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1 A Pharma informiert:
Krankheiten, Symptome und Behandlung von A bis Z

Wie entsteht eine Allergie? Was ist Epilepsie? Welche Früherkennungsmethoden gibt es bei Brustkrebs? Eine Krankheit zu verstehen, hilft nicht nur bereits Betroffenen, besser mit dieser umzugehen.

Von A wie Allergie bis Z wie Zahn-OP: Erste Aufklärung und hilfreiche Informationen über häufige Erkrankungen bietet 1 A Pharma in seinen Online-Ratgebern.

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Allergien

Allergien

Was sind Allergien?

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf körperfremde Reize wie z. B. Pollen, Tierhaare oder Nahrungsmittel. Die Reaktion wird deshalb als überschießend bezeichnet, da das körpereigene Immunsystem auf Fremdstoffe anspricht, die eigentlich keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Das Immunsystem kann nicht mehr zwischen harmlosen und schädlichen Substanzen unterscheiden und antwortet mit überflüssigen Abwehrreaktionen, die weit über das Ziel hinausschießen. Dabei werden sehr viel mehr Antikörper gebildet, als bei einer normalen Abwehrreaktion, z. B. gegen Krankheitserreger, notwendig wären. Warum das Immunsystem derart überreagiert, ist bis heute noch nicht völlig geklärt.

Wie werden Allergien ausgelöst?

Jeder Stoff unserer Umwelt kann zum Auslöser werden. Bisher sind über 20.000 verschiedene Substanzen als mögliche Allergieauslöser (Allergene) bekannt. Bei den meisten Allergenen handelt es sich um pflanzliche oder tierische Eiweißstoffe wie Pollen, Ausscheidungen von Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder Tierhaare. Aber auch lebensnotwendige „Dinge" wie Sonnenlicht und Nahrungsmittel (z. B. Milch und Nüsse) können allergische Reaktionen auslösen.Weitere Allergene sind unter anderem Arzneistoffe, Chemikalien sowie Insektengifte.

Was können Sie beim Auftreten von allergischen Reaktionen tun?

Vermeiden Sie zukünftig - soweit dies möglich ist - den Kontakt mit den Allergie auslösenden Substanzen. Für die weitere Vorbeugung, Linderung und Behandlung der allergischen Krankheitssymptome stehen verschiedene Arzneimittel zur Verfügung.

Des Weiteren kann vom Arzt eine so genannte Hyposensibilisierung durchgeführt werden. Bei dieser Methode wird die Überempfindlichkeit gegenüber einem bestimmten Stoff herabgesetzt, indem diese Substanz als gereinigter Allergenextrakt in langsam steigenden Dosierungen – in der Regel subkutan (= unter die Haut gespritzt) zugeführt wird. Die Dosierung wird so gewählt, dass gerade noch keine allergische Reaktion ausgelöst wird. Die Therapie dauert ca. 3 bis 5 Jahre. Eine Hyposensibilisierung beim Heuschnupfen beispielsweise reduziert nicht nur das Risiko, später ein allergisches Asthma zu entwickeln, sondern verbessert auch die Beschwerden einer Kreuzreaktion auf Nahrungsmittelbestandteile.

Welche Arzneimittel gibt es?

Der Ablauf der allergischen Reaktion im Körper ist mittlerweile gut erforscht. Deshalb stehen inzwischen gegen allergische Beschwerden verschiedene Arzneimittel zur Verfügung. Sie greifen in den allergischen Prozess ein und lindern die Beschwerden oder verhüten sie ganz. Je nachdem, ob man einer allergischen Reaktion vorbeugen möchte, oder ob man sie in einer konkreten Situation lindern möchte, kann man entsprechende Arzneimittel auswählen.

Medikamente zur örtlichen Anwendung

Zur Vorbeugung allergischer Beschwerden im Bereich der Augen und Nase (Heuschnupfen) gibt es den Wirkstoff Cromoglicinsäure in Form von Augentropfen und als Nasenspray.
Cromoglicinsäure hilft gegen entzündete, juckende und gerötete Augen. Cromoglicinsäure stabilisiert die Mastzellen, so dass nach Andocken der Allergene an ihrer Oberfläche weniger Botenstoffe ausgeschüttet werden. Dadurch vermindern sich die allergischen Beschwerden. Damit die Cromoglicinsäure ihre Wirkung optimal entfalten kann, sollte die Behandlung rechtzeitig vor dem erwarteten Allergenkontakt begonnen werden. Für Heuschnupfengeplagte, die an entzündeten, juckenden Augen und einer laufenden Nase gleichzeitig leiden, ist die Kombination aus Augentropfen und Nasenspray geeignet.

Medikamente zum Einnehmen

In erster Linie für die allergischen Beschwerden verantwortlich ist der Botenstoff Histamin. Um wirken zu können, muss es sich zunächst an spezielle Empfangsstellen auf der Zelloberfläche (so genannte Rezeptoren) binden. Antihistaminika, das sind Gegenspieler des Histamin, blockieren diese Empfangsstellen und verhindern dadurch, dass das Histamin seine Wirkung entfalten kann. Sie eignen sich zur Behandlung akuter Beschwerden, lassen sich also in dem Moment einsetzen, in dem Beschwerden vorhanden sind.

