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Unsere Tipps zum Thema: Herzinsuffizienz

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, wie Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Bluthochdruck (Hypertonie) oder Herzinfarkt gehören zu den häufigsten Krankheiten und stellen in Deutschland mit ca. 50 % die häufigste Todesursache dar.
Diese Patienteninformation möchte Sie über die Bedeutung einer Herzinsuffizienz und die bestehenden Behandlungsmöglichkeiten informieren, Ratschläge geben und dazu beitragen, diese Krankheit besser zu verstehen.

 

Herzinsuffizienz – was bedeutet das eigentlich?

Herz, Blutgefäße und Blut bilden zusammen das Herz-Kreislauf-System. Das Herz ist der „Motor" des Blutkreislaufes. Es pumpt die 4-5 Liter Blut, die der Körper eines Erwachsenen enthält, kontinuierlich durch die Blutgefäße.

Das Herz besteht aus einer rechten und einer linken Herzhälfte und ist ein so genannter Hohlmuskel, der – wie alle Muskeln – angespannt und entspannt werden kann. Die Steuerung der Anspannung und Entspan ung wird durch viele ineinander greifende Systeme gesteuert. Durch die wechselnde An- und Entspannung pumpt das Herz das Blut über die Arterien zu den verschiedenen Organen. Diese werden dadurch mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und Stoffwechselprodukte werden entfernt. Über die Venen gelangt das Blut zurück zum Herz.
Ist das Herz gesund, schlägt es so effektiv wie möglich: Geschwindigkeit und Kraftaufwand sind optimal an die jeweilige Situation (Ruhe oder Belastung) angepasst. Das Herz kann seine Leistung unter Belastung um ein Vielfaches steigern, indem die Herzfrequenz (Pulsschlagfolge) und das Schlagvolumen (die bei einem Schlag geförderte Blutmenge) erhöht werden.

Von einer Herzleistungsschwäche, Herzmuskelschwäche, einem schwachen oder insuffizienten Herzen wird bei einer eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit aufgrund einer nachweisbaren Funktionsstörung des Herzens gesprochen. Sie ist eine Folge verschiedener Herzerkrankungen und darf daher nicht unabhängig von der ihr zugrunde liegenden Erkrankung gesehen werden.
Die Herzleistung ist vermindert und das Herz ist nicht mehr in jeder Situation in der Lage, eine ausreichende Pumpleistung zu erbringen. Die verminderte Herzleistung hat eine geringere Durchblutung der Organe und Gewebe zur Folge, wodurch die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen abnimmt. Dies wiederum führt zu einer Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit von der Ausprägung der Funktionsstörung des Herzens. Ist das Herz insuffizient, kann das Blut nicht mehr in ausreichender Menge in den Blutkreislauf gepumpt werden und das Blut, das von den Organen zurück zum Herz kommt, kann nicht mehr schnell genug weitergepumpt werden. Folge ist dann eine Rückstauung in den Blutkreislauf.

Bei einer Linksherzinsuffizienz (die linke Herzhälfte, die das Blut in den Körperkreislauf pumpt, ist betroffen) staut sich dieses Blut im Lungenkreislauf zurück, wodurch es symptomatisch zu einer Luftnot kommt. Bei einer Rechtsherzinsuffizienz (die rechte Herzhälfte, die das Blut in den Lungenkreislauf pumpt, ist betroffen) staut sich das Blut in den Körperkreislauf zurück, wodurch Wassereinlagerungen (Ödeme) entstehen. Häufig sind jedoch beide Herzhälften betroffen, man spricht hier von einer Globalinsuffizienz.

 

Warum kommt es zur Herzinsuffizienz? – Ursachen und Risikofaktoren

Bei einer Herzinsuffizienz handelt es sich ganz allgemein um eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit aufgrund einer Funktionsstörung des Herzens, bei der das Blut nicht mehr in ausreichenden Mengen in den Körperkreislauf gepumpt werden kann.
Man unterscheidet die akute und chronische Herzinsuffizienz, abhängig davon, in welcher Zeitspanne (akut: innerhalb von Minuten/Stunden oder chronisch: über Monate/Jahre) sich die Herzinsuffizienz entwickelt sowie die systolische (der Herzmuskel ist nicht mehr in der Lage, kräftig zu pumpen) und die diastolische Herzinsuffizienz (der Herzmuskel kann sich nicht mehr richtig entspannen und deshalb nicht ausreichend mit Blut füllen).
Eine akute Herzinsuffizienz entsteht durch den Ausfall größerer Bereiche des Herzmuskelgewebes. Ursachen hierfür können beispielsweise sein:

  • Herzinfarkt
  • Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis)
  • Herzklappenfehler
  • Lungenembolie (Verschluss der Lungenarterie).

