteht, bis der gesamte Lippenherpes mit Schorf bedeckt ist.
Der Verlauf der Erkrankung ist bei Personen mit normaler Abwehrreaktion in der Regel unproblematisch, die Bläschen verheilen im Allgemeinen ohne Narben zu hinterlassen.

Mundfäule (Gingivostomatitis herpetica)
Die Mundfäule tritt typischerweise bei Erstinfektion eines Kleinkindes mit HSV 1 auf. Es kommt zur schmerzhaften Bläschenbildung auf der Mundschleimhaut, mit Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme und Mundgeruch.

Augenbeteiligung
Der Befall des Auges ist eine ernsthafte Komplikation und muss umgehend durch den Augenarzt behandelt werden.

Ekzema herpeticatum
Treten Herpesbläschen auf Ekzemen der Haut auf, z.B. bei Menschen mit Neurodermitis, kann dies - unbehandelt - zur Ausbreitung auf den gesamten Körper führen mit schwerwiegenden Komplikationen, wie Entzündungen von Bindehaut, Lunge oder Gehirn.

Herpes genitalis
Die Herpes-genitalis-Infektion wird meist vom HSV-2-Virus verursacht und führt bei der Frau zur Bläschenbildung an der Scheide (Vulvovaginitis herpetica), am Muttermund, im Gebärmutterhals oder an der Harnröhre (Urethritis herpetica) bzw. beim Mann an der Eichel (Balanitis herpetica) und Vorhaut (Balanoposthitis herpetica).
Zusätzlich können Komplikationen, wie hohes Fieber oder Hirnhautentzündung das Krankheitsbild erschweren.
Kommt es in der Schwangerschaft zu einer Infektion mit Herpes genitalis wird der Arzt besonders engmaschig überwachen. Bei aktiver Erkrankung um den Geburtstermin wird ggf. ein Kaiserschnitt durchgeführt, um einer Infektion des Neugeborenen vorzubeugen.

Herpes-Sepsis des Neugeborenen
Eine Herpesinfektion ist für Neugeborene eine schwere Erkrankung mit oft lebensbedrohlichem Verlauf. Die Übertragung kann durch Besucher oder Krankenhauspersonal mit Herpes labialis, häufiger während der Geburt durch die an Herpes genitalis erkrankte Mutter erfolgen. Durch Kaiserschnitt bzw. entsprechende Vorsichts- und Hygienemaßnahmen kann einer Übertragung auf das Neugeborene vorgebeugt werden.

Wie stellt Ihr Arzt eine Infektion fest?
Die Diagnose Herpes simplex kann vom Arzt meist allein durch das charakteristische Erscheinungsbild der typischen Bläschen gestellt werden. Mit speziellen Tests können zusätzlich Abwehrstoffe (Antikörper) im Blut oder die Viren nachgewiesen werden.

Was können Sie tun, wenn der Arzt bei Ihnen eine Herpes-simplex-Infektion festgestellt hat?
Sobald Sie zum ersten Mal Anzeichen einer Bläschenbildung bemerken (Juckreiz,Schmerzen, Spannungsgefühl) sollten Sie einen Arzt aufsuchen, damit die Behandlung so früh wie möglich begonnen werden kann.

Bei einem wiederholten Auftreten wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, wenn Sie zusätzlich Fieber haben, sich krank fühlen oder Komplikationen auftreten.

In leichten Fällen können schmerzstillende Medikamente, austrocknende Salben sowie Salben u. Cremes mit Wirkstoffen, die die Vermehrung des HSV- Virus hemmen (antivirale Wirkstoffe), angewendet werden. Diese antiviralen Wirkstoffe dringen bevorzugt in befallene Zellen ein und werden dort vom Virus in die wirksame Form umgewandelt. Diese Wirkform kann die Vermehrung der Herpesviren in den befallenen Zellen hemmen. Ist kein Virus in der entsprechenden Zelle vorhanden, bleibt der Wirkstoff in seiner unwirksamen Vorstufe.
Wichtig ist eine besonders frühzeitige Behandlung, da sich das Virus im Anfangsstadium der Erkrankung besonders stark vermehrt. Daher sollte die entsprechende Creme bereits bei ersten Anzeichen der Erkrankung (Spannungsgefühl, Juckreiz) aufgetragen werden.
Zur lindernden Therapie von Schmerzen und Juckreiz bei häufig wiederkehrenden Herpesinfektionen mit Bläschenbildung im Lippenbereich (revidierender Herpes labialis) stehen u. a. rezeptfrei in der Apotheke erhältliche Cremes mit dem Wirkstoff Aciclovir zur Verfügung.

