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Unsere Tipps zum Thema: Sodbrennen

Sodbrennen ist ein sehr häufiges Problem, das durch Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre verursacht wird. Die darin enthaltene Magensäure reizt die Schleimhaut der Speiseröhre.

Das Hauptsymptom sind brennende Schmerzen hinter dem Brustbein, die von unten nach oben bis in die Halsregion ausstrahlen. Auslöser für das saure "Aufstoßen" sind oft ein überfüllter Magen, Druck auf den Magen oder dass der Schließmuskel am Eingang des Magens nicht richtig schließt. Die Beschwerden treten vor allem nach den Mahlzeiten oder beim Bücken und Liegen auf. Häufige Ursachen sind üppige, fettreiche Mahlzeiten mit Alkoholkonsum oder Reaktionen auf Stresssituationen. Eine Selbstbehandlung von Sodbrennen ist nur dann zu empfehlen, wenn die Ursachen bekannt und die Beschwerden eher vorübergehend sind. Bei häufig wiederkehrenden Beschwerden kann aufgrund der ständigen Reizung durch die Säure die Schleimhaut der Speiseröhre verändert und gegebenenfalls geschädigt werden.

In den folgenden Fällen sollten Sie beim Auftreten von Sodbrennen unbedingt einen Arzt aufsuchen:

  • Beschwerden, die trotz Behandlung länger als 2 Wochen bestehen
  • häufigeres Sodbrennen (öfter als 2-3 mal pro Woche)
  • Nüchtern- und Nachtschmerz
  • wenn Sie Medikamente einnehmen, die Auslöser für Sodbrennen sein können, wie z. B. Schmerzmittel
  • bei zusätzlich auftretenden Beschwerden, wie Erbrechen, Schluckbeschwerden, unbeabsichtigte Gewichtsabnahme oder Teerstuhl
  • Kinder
  • ältere Patienten
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Diabetiker
  • Dialysepatienten
  • Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

 

Allgemeine Ratschläge, um das Auftreten von Sodbrennen zu vermeiden:

  • Häufigere kleinere Mahlzeiten reduzieren die Gefahr von zurückfließendem Magensaft.
  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen.
  • Genießen Sie Ihre Mahlzeiten in Ruhe und kauen Sie gut.
  • Vermeiden Sie übermäßiges Essen, vor allem größere Mahlzeiten vor dem Schlafengehen.
  • Bei Übergewicht: Reduktion des Gewichtes.
  • Nehmen Sie eiweißreiche Mahlzeiten zu sich, da Eiweiß den Rückfluss bremst.
  • Verzichten Sie auf Nahrungsmittel, die Ihnen schlecht bekommen bzw. verzehren Sie diese nur in geringen Mengen. Dazu gehören u. a.:
    - stark fett- oder zuckerhaltige Lebensmittel (z. B. Speiseeis, Käse, Butter)
    - Öle, Bratensoßen und Salatsoßen
    - Fertigbackwaren (z. B. Plätzchen, Salzgebäck)
    - stark gewürzte Speisen
    - stark saure Speisen (z. B. Zitrusfrüchte) sowie Fruchtsäfte
    - kohlensäurehaltige Getränke wie z. B. Cola und süße Limonaden
    - Tomaten und Zwiebeln
    - Kaffee und Schokolade
  • Warme Speisen sind besser verträglich als Eiskaltes.
  • Verzichten Sie auf Alkohol, vor allem auf hochprozentigen.
  • Für Raucher: Versuchen Sie das Rauchen einzuschränken oder besser ganz aufzugeben, da Nikotin Sodbrennen fördert.
  • Vermeiden Sie zu enge Kleidung, die den Bauch einschnürt.
  • Versuchen Sie Körperhaltungen, bei denen der Oberkörper nach vorne oder unten geneigt ist, zu vermeiden.
  • Lernen Sie Stress, Hektik und Aufregungen abzubauen.
  • Bemühen Sie sich körperliche Anstrengungen und schweres Heben zu vermeiden.
  • Bewegen Sie sich an der frischen Luft, vorzugsweise nach dem Essen.
  • Schlafen Sie nicht ganz flach - ein Keilkissen oder ein am Kopfende verstellbarer Lattenrost können helfen, den Kopf höher als den Oberkörper zu lagern, um das Zurückfließen des Magensaftes zu verhindern.
  • Vor der Einnahme von Medikamenten wie z. B. Schmerzmitteln fragen Sie bitte Ihren Arzt.

 

Im Rahmen der Selbstmedikation stehen zwei Arzneimittelgruppen zur Verfügung:

Antazida

Antazida, zu denen beispielsweise der Wirkstoff Magaldrat gehört, sind rezeptfrei erhältliche Arzneimittel zur Bindung überschüssiger Magensäure. Sie neutralisieren die zu viel produzierte Magensäure und führen dadurch zu einer raschen Schmerzlinderung.

Die Kautabletten bzw. Suspensionsbeutel werden in der Regel zwischen den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen eingenommen. Die Kautabletten sollten Sie gut zerkaut einnehmen. Bei den Suspensionsbeuteln ist es wichtig, dass Sie die Einzelbeutel vor der Einnahme kräftig durchkneten. Den Inhalt des Beutels können Sie mit einem Löffel oder direkt in den Mund unverdünnt einnehmen.

Die Aufnahme und damit auch die Wirkung von anderen Arzneimitteln kann durch Magaldrat vermindert werden. Deswegen sollte die Einnahme anderer Arzneimittel mindestens 2 Stunden vor oder nach der Einnahme erfolgen.

Ohne ärztlichen Rat sollten Antazida nicht länger als 14 Tage eingenommen werden. Magaldrat sollte Kindern unter 12 Jahren nicht gegeben werden, da für diese Altersgruppe keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

 

Histamin-H2-Rezeptorblocker

Die so genannten H2-Blocker, wie z. B. Ranitidin (bis zu 75 mg pro Filmtablette), sind seit einiger Zeit auch rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie verringern die Produktion von Magensäure und lindern so die Beschwerden.

Die Tabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) einzunehmen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Wenn die Beschwerden nach einer 14-tägigen Behandlung weiter bestehen oder sich gar verschlechtern, sollten Sie unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen. Eine Anwendung bei Kindern unter 16 Jahren wird nicht empfohlen.

Verglichen mit den Antazida setzt die Wirkung der H2-Blocker langsamer ein, hält aber länger an.
H2-Blocker werden daher in der Regel bei nächtlichem Sodbrennen empfohlen.

 

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PDF Sodbrennen (1.73 Mb | 05.06.2008)

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