Herzerkrankungen, aus denen sich eine chronische Herzinsuffizienz entwickeln kann, sind zum Beispiel:

  • Koronare Herzkrankheit
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Stoffwechselstörungen (beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion [Hyperthyreose])
  • Erkrankung des Herzmuskels (Kardiomyopathie).

Die häufigste Ursache für die chronische Herzinsuffizienz ist die koronare Herzkrankheit. Bei dieser Erkrankung sind die das Herz versorgenden Blutgefäße verengt. Folge ist eine verminderte Versorgung des Herzmuskels mit Blut und somit mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das macht sich besonders dann bemerkbar, wenn das Herz bei körperlicher Anstrengung stärker und schneller schlagen muss.

Ein weiterer Risikofaktor ist der Bluthochdruck. Ein hoher Blutdruck bedeutet eine hohe Belastung für das Herz. Es muss bei jedem Schlag das Blut mit einem größeren Kraftaufwand durch die Arterien pumpen als bei einem normalen Blutdruck. Durch die andauernde Druckbelastung vergrößert sich der Herzmuskel im Laufe der Jahre, wodurch sich eine Herzinsuffizienz entwickeln kann. Je höher der Blutdruck ist, umso größer ist das Risiko, zukünftig an einer Herzinsuffizienz zu erkranken.

Bei Menschen mit Herzrhythmusstörungen ist die Schlagkraft des Herzens verändert. Es schlägt entweder zu langsam oder zu schnell und häufig auch unregelmäßig. Schlagkraft und Schlaggeschwindigkeit sind somit nicht mehr optimal an die Anforderungen des Körpers angepasst, wodurch sich eine Herzinsuffizienz entwickeln kann.

Faktoren, die das Risiko für eine Herzinsuffizienz begünstigen, sind:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Übergewicht
  • Nikotinkonsum
  • übermäßiger Alkoholkonsum.

 

Welche Symptome treten bei einer Herzinsuffizienz auf?

Es gibt viele Symptome, die bei einer Herzinsuffizienz auftreten können. Das so genannte Leitsymptom der Herzinsuffizienz ist die Luftnot (Asthma cardiale). Anhand dieses Symptoms wurde durch die New York Heart Association (New Yorker Herzgesellschaft, NYHA) die Einteilung in die Stadien I bis IV vorgenommen:

Bei einer beginnenden Herzinsuffizienz (NYHA-Stadium I) setzt der Organismus verschiedene Kompensationsmechanismen in Gang. Hierdurch kann für eine gewisse Zeit eine ausreichende Versorgung des Organismus mit Blut und somit mit Sauerstoff und Nährstoffen gewährleistet werden. Die körperliche Leistungsfähigkeit bleibt daher erhalten. Das bedeutet, dass man bei einer normalen Belastung keine Beschwerden wie Luftnot und Schwäche bemerkt. Im alltäglichen Leben fühlt man sich nicht beeinträchtigt, obwohl das Herz bereits geschwächt ist.
Erst in den NYHA-Stadien II-IV kommt es zu einer eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit, zunächst nur unter körperlicher Belastung (Stadien II und III), später bereits in Ruhe (Stadium IV).

Luftnot ist insbesondere bei der Linksherzinsuffizienz ein typisches Symptom. Weitere Symptome können sein:

  • Lungenstauung / Lungenödem
  • Beschleunigte Atemfrequenz
  • Nächtliches Husten
  • Unruhe.

Bei einer Rechtsherzinsuffizienz stehen Ödeme (Wassereinlagerungen) im Bereich der Knöchel und der Schienbeine und ein damit verbundener nächtlicher Harndrang im Vordergrund. Nachts wird das eingelagerte Wasser aufgrund der Hochlagerung der Beine wieder ausgeschieden.