Antihistaminika gibt es in verschiedenen Darreichungsformen: als Tabletten, als Saft und als Tropfen. Die Einnahme von früher eingesetzten Antihistaminika war oft mit einer stark ermüdenden Wirkung verbunden. Moderne Substanzen wie z. B. Loratadin und Cetirizin haben diese Wirkung nicht oder nur sehr abgeschwächt. Antihistaminika zum Einnehmen eignen sich vor allem bei allergischer Rhinitis und allen allergischen Hauterscheinungen, die mit Juckreiz verbunden sind. Sie lassen sich gut mit örtlich anzuwendenden, antiallergisch wirksamen Arzneimitteln kombinieren.

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Antibiotika

Patienteninformation Antibiotika

Was sind Antibiotika?

Antibiotika (griechisch anti: gegen; bios: das Leben) sind meist von Mikroorganismen produzierte chemische Verbindungen, die Bakterien abtöten oder deren Wachstum hemmen. Heute schließt dieser Begriff auch synthetische (d.h. durch chemische Synthese gewonnen) und halbsynthetische Stoffe mit ein. Halbsynthetisch bedeutet, dass die Naturstoffe aus den Mikroorganismen nach der Gewinnung chemisch abgewandelt werden. Mittlerweile gibt es gegen fast alle Infektionskrankheiten wirksame Antibiotika. Da sich die Bakterien aber mit der Zeit verändern können, müssen auch Antibiotika ständig weiterentwickelt werden.

Wie wirken Antibiotika?

Bakterien gibt es überall. Sie sind eine sehr vielseitige und weit verzweigte Familie. Es gibt die kugelförmigen Bakterien, die Kokken. Ein anderer Familienzweig ist stäbchenförmig. Das sind die Bazillen. Und wieder ein anderer, die Spiren, sind schraubenförmig.
Antibiotika helfen dem körpereigenen Immunsystem pathogene (= Krankheit erzeugende) Bakterien zu bekämpfen. Dies ist dann notwendig, wenn sich die krankmachenden Bakterien zu stark im Körper vermehrt haben. Antibiotika greifen entweder in den Bakterienstoffwechsel ein und hemmen deren Vermehrung (= bakteriostatische Wirkung) oder töten sie ab (= bakterizide Wirkung).
In beiden Fällen ist die „Mitarbeit" des menschlichen Immunsystems für die Heilung des Patienten entscheidend, um die Krankheitserreger komplett zu vernichten. Jedes Antibiotikum hat sein eigenes Wirkspektrum. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen so genannten Schmalspektrum- und Breitspektrum-Antibiotika. Während die Schmalspektrum-Antibiotika nur gegen eine geringe Zahl von Bakterienarten wirken, sind die Breitspektrum-Antibiotika bei einer Vielzahl unterschiedlicher Keime wirksam.


Wann und wie lange sollen Antibiotika eingenommen werden?

Wichtige Fragen, die Sie Ihrem Arzt vor Behandlungsbeginn stellen sollten:

  • Wie lange muss ich das Antibiotikum einnehmen?
  • 10 Tage, 5 Tage oder nur 3 Tage lang?
  • Wie oft am Tag muss ich das Antibiotikum einnehmen?
  • Dreimal, zweimal oder nur einmal pro Tag?
  • Wann muss ich das Antibiotikum nehmen?
  • Vor einer Mahlzeit, nach einer Mahlzeit oder unabhängig davon?

Antibiotika müssen mit reichlich Trinkwasser (mind. 1 Glas) eingenommen werden. Bitte nehmen Sie das Ihnen verschriebene Antibiotikum regelmäßig und über den gesamten verordneten Zeitraum ein. Dies gilt auch dann, wenn Sie sich vor dem Ende der Einnahmedauer bereits besser fühlen. Erfolgt die Einnahme unregelmäßig oder wird sie vorzeitig abgebrochen, können einige Bakterien überleben und sich erneut vermehren.Das hat zur Folge, dass die Erkrankung nicht vollständig ausheilt. Eine weitere Konsequenz einer unsachgemäßen Einnahme ist die Entstehung weniger empfindlicher und resistenter (= widerstandsfähigerer) Erreger gegenüber dem Antibiotikum.


Ein paar Tipps zum Thema Wechselwirkungen

Bitte informieren Sie Ihren Arzt vor Einnahmebeginn, falls Sie weitere Medikamente einnehmen – auch wenn es sich um rezeptfreie Arzneimittel handelt.

Hier einige Beispiele zu möglichen Wechselwirkungen:

  • Antibabypille:
    Bei einigen Antibiotika ist die empfängnisverhütende Wirkung der Pille nicht mehr gewährleistet. Beachten Sie auf jeden Fall den Beipackzettel des Antibiotikums und wenden Sie gegebenenfalls für den gesamten Zyklus zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen [z.B. Kondome] an.
  • Antazida (Mittel, die Magensäure binden) und Nahrungsergänzungsmittel mit Mineralien (z.B. Magnesium, Calcium):
    Sie können die Wirkung einiger Antibiotika (z.B. Tetracycline und Chinolone) beeinträchtigen. Mit einem Einnahmeabstand von mindestens 3 Stunden können Sie diese Wechselwirkung vermeiden.
  • Aktivkohle:
    Sie be-/verhindert die Wirkstoffaufnahme im Darm.
  • Lipidsenker:
    Bestimmte Lipidsenker, Statine, Fibrate, Ionenaustauscherharze besitzen die Fähigkeit andere Arzneistoffe an sich zu binden und behindern so die Aufnahme anderer Wirkstoffe in den Blutkreislauf.
  • Krampflösende Mittel bei Epilepsie:
    Ansteigen der Serumkonzentration des Antiepileptikums möglich.
  • Mittel zur Blutverdünnung:
    Erhöhte Blutungsgefahr möglich.
    Für eine vollständige Information über die Wechselwirkungen des Ihnen verordneten Arzneimittels lesen Sie bitte die Packungsbeilage und fragen Sie zusätzlich Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
  • Milch, Kaffee & Co.
    Neben Arzneimitteln können auch bestimmte Genussmittel die Wirkung des Antibiotikums beeinflussen.Milch und Milchprodukte (z.B. Käse, Joghurt, Butter u.a.) können die Wirkung bestimmter Antibiotika (hierzu gehören z.B. Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline und Chinolone) verringern.
    Hat Ihnen der Arzt ein solches Antibiotikum verordnet, so sollten Sie mit dem Verzehr von Milchprodukten bis mindestens 3 Stunden nach der Einnahme warten. Einige Antibiotika verlangsamen den Abbau und die Ausscheidung von Coffein (enthalten in Kaffee, Cola, Tee u.a.). Nervosität, Schlafstörungen und Unruhe können die Folge sein.


Weitere Informationen zu möglichen gegenseitigen Beeinflussungen zwischen Nahrungs-/ Genussmitteln und Antibiotika finden Sie im Beipackzettel des Arzneimittels.

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Bluthochdruck

Patienteninformation zum Thema Bluthochdruck

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, wie Bluthochdruck (Hypertonie), Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) oder Herzinfarkt gehören in den Industrienationen zu den häufigsten Krankheiten. Nach wie vor sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland. Hypertonie ist eine problematische Erkrankung, da frühzeitige Warnsignale fehlen und diese Erkrankung somit oft erst bei einer Routineuntersuchung zufällig festgestellt wird. Sie bereitet keine Schmerzen und häufig treten keine Beschwerden auf. Deshalb bleibt Bluthochdruck oftmals über lange Zeit unerkannt und kann so zu schweren Schädigungen führen. Diese Patienteninformation möchte informieren, Ratschläge geben und dazu beitragen, die Aufmerksamkeit auf diese "stille Gefahr" zu lenken.


Bluthochdruck - was bedeutet das eigentlich?

Herz, Gefäße und Blut bilden zusammen das Herz-Kreislauf-System. Das Herz pumpt das Blut durch die Gefäße zu den verschiedenen Organen und Geweben. Diese werden dadurch mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und die Stoffwechselprodukte werden entfernt.
Das Herz hat demnach die Aufgabe, das ihm aus den Venen zufließende Blut in das arterielle System zu pumpen. Venen sind Blutgefäße mit zum Herzen führender Strömungsrichtung des Blutes. Die Blutgefäße mit einer vom Herzen wegleitenden Strömungsrichtung nennt man Arterien. Zur Überwindung des Strömungswiderstands ist ein entsprechender Druck notwendig, den das Herz durch rhythmische Erschlaffung und Kontraktion aufbringen muss. Die Erschlaffungsphase wird als Diastole, die Kontraktionsphase als Systole bezeichnet.
Unter Blutdruck versteht man im Allgemeinen also den Druck, der während der Herztätigkeit in den Arterien herrscht.
Während des Zusammenziehens des Herzmuskels steigt der Druck in den Arterien an. Der Blutdruck, der in dieser Phase gemessen wird, ist der systolische Blutdruck und wird als erster (oberer) Wert angegeben.
Während der Entspannungszeit werden die Herzkammern wieder mit Blut gefüllt. Das Herz erschlafft und pumpt kein Blut mehr in die Arterien. Der Wert, der in dieser Phase gemessen wird, ist der diastolische Blutdruck und wird als zweiter (unterer) Wert angegeben.
Dies verdeutlicht, warum bei der Blutdruckmessung immer zwei Werte angegeben werden, z. B. 120 zu 80. Die Einheit ist mmHg, gesprochen "Millimeter Quecksilbersäule".

Jede Blutdruckmessung ist eine Momentaufnahme. Der Blutdruck unterliegt tageszeitlichen Schwankungen, auch psychische oder körperlicher Belastungen, äußere Reize (z. B. Schmerz) und Nahrungsaufnahme beeinflussen den Blutdruck. Die höchsten Blutdruckwerte treten tagsüber während körperlicher oder psychischer Belastungen auf. Nur regelmäßig wiederholte und korrekt durchgeführte Messungen ergeben eine klare Aussage. Aus diesem Grund wird Ihr Arzt mehrere Messungen an verschiedenen Tagen zu verschiedenen Tageszeiten oder auch eine 24-Stunden-Messung durchführen.
Ein einmal erhöhter Blutdruck bedeutet also noch nicht, dass Sie krank sind. Erst bei häufig erhöhten Werten muss eine Behandlung erfolgen.


Wer ist betroffen? – Wie kann Bluthochdruck erkannt werden?

Jeder von uns kann Bluthochdruck bekommen. Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche können betroffen sein.
Bluthochdruck kann bei Frauen auch als Begleiterscheinung in der Schwangerschaft auftreten. Der Arzt kontrolliert den Blutdruck der Schwangeren in regelmäßigen Abständen und behandelt ggf. eine Hypertonie vorsichtig, um weder Kind noch Mutter zu beeinträchtigen.
 
