Heuschnupfenzeit
Wie kommt es zu Heuschnupfen?
Heuschnupfen gehört zu den allergischen Erkrankungen. Bei einer Allergie setzt der Körper die ihm zur Verfügung stehenden Abwehrmechanismen ein, um normalerweise harmlose Stoffe so abzuwehren als handle es sich um gefährliche Krankheitserreger. Aus welchem Grund das Immunsystem derartig heftig und unangemessen reagiert, ist bis heute noch nicht geklärt.
Die häufige allergische Erkrankung des Heuschnupfens beruht auf einer Überempfindlichkeit gegen die Eiweißkomponenten von bestimmten Pollen. In der Gräser- und Baumblütenzeit gelangen Pollen in die Luft und lösen an den Schleimhäuten der Atemwege und der Nase sowie an der Bindehaut der Augen eine allergische Reaktion aus.
Was geschieht im Körper?
Verantwortlich für die allergische Reaktion sind Allergene. Diese binden an bestimmte weiße Blutkörperchen und bewirken die Freisetzung von speziellen Botenstoffen im Körper (wie z. B. Histamin). Dieser Vorgang löst die typischen Beschwerden einer Allergie aus: häufiges Niesen, eine laufende Nase, die juckt und brennt, geschwollene Augen, die tränen und jucken, Asthmaanfälle, Lustlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Schlafmangel.
Erkältungen entwickeln sich im Gegensatz zum Heuschnupfen über mehrere Tage und verschwinden in der Regel nach etwa einer Woche. Die allergisch bedingten Symptome treten im Allgemeinen unmittelbar nach dem ersten Kontakt mit den Pollen auf und halten unbehandelt so lange an wie der Körper mit den Pollen konfrontiert wird. Beim Heuschnupfen ist das Nasensekret wässrig und klar. Der unangenehme Juckreiz in Nase und Augen ist zudem typisch für den Heuschnupfen.
Wann treten die Beschwerden auf und was sind die Auslöser?
Die heuschnupfengeplagten Patienten leiden besonders im Frühjahr. Nach milden Wintern kann die Pollenflugzeit schon früh im Januar/ Februar beginnen. Regionale witterungs- und klimabedingte Unterschiede sind zu beachten. Es gibt jedoch auch Personen, die im Sommer oder Herbst Probleme haben. Treten die Beschwerden auch im Winter auf, so handelt es sich meist um eine Allergie auf Hausstaub oder Tierhaare. Durch einen beim Arzt durchgeführten Allergietest lässt sich herausfinden, welche Stoffe die Auslöser der Allergie sind.
Bei allergischen Reaktionen gegen verschiedene Stoffe einer zusammengehörenden Gruppe, z. B. verschiedene Pollen einer Pflanzengruppe, spricht man von Kreuzallergie. Des Weiteren gibt es auch Kreuzallergien zwischen Pollen und bestimmten Nahrungsmitteln. Das Immunsystem reagiert hierbei nicht nur auf bestimmte Pollen, sondern ebenfalls auf Inhaltsstoffe von Lebensmitteln wie Nüsse, Obst und Gewürze, da diese Allergene ähnliche Strukturen beinhalten.
Jahreszeitlicher Zusammenhang der Stoffe, die häufig Heuschnupfen auslösen:
- Frühjahr:
Baumpollen (z. B. Birke, Eiche, Erle, Hasel, Ulme, Ahorn) - Sommer:
Gräserpollen (Heuernte) - Spätsommer u. Herbst:
Kräuterpollen (z. B. Beifuß, Nessel, Wegerich) - Ganzjahres-Heuschnupfen:
Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilzsporen
Vorbeugung und Behandlung:
Je höher die Pollenkonzentration ist, desto stärker sind die Beschwerden. Es reichen jedoch bereits wenige Pollen aus, um allergische Reaktionen auszulösen. Die Pflanzen produzieren riesige Mengen an Pollen, die aufgrund ihrer geringen Größe und Gewicht mit dem Wind über weite Strecken transportiert werden können. Besonders hoch ist die Pollenbelastung an sonnigen trockenen, relativ windarmen Tagen oder in der ersten halben Stunde nach Regenbeginn.
Vermeiden Sie allergieauslösende Substanzen und informieren Sie sich über die aktuelle Pollenflugsituation über
Verzichten Sie beim Pollenflug der entsprechenden Pflanzen soweit wie möglich auf längere Aufenthalte im Freien. Da bei Anstrengungen die Atmung tiefer ist und auf diese Weise mehr Pollen eingeatmet werden, sollte eine körperliche Belastung im Freien, wie z. B. beim Waldlauf vermieden werden. Besonders stark ist die Pollenkonzentration morgens auf dem Land und abends in der Stadt. Lüften Sie möglichst nicht zu diesen Zeiten. Um die nächtliche Pollenbelastung zu minimieren, waschen Sie sich vor dem Zubettgehen die Haare. Wechseln Sie Ihre Kleidung nicht im Schlafzimmer und bewahren Sie die Kleidungsstücke, in denen sich Pollen befinden können, nicht im Schlafzimmer auf. Lassen Sie beim Autofahren die Fenster geschlossen und schalten Sie die Lüftung aus oder lassen Sie einen Pollenfilter in das Lüftungssystem einbauen.
Hochgebirge und Meer sind nahezu pollenfreie Zonen. Während der Zeit des Pollenflugs empfiehlt sich, wenn möglich, ein Urlaub in diesen Regionen.
Da manchmal aus einem "einfachen" Heuschnupfen eine Entzündung und längerfristig sogar ein allergisches Asthma entstehen kann (Etagenwechsel), ist eine rechtzeitige antiallergische Behandlung im Allgemeinen zu empfehlen.
Zur Vorbeugung und Behandlung stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung.
Für Heuschnupfengeplagte gibt es zur Vorbeugung Arzneimittel in Form von Nasensprays und Augentropfen, z. B. mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure, der dafür Sorge trägt, dass Histamin nicht mehr so leicht freigesetzt werden kann. Die Behandlung muss rechtzeitig vor dem zu erwartenden Allergenkontakt beginnen, damit der Arzneistoff seine Wirkung entfalten kann.
Sollten die Beschwerden länger anhalten oder stärker sein, so stehen so genannte Antihistaminika wie z. B. Loratadin und Cetirizin zur Verfügung, die in Ihrer Apotheke erhältlich sind. Diese werden u. a. in Form von Tabletten angeboten und eignen sich zur Behandlung akuter Beschwerden, indem sie die Rezeptoren des Histamins blockieren und dessen Wirkung verhindern.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Eine so genannte Hyposensibilisierung kann durchgeführt werden: Hierbei wird die Überempfindlichkeit gegenüber einem bestimmten Stoff herabgesetzt, indem diese Substanz in langsam steigenden Dosierungen in der Regel subkutan (= unter die Haut gespritzt) zugeführt wird. Die Hyposensibilisierung dauert ca. 3 bis 5 Jahre. Eine Hyposensibilisierung beim Heuschnupfen reduziert nicht nur das Risiko, später ein allergisches Asthma zu entwickeln, sondern verbessert auch die Beschwerden einer Kreuzreaktion auf Nahrungsmittelbestandteile.
* Quelle: www.meteoxpress.com/