Bei schwereren Verlaufsformen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, der gegebenenfalls weitergehende virushemmende Therapiemaßnamen einleiten wird.

Virushemmende Medikamente werden in bestimmten Fällen vom Arzt auch verordnet, wenn ein erneuter Krankheitsausbruch verhindert werden soll.

Wie können Sie der Erkrankung vorbeugen?
Allgemein stärkt eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, körperlicher Bewegung und ausreichend Schlaf das körpereigene Abwehrsystem.

Zusätzlich sollten Sie

  • bei starker Sonneneinstrahlung (v. a. Gletschersonne!) auf Lippen und Mundbereich bereits vor der Sonnenexposition Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (Sunblocker) auftragen
  • erkrankte Stellen nicht mit den Händen berühren, um eine Übertragung auf andere Körperbereiche durch Verschleppung bzw. eine Ansteckung anderer zu vermeiden
  • nach einem evtl. Berühren der Bläschen Hände gründlich waschen
  • bereits bei ersten Anzeichen der Bläschenbildung (u. a. auftretendes Spannungsgefühl, Juckreiz) eine virushemmende Creme auftragen (Stadium stärkster Vermehrung)
  • auf jeden Fall den direkten Kontakt mit Neugeborenen meiden

Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Kontaktpersonen und Familienmitglieder eines Erkrankten folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Vermeiden von engem Körperkontakt (Küssen, Benutzung gemeinsamer Gläser, Zahnputzbecher usw.)
  • keine gemeinsame Bettwäsche oder Handtücher verwenden
  • frühzeitige Behandlung des Erkrankten bei Auftreten von Krankheitssymptomen

 

2. Varizella-Zoster-Virus (VZV)

Was sind Varizella-Zoster-Erkrankungen?
Bei der Erstinfektion mit einem anderen Typ der Herpesviren, dem Varizella-Zoster-Virus, kommt es zum Krankheitsbild Windpocken (Varizellen).
Bei der Erkrankung Windpocken bilden sich auf der Haut stark juckende rote Flecken, Knötchen und Bläschen, die nässen und im Krankheitsverlauf verkrusten. Im Kindesalter heilen Windpocken meist innerhalb von 2 - 3 Wochen ab. Bei Infektion im Erwachsenenalter kann es häufiger zu schwerwiegenderen Komplikationen kommen.
Nach einer Windpockenerkrankung bleiben die Viren - wie bei der Herpes-simplex-Infektion - lebenslang im Körper. Bei einem erneuten Aufflammen der Infektion im Erwachsenenalter kommt es zum Krankheitsbild der Gürtelrose.

Windpocken
Wie werden Windpocken übertragen?
Windpocken kommen weltweit vor und sind hochansteckend. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt oder Tröpfcheninfektion (Speichel, Niesen, usw.). Ansteckungsgefahr besteht üblicherweise bereits 2 Tage vor dem Auftreten der ersten Bläschen.

Wie macht sich eine Infektion bemerkbar?
Etwa 8 - 28 Tage nach der Ansteckung kommt es am ganzen Körper zur Ausbildung roter Flecken, die sich im Verlauf der Erkrankung zunächst zu Knötchen, dann zu kleinen Bläschen entwickeln. Diese Veränderung dauert zum Teil nur wenige Stunden. Wenn die Bläschen aufplatzen, tritt nässendes Exsudat aus. Es kommt zur Bildung stark juckender Krusten.
Bei Kindern heilen die Bläschen im Allgemeinen innerhalb von 2 - 3 Wochen ab, ohne Narben zu hinterlassen.
Bei Erwachsenen, vor allem bei immungeschwächten Patienten, verläuft die Windpockenerkrankung häufig mit schwerwiegenderen Komplikationen. Auch bei Neugeborenen, die durch eine Infektion der Mutter während der Geburt angesteckt werden, kann die Windpockenerkrankung zu schweren Komplikationen führen.