Besonders häufig erkranken folgende Personengruppen:

  • Erwachsene mittleren und höheren Alters
  • Personen mit Übergewicht
  • Diabetiker
  • Personen, die an Nierenerkrankungen leiden
  • Personen, die häufig und viel Alkohol trinken.

Auch wenn dies für Sie nicht zutrifft und keine Beschwerden vorliegen, sollte jeder Erwachsene seinen Blutdruck mindestens 1-mal im Jahr beim Arzt oder in der Apotheke messen lassen!
Dies ist der einzig sichere Weg, einen hohen Blutdruck frühzeitig zu erkennen und langfristige Folgen einer unbehandelten Hypertonie vorzubeugen. Liegt dabei ein Verdacht vor, sind wiederholte Messungen durchzuführen.
Falls Familienmitglieder an Bluthochdruck leiden, sollten sich bereits Jugendliche einem regelmäßigen Check unterziehen, da eine erbliche Veranlagung einen erheblichen Risikofaktor darstellt.


Warum kommt es zu Bluthochdruck? – Risikofaktoren und Ursachen

Eine Vielzahl von Einflüssen kann die Entstehung von Bluthochdruck fördern. Neben Faktoren, die nicht beeinflussbar sind (wie z. B. erbliche Veranlagung, Geschlecht oder Alter), gehören dazu vor allem Rauchen, Übergewicht, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, hoher Alkoholkonsum und übermäßiger Stress. Umwelteinflüsse wie z. B. ständige Lärmbelästigung können ebenfalls an der Entwicklung einer essentiellen Hypertonie beteiligt sein.

In nur wenigen Fällen kann jedoch die genaue Ursache für erhöhten Blutdruck ermittelt werden. In der Mehrzahl aller Fälle ist keine organische Ursache als Auslöser zu finden. Bei vielen Menschen besteht eine erbliche Veranlagung, zusätzlich bestehen möglicherweise weitere Risikofaktoren. Eine Hypertonie ohne nachweisbare Ursache nennt man essentiell oder primär.
Gibt es dagegen eine bekannte Ursache für den Bluthochdruck, wie z. B. Nierenerkrankungen, Herzerkrankungen oder Störungen im Hormonhaushalt, spricht man von einer sekundären oder symptomatischen Hypertonie.


Wann spricht man von Bluthochdruck?

Ob man hohen oder normalen Blutdruck hat, kann man nur auf Grund von Messungen feststellen.
Ärzte und Apotheken bieten das Messen des Blutdrucks an. Aber auch das Messen zu Hause mit einem Blutdruckmessgerät ist möglich. Die ermittelten Werte – der obere (systolische) und der untere (diastolische) Wert – zeigen bei wiederholten Messungen an, ob Ihr Blutdruck normal ist. Damit zufällige momentane Einflüsse berücksichtigt werden können, sollte mehrfach an verschiedenen Tagen gemessen werden.
Nach den Empfehlungen der Weltgesundheits-Organisation unterscheidet man verschiedene Schweregrade des Bluthochdrucks:

Klassifikation Systolisch
(mmHg)
Diastolisch
(mmHg)

Optimal

Normal

"noch normal"

<120

<130

130-139

<80

<85

85-89

 Milde Hypertonie
(Schweregrad 1)
140-159   90-99
 Mittelschwere Hypertonie
(Schweregrad 2)
 160-179  100-109
 Schwere Hypertonie
(Schweregrad 3)
 >180  >110

Blutdruckwerte unter 120 mmHg systolisch und 80 mmHg diastolisch bei einem Erwachsenen gelten als optimal. Wenn bei mehreren Messungen über verschiedene Tage zu unterschiedlichen Zeiten dauerhaft hohe Werte von über 140 mmHg systolisch und 90 mmHg diastolisch erreicht werden, spricht man von Hypertonie.
Mit zunehmendem Alter steigen die Blutdruckwerte meist an. Etwa jeder zweite Erwachsene über 60 Jahren leidet unter Bluthochdruck. Dieser muss vom Arzt behandelt werden, da die Normalisierung des Blutdrucks besonders auch für ältere Patienten wichtig ist.


Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Während die sekundäre Hypertonie teilweise durch Behandlung der Primärerkrankung kausal (d. h. ursächlich) beeinflusst werden kann, ist die sehr viel häufigere essentielle Hypertonie nur der symptomatischen (d. h. allein auf die Blutdrucksenkung ausgerichteten) Therapie zugänglich.

Nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
Zur Senkung des hohen Blutdrucks gibt es eine Reihe von nichtmedikamentösen Möglichkeiten. Durch diese Maßnahmen werden zusätzlich auch ganz allgemein die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gemindert.

  • Normalisierung des Körpergewichtes
  • Einschränkung des Alkoholkonsums
  • Verzicht auf das Rauchen
  • Bewegung und Sport
  • Einschränkung von Stressfaktoren
  • Ernährungsumstellung: Ernähren Sie sich möglichst fettarm. Sie sollten grundsätzlich vitamin- und ballaststoffreiche Speisen bevorzugen und auf den Kaloriengehalt der Nahrungsmittel und Getränke achten.


Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Wenn Ihr Blutdruck durch diese Maßnahmen nicht auf Normalwerte gesenkt werden kann, muss unter ärztlicher Aufsicht eine medikamentöse Behandlung erfolgen.
Für eine medikamentöse Therapie stehen heute eine Vielzahl von (rezeptpflichtigen!) Substanzen zur Verfügung. Die am häufigsten eingesetzten Arzneimittel sind sogenannte Betablocker, Diuretika, Calciumkanalblocker, ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Antagonisten.