Auch folgende Symptome können ggf. auf eine Herzinsuffizienz hinweisen:

  • Halsvenenstauung
  • Appetitlosigkeit.

Zudem können Leistungsminderung, Schwächegefühl, Herzrasen, Kältegefühl, bläuliche Haut sowie Konzentrationsstörungen auftreten.
Nur selten treten die Symptome einer Links- oder Rechtsherzinsuffizienz isoliert auf, da häufig beide Herzhälften betroffen sind.

 

Wie kann der Arzt feststellen, ob Sie unter einer Herzinsuffizienz leiden?

Ziel ist es, eine Herzinsuffizienz so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln. Moderne Untersuchungsmethoden ermöglichen eine frühe Erkennung und somit eine gezielte Behandlung der Herzinsuffizienz.
Zu Beginn der Erkrankung verursacht eine Herzinsuffizienz keine Beschwerden und bleibt daher häufig über einen längeren Zeitraum unerkannt.

Zunächst wird Ihnen Ihre Ärztin/Ihr Arzt einige Fragen stellen, um sich ein besseres Bild über Ihre Krankheitsgeschichte und die Krankheitsgeschichte Ihrer Familie machen zu können und um sich über Ihre Lebensgewohnheiten zu informieren.
Bei einer Untersuchung wird u.a. auf Wasseransammlungen in den Beinen geachtet, das Herz und die Brust werden abgehört sowie Blutdruck und Puls gemessen.

Sollte sich der Verdacht auf eine Herzinsuffizienz ergeben, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt gegebenenfalls Ihr Blut im Labor untersuchen lassen und ein Elektrokardiogramm (EKG) erstellen.
Eine Blutuntersuchung kann Hinweise liefern, ob die Herzinsuffizienz auch Auswirkungen auf andere Organe hat, da das Blutbild charakteristische Veränderungen aufweisen kann.
Ein EKG kann, abhängig davon, in welchem Stadium der Herzinsuffizienz Sie sich befinden, fast normal erscheinen. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird daher möglicherweise zusätzlich auch ein „Belastungs-EKG" durchführen, um zu sehen, wie Ihr Herz unter Belastung arbeitet. Sollte die Herzschlaggeschwindigkeit (Herzrhythmus) verändert sein, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt gegebenenfalls ein „Langzeit- EKG" machen.

Weitere mögliche Untersuchungsmethoden sind eine Röntgenaufnahme des Oberkörpers, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, die Bestimmung der Sauerstoffsättigung im Blut sowie eine Lungenfunktionsprüfung. Durch die Röntgenaufnahme des Oberkörpers erhält der Arzt Informationen über die Form und die Größe des Herzens und der Lunge. Hierdurch können auch Flüssigkeitseinlagerungen in der Lunge erkannt werden. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung kann festgestellt werden, ob sich der Herzmuskel vergrößert hat oder ob Teile des Herzmuskels geschädigt sind.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Wenn Ihre Ärztin/Ihr Arzt bei Ihnen eine Herzinsuffizienz festgestellt hat, müssen Sie gegebenenfalls Medikamente einnehmen. Zusätzlich gibt es auch nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, um das Herz zu entlasten und eventuell auftretende Beschwerden zu verringern.
Behandlungsziel ist immer, das Fortschreiten der Herzinsuffizienz zu verzögern und die Leistungsfähigkeit zu erhalten.

 

Nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Tägliches Wiegen
Kontrollieren Sie täglich Ihr Gewicht, und beachten Sie dabei bitte folgendes:
Wiegen Sie sich morgens nach dem ersten Toilettengang, aber vor dem Frühstück und der Medikamenteneinnahme ohne Kleidung und immer auf derselben Waage. Tragen Sie Ihr Gewicht in eine Gewichtstabelle ein und bringen Sie diese zu jedem Arztbesuch mit. Wenn Sie innerhalb von 2 bis 3 Tagen 1 bis 2 Kilogramm zunehmen, teilen Sie dies Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt bitte umgehend mit. Plötzliche oder auch langsame Gewichtszunahme kann ein Warnzeichen sein, dass Ihr Körper im Gewebe Wasser einlagert.