Was können Sie tun, wenn der Arzt bei Ihnen eine Varizella-Zoster-Infektion festgestellt hat?
Da das Aufkratzen der juckenden Bläschen vermieden werden muss, wird Ihr Arzt Ihnen häufig ein Juckreiz stillendes Mittel empfehlen. Bei schweren Verlaufsformen werden im Rahmen der ärztlichen Therapie antivirale Mittel (Arzneimittel mit Wirkstoffen, die die Virusvermehrung hemmen) eingesetzt.

Gürtelrose
Wie bei der Infektion mit Herpes-simplex-Viren bleibt das Varizella-zoster-Virus nach überstandener Windpocken-Erkrankung in den Nervenzellen des Menschen zurück. Bei einer Reaktivierung des Virus gelangt dieses entlang der Nervenbahnen an die Hautoberfläche zurück.

Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?
Zunächst kommt es zu einer Entzündung der betroffenen Nervenzellen, die häufig mit brennendem Gefühl und starken Schmerzen verbunden ist. Als Allgemeinsymptome können Müdigkeit, Schlappheit und Fieber auftreten. Es kommt zu schmerzhaften Rötungen im betroffenen Hautbereich und nach einigen Tagen zur Bildung von gruppenförmig angeordneten Bläschen. Die Bläschen platzen einige Tage später auf, es kommt zur Bildung von Schorf, der später abfällt, oder zur Verkrustung. Die Krankheitsdauer variiert zwischen 7 - 14 Tagen und 4 Wochen.
Der flüssige Bläscheninhalt ist ansteckend und führt bei Nichtinfizierten zu Windpocken.
Die Gürtelrose ist häufig mit starken Schmerzen verbunden (Zoster-Schmerzen), die insbesondere bei älteren Menschen noch über die überstandene Krankheitsdauer hinaus anhalten können (postherpetische Neuralgie).

Formen der Zoster-Erkrankung
Meist tritt die Gürtelrose im Bereich des Brustkorbes auf und ist auf eine Körperseite begrenzt. Seltener sind Lendenwirbelbereich, Arme oder Beine betroffen.
Schwerwiegender ist das Auftreten im Bereich von Gesicht und Augen (Zoster ophthalmicus) sowie entlang des Gehörganges. Unbehandelt können diese Formen bleibende Schäden verursachen. Sehr selten - und meist nur bei immungeschwächten Personen - ist der gesamte Körper betroffen (Zoster generalisatus).

Behandlung
Im Rahmen der auf alle Fälle notwendigen ärztlichen Therapie kommen antivirale Wirkstoffe sowie schmerzlindernde Medikamente zum Einsatz. Die betroffen Stellen können lokal mit Zinkpaste oder Puder behandelt werden.

 

3. Epstein-Barr-Virus

Eine weitere Form der Herpes-Viren, das Epstein-Barr-Virus, verursacht eine Erkrankung, die Pfeiffer'sches Drüsenfieber bzw. Mononukleose genannt wird.

Welche Behandlung erforderlich ist, wird der Arzt im Einzelfall entscheiden.

 

4. Zytomegalie-Virus (CMV)

Das Zytomegalie-Virus gehört ebenfalls zu den Herpes-Viren. Bei Gesunden verläuft die Infektion in der Regel unbemerkt: bei Personen mit geschwächtem Abwehrsystem oder bei Neugeborenen kann eine Infektion Komplikationen zur Folge haben.
Aufgrund der unterschiedlichen Ausprägung der Erkrankung wird der Arzt im Einzelfall darüber entscheiden, welche Behandlung erforderlich ist.


 
Patienten-Broschüre zum Thema Herpes

Den Ratgeber kostenlos bei 1 A Pharma bestellen.

 

Download als PDF:
PDF Herpes (282.96 kb | 26.07.2010)

Rezeptfreie Produkte von 1 A Pharma:
Aciclovir akut Creme - 1A-Pharma®