Ihre Ärztin/Ihr Arzt entscheidet individuell, welches Arzneimittel für Sie persönlich geeignet ist und mit welcher Substanz Sie behandelt werden. Regelmäßige Blutdruckkontrollen zeigen dann, ob sich der gewünschte Therapieerfolg einstellt.
Manchmal sind auch Änderungen notwendig, z. B. eine Dosiserhöhung oder ein Wechsel des Präparates. Gelingt bei der Anwendung üblicher Dosen eines Monotherapeutikums (auch bei Wechsel des Präparates) keine befriedigende Einstellung des Blutdrucks, so wird in der Regel eine Kombination mehrerer Arzneimittel eingesetzt. Durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient kann das bestmögliche Therapieschema gefunden werden.

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Brustkrebs

Patienteninformation zum Thema Brustkrebs

Neben Darmkrebs zählt bei Frauen Brustkrebs zu den am häufigsten diagnostizierten Krebsformen in Deutschland.

Diese Patienteninformation soll Betroffene und ihre Angehörigen ermutigen, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen und ihnen helfen, zusammen mit ihrem behandelnden Arzt, als mündige Patientinnen die für sie optimale Behandlung auszuwählen.
Außerdem soll diese Patientenbroschüre auch Nicht-Betroffene informieren, die gerne mehr über die Erkrankung „Brustkrebs" wissen möchten.
Des Weiteren finden Sie am Ende dieser Broschüre nützliche Adressen von Informationszentren und Selbsthilfegruppen, mit denen Sie Kontakt aufnehmen und ausführlicheres Material beziehen können.

Auch Männer können an Brustkrebs erkranken, allerdings ist die Erkrankung sehr selten!

Der Aufbau der weiblichen Brust
Die weibliche Brust (lateinisch: mamma) mit der Brustdrüse besteht aus ca. 15 Einzeldrüsen, Bindegewebezügen, einem individuell verschieden großen Anteil an Fettgewebe, den versorgenden Nerven und Gefäßen, der Haut, der Brustwarze und dem Warzenvorhof. Unter der Brust befinden sich jeweils der große und der kleine Brustmuskel, die die Rippen bedecken.

Jede Brust ist in 15-20 Abschnitte unterteilt, die sog. Lappen, welche wiederum viele kleine Drüsenläppchen mit Gruppen winziger Drüsen enthalten. Diese Drüsen können Milch produzieren, die dann aus den Läppchen durch die sog. Milchgänge fließen. An jeder Brustwarze enden etwa 15 dieser Milchgänge, aus denen gelegentlich Flüssigkeit auch außerhalb der Stillzeit austreten kann. Umgekehrt können Bakterien über die Brustwarze in die Milchgänge eindringen und eine Brustdrüsenentzündung (Mastitis) hervorrufen. Das Risiko, an einer Brustdrüsenentzündung zu erkranken, ist besonders in der Stillzeit hoch.

Neben den Blutgefäßen wird die Brust außerdem von Lymphbahnen durchzogen, in denen eine klare Flüssigkeit, die Lymphe, fließt. Die Lymphgefäße führen zu den Lymphknoten, die sich in der Nähe der Brust, in den Achselhöhlen und über dem Schlüsselbein befinden.
Über die Lymphgefäße können Bakterien oder bösartige Zellen bei einer Tumorerkrankung in andere Organe des Körpers verschleppt werden. Die Lymphknoten wirken dabei als Filter, indem sie die Bakterien oder Zellen abfangen. Im normalen Zustand sind die Lymphknoten weich und kaum tastbar. Im Rahmen von Infektionen oder Krebserkrankungen können sie anschwellen und tastbar werden.
Wenn die Schwellung länger anhält, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um ernsthafte Ursachen auszuschließen.

Wie entsteht Brustkrebs?
Im Körpergewebe, das aus unzähligen einzelnen Zellen besteht, werden in dem Maße, wie sie vom Körper benötigt werden, fortlaufend neue Zellen gebildet. Alte Zellen sterben ab und werden durch diese neu gebildeten Zellen ersetzt. Durch Veränderungen von Körperzellen kann es zu einer Fehlsteuerung des Wachstums kommen. Diese Zellen eines Organs oder Gewebes teilen sich unkontrolliert, sie vermehren sich ungebremst und sind der Wachstumskontrolle des Körpers entzogen. Zusätzlich sterben alte Zellen nicht ab. Das kann dazu führen, dass die neu gebildeten Zellen eine Gewebemasse bilden, die als Geschwulst oder Tumor bezeichnet werden.

Ein Tumor kann sowohl gutartig (benigne) als auch bösartig (maligne) sein.

Gutartige Tumore werden meist durch die Neubildung von Binde- und Drüsengewebe (Fibroadenom), seltener durch die Neubildung von Fettgewebe (Lipom) verursacht. Sie sind nur sehr selten lebensbedrohlich, können meist entfernt werden und wachsen nur selten wieder nach. Außerdem streuen Zellen von gutartigen Tumoren in der Regel nicht in benachbarte Gewebe oder andere Körperbereiche aus.