Normalisierung des Körpergewichtes
Durch Reduzierung eines vorhandenen Übergewichts können viele Herz-Kreislauf-Krankheiten gebessert werden,auch die Herzinsuffizienz. Übergewicht stellt eine zusätzliche Belastung für das Herz dar. Bei Übergewicht sollten Sie eine langsame schrittweise Gewichtsabnahme anstreben. Dies kann durch eine bewusste Ernährungsumstellung erreicht werden (keine Blitzdiäten). Nach erreichter Reduktion sollten Sie versuchen, das Gewicht zu halten und eine erneute Zunahme vermeiden. Ziel sollte das Erreichen Ihres Normalgewichts sein.

Am einfachsten lässt sich das Normalgewicht anhand des BMI-Wertes ermitteln.

Der BMI berechtet sich wie folgt:

Körpergewicht in kg ÷ Körpergröße in m2 z.B. 70 kg ÷ (1,74 m)2 = 70 ÷ 3,02 = 23,2

MännerFrauen
< 20Untergewicht< 19
20-24,9Normalgewicht19-23,9
25-29,9leichtes Übergewicht24-28,9
30-34,9Übergewicht Kl. 129-33,9
35-39,9Übergewicht Kl. 234-38,9
> 40Übergewicht Kl. 3> 39

Quelle Männer: modifiziert nach WHO-Kriterien
Quelle Frauen: modifiziert nach Münchener Formelsammlung der Medizin

Der für Sie optimale BMI-Wert hängt aber auch von Ihrem Alter ab.

Begrenzte Kochsalzzufuhr
Je mehr Kochsalz Ihre Nahrung enthält, desto leichter kann sich im Körper Wasser einlagern und die Herzinsuffizienz verschlechtert sich. Verwenden Sie deshalb weniger Kochsalz, verzichten Sie auf Nachsalzen und meiden Sie Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an Kochsalz, beispielsweise geräucherter Speck, roher und gekochter Schinken, Käse, Salzheringe, Matjes, Sauerkraut, Fertiggerichte aus der Dose oder dem Tiefkühlregal, fertige Salatsaucen, Ketchup, Senf, Laugengebäck und Chips.

Eingeschränkte Flüssigkeitszufuhr
Viele Patienten neigen dazu, Wasser im Gewebe anzusammeln. Daher wird generell eine verminderte Flüssigkeitszufuhr auf max. 2 l pro Tag empfohlen. Die Flüssigkeitszufuhr ist aber vom Schweregrad einer Herzinsuffizienz abhängig und sollte auch an besondere Situationen angepasst werden (z. B. Wärme, Erbrechen, Durchfall, Fieber). Bitte sprechen Sie die empfohlene Trinkmenge mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ab.

Ernährungsumstellung
Grundsätzlich sollten Sie vitamin- und ballaststoffreiche Speisen bevorzugen und auf den Kaloriengehalt der Nahrungsmittel und Getränke achten. Achten Sie aufeine möglichst fettarme und cholesterinbewusste Ernährung. Streich-, Koch- und Bratfette sollten Sie sehr sparsam einsetzen. Um die Fettstoffwechsellage zu normalisieren, sollten Sie die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren deutlich reduzieren. Pflanzliche Fette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind generell zu bevorzugen. Die tägliche mit den Mahlzeiten aufgenommene Menge an Cholesterin sollte unter 300 mg liegen.
Diese Ernährungsempfehlungen bedeuten aber nicht, dass Sie auf alle Lieblingsspeisen dauerhaft verzichten müssen. Gelegentliche Ausnahmen sind durchaus erlaubt. Wichtig ist, dass auf eine besonders fett- und kalorienreiche Mahlzeit wieder ein ernährungsbewusster Ausgleich folgt. Essen Sie daher viel Obst, Gemüse und Salat.

Einschränkung des Alkoholkonsums
Trinken Sie weniger und seltener Alkohol. Männer sollten höchstens 30 g Alkohol pro Tag, Frauen höchstens 20 g Alkohol pro Tag zu sich nehmen.
Ca. 30 g Alkohol sind enthalten in:
0,75 l Bier
0,25 l Wein
0,1 l Schnaps

Sollte Ihre Herzinsuffizienz durch eine Alkoholkrankheit entstanden sein, sollten Sie ganz auf Alkohol verzichten, um Ihr Herz nicht weiter zu schädigen.

Verzicht auf das Rauchen
Zigaretten sind eine starke Belastung für Herz und Gefäße. Rauchen schädigt die Blutgefäße und fördert die Entstehung der koronaren Herzkrankheit. Dadurch kann sich die Herzinsuffizienz noch weiter verschlechtern. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Ihrer Apothekerin/Ihrem Apotheker über die für Sie am besten geeignete Methode zur Raucherentwöhnung.

Reiseziele
Gegen Reisen ist prinzipiell nichts einzuwenden, wenn Sie es als keine zu große Belastung empfinden. Reisen in große Höhe sowie in Gebiete mit heißem oder feuchtem Klima sollten Sie vermeiden, da dies eine zu große Belastung für Ihr Herz darstellen könnte. Kurze Flugreisen sollten Sie gegenüber längeren Reisen mit anderen Transportmitteln vorziehen. Bei langen Flügen könnten allerdings Komplikationen wie tiefe Venenthrombosen,Ödeme und Flüssigkeitsmangel auftreten.

Bewegung und Sport
Ein moderates körperliches Training (z. B. Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen) ist bei stabiler chronischer Herzinsuffizienz im NYHA Stadium I-III empfehlenswert. Dadurch kann der Sauerstoff besser vom Körper aufgenommen werden. Ihr Herz wird entlastet und auf längere Sicht gestärkt. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt darüber, welches Training für Sie geeignet ist.

Einschränkung von Stressfaktoren
Sorgen Sie für ausreichend Erholung, Schlaf und Freizeit und versuchen Sie, belastende Umstände zu ändern. Stress kann sich auch negativ auf bestimmte Lebensgewohnheiten auswirken. Menschen unter Stress neigen oft zu erhöhtem Alkohol- und Zigarettenkonsum sowie zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme.

Hochlagerung des Oberkörpers im Schlaf
Stellen Sie das Kopfteil Ihres Bettes ein wenig nach oben oder schlafen Sie mit mehreren Kissen. Sie entlasten durch die Hochlagerung Ihres Oberkörpers in der Nacht Ihr Herz.

 

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Wenn bei Ihnen eine Herzinsuffizienz festgestellt wurde, werden Sie gegebenenfalls Medikamente einnehmen müssen. Diese Medikamente sollen Ihnen helfen, der Herzinsuffizienz entgegenzuwirken, die Schädigung des Herzmuskels aufzuhalten und ihn zu kräftigen.
Auch wenn Sie noch keine Beschwerden haben (NYHA Stadium I), ist Ihr Herz bereits geschwächt und es ist sehr wichtig, dass Sie Ihre Medikamente regelmäßig einnehmen.

Für eine medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz stehen heute – neben freiverkäuflichen Weißdorn- Präparaten – eine Vielzahl von rezeptpflichtigen Arzneimitteln zur Verfügung.

  • Betablocker
  • ACE-Hemmer
  • Angiotensin-II-Antagonisten
  • Diuretika
  • Calciumkanalblocker
  • gefäßerweiternde Medikamente (Vasodilatatoren)
  • Antiarrhythmika
  • Herzglykoside.

Weißdorn
Weißdorn erweitert die Gefäße, insbesondere die Herzkranzgefäße, wodurch der Herzmuskel besser mit Sauerstoff versorgt wird. Zusätzlich steigert er die Kontraktionskraft des Herzens.

Betablocker
Betablocker blockieren bestimmte Rezeptoren (so genannte Beta-Rezeptoren) am Herzen und an den Blutgefäßwänden. Die Wirkung des „Stresshormons" Adrenalin und Noradrenalin wird dadurch gehemmt. Am Herzen nehmen Herzschlagfolge und Kraft, mit der sich der Herzmuskel zusammenzieht, ab. Das Herz wird entlastet. Zusätzlich kommt es an den Blutgefäßwänden zu einer Erweiterung der Gefäße.
Die Belastbarkeit kann zu Beginn der Behandlung mit einem Betablocker abnehmen, allerdings steigt sie nach einigen Monaten Therapiedauer wieder deutlich an.