Bösartige Tumore werden auch als Krebs bezeichnet. Bei allen Krebsarten haben sich gesunde Zellen verändert. Für diese „Entartung" von Zellen – also die Umwandlung von gesunden Zellen in Krebszellen – sind viele Faktoren verantwortlich. Bösartige Tumore sind in der Regel schwerwiegender als gutartige Tumore und können auch lebensbedrohlich sein. Auch bösartige Tumore können häufig entfernt werden, jedoch besteht die Möglichkeit, dass sie nachwachsen.

Zellen von bösartigen Tumoren können in andere Gewebe einwachsen, dieses zerstören und über die Blutbahn oder die Lymphgefäße in andere Körperregionen verschleppt werden und sich dort weitervermehren. So entstehen die so genannten Metastasen (Tochtergeschwülste).

Bösartige Tumoren der Brust (Mammakarzinome) entstehen meist in den Milchgängen der Brust, seltener in den Drüsenläppchen. Dementsprechend teilt man Brustkrebs ein in Milchgangkarzinome (duktale Karzinome) und Läppchenkarzinome (lobuläre Karzinome).

Am häufigsten ist das äußere, obere Brustviertel von Krebs betroffen, da hier der größte Teil der Brustdrüsen lokalisiert ist.

Neben der Lokalisation teilt man die Erkrankung Brustkrebs in verschiedene Stadien ein, dem so genannten TNM-Schema. Dabei bedeutet T die Tumorgröße, N steht für Noduli (Lymphknoten) und M für Metastasen.

zum Beispiel:
T1: Tumor mit einem Durchmesser bis zu 2 cm
T2: Tumor mit einem Durchmesser bis zu 5 cm
T3: Tumor mit einem Durchmesser über 5 cm
T4: Tumor mit Ausdehnung auf Brustwand oder Haut, unabhängig von der Größe

N0: keine Lymphknoten befallen
N1: Lymphknoten befallen
M0: keine Fernmetastasen nachweisbar
M1: Fernmetastasen nachweisbar

Wer ist besonders gefährdet, an Brustkrebs zu erkranken?
Genaue Ursachen für eine Krebserkrankung gibt es nach heutigen Erkenntnissen nicht. Deshalb ist bei über 90 % der betroffenen Brustkrebspatientinnen die Ursache unbekannt.

Den wichtigsten Risikofaktor stellt das Alter dar, da mit zunehmendem Alter Fehler in der Zellteilung wahrscheinlicher werden. Dies gilt besonders für Frauen über 60 Jahren.

Ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs ist die familiäre Vorbelastung, d.h. wenn Verwandte 1. Grades, also Mutter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt sind oder waren. Das Risiko für solche Menschen, selbst an Krebs zu erkranken, ist gegenüber anderen auf ca. das Doppelte erhöht. Brustkrebsfälle bei weiter entfernten Verwandten (z. B. Großmutter oder Tante) bedeuten nach derzeitigem Kenntnisstand kein erhöhtes Risiko.

Andere mögliche Risikofaktoren, die das Auftreten von Brustkrebserkrankungen begünstigen können, sind u. a.

  • Auftreten von Brustkrebs an einer Brust (erhöhtes Risiko von Brustkrebs auch an der anderen Brust)
  • Auftreten von untypisch proliferierender Mastoopathie (gutartige Vermehrung von Milchgängen, Drüsenläppchen und Bindegewebe in der Brust)
  • längere Einnahme von Estrogenen und/oder Gestagenen (weibliche Sexualhormone) z. B. zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden (Hormontherapie)
  • krankhaftes Übergewicht (Body-Mass-Index >30) vor allem nach der Menopause
  • frühes Auftreten der ersten Regelblutung (vor dem 11. Lebensjahr), später Eintritt der Wechseljahre (nach dem 50. Lebensjahr)
  • ionisierende Strahlen, sowie
  • Tabak- und/oder Alkoholgenuss.

Da weibliche Sexualhormone (Estrogene und Gestagene) das Tumorwachstum begünstigen können, sind viele Frauen verunsichert, ob die Einnahme von Hormonpräparaten das Brustkrebsrisiko erhöht.
Durch die Einnahme der empfängnisverhütenden „Pille" besteht nach derzeitigem Kenntnisstand kein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.
Dagegen erhöht die längere Einnahme (> 5 Jahre) von Hormonpräparaten (Estrogene allein oder mit Gestagenen) z.B. zur Linderung der Wechseljahrsbeschwerden das Risiko. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Hormone als Tablette eingenommen oder als Pflaster oder Gel angewandt werden. Daher wird heute empfohlen, eine Hormontherapie nur durchzuführen, wenn die Wechseljahrsbeschwerden sehr stark sind. Grundsätzlich sollte dann so niedrig wie möglich dosiert werden und nur so kurz wie möglich behandelt werden.

Wie stellt man Brustkrebs fest?
Insbesondere im Frühstadium verläuft Brustkrebs im Allgemeinen symptomlos – verursacht also weder Beschwerden noch Schmerzen.
Rund 80 % aller Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, haben den Knoten selbst durch Abtasten der eigenen Brust bemerkt.

Beim Verdacht auf das Vorliegen eines Brustkrebses wird der Arzt eingehende Untersuchungen vornehmen bzw. zu einem geeigneten Facharzt überweisen. Neben der Erhebung der Krankengeschichte (Sind Verwandte ersten Grades an Brustkrebs oder Eierstockskrebs erkrankt? - In welchem Alter? - Traten zu einem früheren Zeitpunkt bereits Zysten oder andere gutartige Tumore an der Brust auf? usw.) und dem Abtasten beider Brüste und der Achselhöhlen (klinische Untersuchung) wird je nach Alter eine Röntgenuntersuchung (Mammographie) der Brust durchgeführt bzw. bei jüngeren Frauen zuerst eine Ultraschalluntersuchung.

Frauen ab 40 sollten regelmäßig (alle 1-2 Jahre) eine Mammographie machen lassen. Mit Hilfe dieser Mammographie lassen sich z.B. Mikroverkalkungen (Gruppen winziger Kalziumeinlagerungen), die Größe von Tumoren und die Abgrenzung von gutartigen Veränderungen einigermaßen sicher feststellen, auch schon bevor etwaige Knoten ertastet werden können. Derzeit ist dies die einzige Methode mit der frühzeitig verdächtige Mikroverkalkungen erkannt werden können. Trotzdem kann es zu falsch-positiven (verdächtiges Mammogramm, obwohl es sich nicht um Krebs handelt) oder falsch-negativen Befunden (bereits vorhandene Tumore werden nicht erkannt) kommen. Deshalb sollte die Mammographie immer von einem sehr erfahrenen Facharzt mit einem modernen Gerät durchgeführt werden. Die Strahlenbelastung ist bei der Mammographie mit modernen Geräten sehr gering, etwa mit der Strahlenbelastung bei einem Ferienflug zu vergleichen.

Die Ultraschalluntersuchung gehört bei auffälligen Brustbefunden immer dazu, um bei unklaren Befunden eine Diagnose zu sichern. Ein erfahrener Arzt kann bei einer Ultraschalluntersuchung Knoten in der Brust ab 0,01 cm Größe erkennen. Bei jungen Frauen mit dichter Brust kann sie auch als alleiniges Bild gebendes Verfahren eingesetzt werden. Wird der Brust-Ultraschall zusätzlich zur Mammographie verwendet, verbessert sich die Aufdeckungsrate um ca. 30%.

Zeigt sich bei einer Mammographie oder Ultraschalluntersuchung Verdächtiges, so muss eventuell zusätzlich noch eine Biopsie (mit Hilfe einer Nadel wird eine Flüssigkeits- oder Gewebeprobe entnommen) durchgeführt werden. Eine Biopsie ist der einzige Weg eine Krebserkrankung sicher festzustellen. Die mikroskopische Untersuchung des entnommenen Gewebes liefert ggf. wichtige Hinweise auf den Tumortyp und die Aggressivität des Tumors (Grading). Enthält die Probe keine Krebszellen, werden ggf. weitere Proben entnommen und bei fortbestehendem Verdacht auch das verdächtige Gewebe operativ entfernt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?
Die Behandlung des Brustkrebses hängt ab von der Tumorgröße, einer eventuellen Metastasierung und dem Alter der Frau. Die wichtigsten Säulen der Behandlung sind

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • medikamentöse Therapie (ergänzende Chemotherapie und Hormon- oder Immunotherapie)

Zusätzlich können Frauen in allen Krankheitsstadien eine Therapie gegen Schmerzen oder andere Symptome erhalten, wie z.B. zur Linderung von Nebenwirkungen oder eventueller emotionaler Probleme.

Operation
Steht die Diagnose Brustkrebs fest, ist die erste Wahl einer Therapie die Operation, eventuell mit vorangegangener Chemotherapie zur Verkleinerung des Tumors.
Soweit möglich wird eine brusterhaltende Operation durchgeführt.
Unabhängig davon, ob eine brusterhaltende oder eine totale Brustoperation durchgeführt wird, werden dabei ebenfalls einige Lymphknoten der Achselhöhle entnommen, um das Stadium der Erkrankung zu bestimmen. Da die klassische Ausräumung der Achselhöhle mit erheblichen Begleiterscheinungen wie Bewegungseinschränkung, Schwellungen durch Lymphstau und Gefühlsstörungen verbunden sein kann, wird derzeit im Rahmen von Studien die Sentinel-Node-Biopsie untersucht, bei der u. U. nur sogenannte „Wächterlymphknoten" entfernt werden, wenn in diesen keine Metastasen aufgetreten sind. Diese Methode ist inzwischen, auch außerhalb von Studien, quasi zum Standard geworden, wenn die Klinik über entsprechende Erfahrung verfügt.
Die Untersuchung des operativ gewonnenen Tumors und der Lymphknoten liefert Auskunft über möglicherweise gebildete Metastasen.
Jede Tumorprobe wird außerdem daraufhin untersucht, ob sie Rezeptoren (Angriffstellen) für das weibliche Sexualhormon Estrogen enthält (bei ca. 60 - 80 %). Dies ist wichtig im Hinblick auf eine medikamentöse Behandlung. Bei Tumoren mit Estrogen-Rezeptoren ist eine Behandlung mit einem Antiestrogen, d. h. mit einem Wirkstoff, der die Bindung von Estrogen an die Rezeptoren verhindert und damit das Tumorwachstum hemmen kann, Erfolg versprechend.
Daneben wird die Tumorprobe auf das Vorhandensein bestimmter Angriffstellen für Wachstumsfaktoren untersucht (HER2,bei etwa 25 - 30 %). Bei Vorhandensein kann eine Behandlung mit einem speziellen Antikörper (s. Immunotherapie) erwogen werden.