ACE-Hemmer
ACE-Hemmer hemmen ein Enzym, das so genannte Angiotensin-Converting-Enzym (kurz: ACE) im Körper. Dadurch wird weniger Angiotensin II gebildet, welches zur Verengung der Blutgefäße führt. Durch die geringere Verengung der Blutgefäße sinkt der Blutdruck und das Blut kann leichter fließen. Das Herz wird entlastet.

Angiotensin-II-Antagonisten (Sartane)
Angiotensin-II-Antagonisten (Sartane) sind in ihrer Wirkung den ACE-Hemmern sehr ähnlich. Sie hemmen die Bindung des Hormons Angiotensin II an seinen Rezeptor.

Diuretika
Diuretika fördern die Wasser- und Salzausscheidung über die Niere. Sie werden deshalb auch als „Wassertabletten" bezeichnet. Die Folge ist, dass Sie häufiger zur Toilette gehen müssen, aber durch die erhöhte Wasserausscheidung verringert sich die Flüssigkeitsmenge im Blutkreislauf. Es kommt zu einem geringeren Druck in den großen Blutgefäßen (Arterien), wodurch das Herz entlastet wird.

Calciumkanalblocker
Calciumkanalblocker hemmen spezielle Calciumkanäle. Dadurch werden die Blutgefäße erweitert und es kommt zu einer Blutdrucksenkung. Das Herz wird entlastet. Zusätzlich kann der Herzmuskel besser mit Sauerstoff versorgt werden.

Gefäßerweiternde Medikamente (Vasodilatatoren)
Vasodilatatoren erweitern die Venen und Arterien und führen so zu einer Entlastung des Herzens. Zudem verbessern sie die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels.

Antiarrhythmika
Unter diesem Begriff werden Arzneimittel zusammengefasst, die die Bildung und Weiterleitung der elektrischen Erregung im Herzen beeinflussen. Somit kann ein normaler Herzrhythmus erreicht werden.

Herzglykoside
Schon seit langer Zeit ist der Extrakt des Fingerhutes (Digitalis) als Arzneimittel bei Herzinsuffizienz bekannt. Die darin enthaltenen Digitalisglykoside steigern die Kontraktionskraft, verlangsamen die Erregungsleitung und verringern die Herzfrequenz.

Ihre Ärztin/Ihr Arzt entscheidet individuell, welches rezeptpflichtige Arzneimittel für Sie persönlich geeignet ist und mit welcher Substanz Sie behandelt werden. Die Wahl des Arzneimittels richtet sich danach, welche Vorerkrankung bei Ihnen zur Herzinsuffizienz geführt hat, denn durch die Behandlung der Grunderkrankung kann auch die Schädigung des Herzens aufgehalten werden.

Regelmäßige Untersuchungen zeigen dann, ob sich der gewünschte Therapieerfolg einstellt. Gelingt bei der Anwendung üblicher Dosen eines einzelnen Arzneimittels (Monotherapie) keine befriedigende Einstellung, so wird in der Regel eine Kombination mehrerer Arzneimittel eingesetzt. Manchmal sind auch Änderungen notwendig, z. B. eine Dosiserhöhung oder ein Wechsel des Präparates. Durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt kann das bestmögliche Therapieschema gefunden werden.

Es ist sehr wichtig, dass Sie die Medikamente nach Anweisung Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt einnehmen. Bitte befolgen Sie die Anweisungen Ihrer Ärztin/Ihres Arztes, auch wenn Sie zeitweise keine Beschwerden haben sollten.

 

Hier finden Sie weiteren Rat 1

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
Postfach 91 01 52
51071 Köln
Telefon: 02 21-8 99 20
Fax: 02 21-8 99 23 00
E-Mail: poststelle@bzga.de
Internet: http://www.bzga.de/

Deutsche Gesellschaft für Prävention und
Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V.

Friedrich-Ebert-Ring 38
56068 Koblenz
Telefon: 02 61-30 92 31
Fax: 02 61-30 92 32
E-Mail: info@dgpr.de
Internet: http://www.dgpr.de/

Deutsche Herzstiftung e. V.
Vogtstraße 50
60322 Frankfurt am Main
Internet: http://www.herzstiftung.de/

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
Telefon: 02 28-3 77 66 00
Fax: 02 28-3 77 68 00
Internet: http://www.dge.de/

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PDF Herzinsuffizienz (746.4 kb | 12.09.2008)

 

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