Bei Verdacht auf Bildung von Metastasen werden ggf. weitere Untersuchungen durchgeführt, um auszuschließen, dass andere Organe (Lunge, Leber, Knochen u. a.) bereits vom Tumorwachstum betroffen sind.

Nach operativer Entfernung der Lymphknoten kann es zur Stauung von Lymphflüssigkeit kommen und damit zur Schwellung, zum schmerzhaften und unangenehmen Lymphödem. Behandelt wird dies durch eine spezielle Massagetechnik, der Lymphdrainage, bei der Lymphe in die Gefäße und ins Blut zurückgedrückt wird. Erleichterung bringt auch das Hochlagern des Armes und das Tragen eines Armstrumpfes. Gegebenenfalls können krankengymnastische Übungen sinnvoll sein, um anfängliche Beweglichkeitseinschränkungen des Schultergelenkes zu überwinden. Um Lymphstau vorzubeugen, sollten extreme Kälte und extreme Wärme (Sonne, Sauna) vermieden werden, beim Sonnen sollte der Arm zumindest anfangs abgedeckt werden.

Strahlentherapie
Bei einer Strahlentherapie wird energiereiche Strahlung dazu eingesetzt, Krebszellen abzutöten. In der Regel wird nach brusterhaltenden Operationen auf Grund des höheren Rückfallrisikos immer eine Strahlenbehandlung durchgeführt, bei totalen Brustoperationen nur dann, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen. Bei manchen Frauen wird auch schon vor einer Operation eine Strahlentherapie durchgeführt, um den Tumor zum schrumpfen zu bringen und Krebszellen zu zerstören.
Durch moderne Techniken bei der Bestrahlung und individuellen Behandlungsplänen ist die Bestrahlung heute deutlich effektiver und verträglicher als früher.

Man unterscheidet zwei Arten der Strahlentherapie:
Bei der sog. externen Bestrahlung dient ein Gerät als Strahlenquelle. Die Bestrahlung wird im Krankenhaus oder der Ambulanz durchgeführt. In der Regel 5 Tage die Woche über 5-7 Wochen etwa 2 Minuten pro Tag. Schlappheitsgefühl und Müdigkeit gegen Behandlungsende bessern sich im Allgemeinen nach wenigen Wochen. Da die Haut im bestrahlten Bereich empfindlich wird, sollte während der Bestrahlung auf Deo und Parfum verzichtet, die Haut mit Babypflegeprodukten (Öl, Puder) gepflegt und eng anliegende Kleidung sowie Kunstfasern gemieden werden.
Bei der sog. internen Bestrahlung werden als Strahlenquelle dünne Plastikröhrchen, die radioaktives Material enthalten, direkt in die Brust eingebracht. Für diese Implantatbestrahlung ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich. Die Implantate verbleiben mehrere Tage in der Brust und werden vor der Entlassung wieder entfernt.


Medikamentöse Therapie
Eine medikamentöse Therapie wird unter bestimmten Umständen zusätzlich zur Operation und Strahlentherapie durchgeführt. Ob eine Chemotherapie, Hormonoder Immunotherapie durchgeführt wird, hängt in erster Linie davon ab, ob sich Tochtergeschwülste, also Metastasen in den Lymphknoten gebildet haben (Lymphknotenstatus) sowie von weiteren Risikofaktoren wie u. a. Tumorgröße, Tumortyp, Aggressivität des Tumor.
Unter Abschätzung des individuellen Risikos der Frau stehen dem Arzt verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

Chemotherapie
Chemotherapeutika sind Arzneimittel, die Zellen zerstören, die sich rasch teilen, wie z. B. Tumorzellen. Sie werden eingesetzt zur Behandlung oder Vorbeugung von Metastasen. Meist werden dabei verschiedene Arzneimittel kombiniert, die in Form von Tabletten, als Injektion oder auch als Infusion (intravenös) verabreicht werden.
Leider schädigen Chemotherapeutika außer Krebszellen auch andere Zellen, die sich schnell teilen, wie Blutzellen, Haarwurzelzellen und Zellen des Magen- Darm-Traktes, was zu unerwünschten Wirkungen wie erhöhter Infektanfälligkeit, erhöhtem Blutungsrisiko, Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen führen kann. Die Ausprägung der unerwünschten Wirkungen ist je nach Substanz und Dosis unterschiedlich stark und mit Medikamenten meist gut beherrschbar.

Hormontherapie
Estrogen ist ein weibliches Sexualhormon und wird bei der Frau in den Eierstöcken (nach den Wechseljahren in kleineren Mengen), in der Nebennierenrinde und im Fettgewebe produziert. Estrogen kann das Wachstum von Brustkrebs fördern, insbesondere, wenn viele „Andockstellen" (Rezeptoren) für Estrogen im Tumorgewebe vorhanden sind. Körpereigenes – aber auch künstlich zugeführtes Estrogen (z. B. im Rahmen der Hormontherapie zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden) erhöht daher das Erkrankungsrisiko für Brustkrebs.
Bei den meisten Frauen (60 - 80 %) weist der operativ entfernte Tumor Rezeptorstellen für Estrogene auf. Durch „Andocken" von Estrogen an diesen Rezeptorstellen wird das Tumorwachstum gefördert.

Bei der Hormontherapie kann durch die Reduktion von Estrogen im Körper das Risiko einer Wiederkehr der Tumorerkrankung verringert werden. Im Allgemeinen wird die Hormonbehandlung gut vertragen, es können jedoch Beschwerden – ähnlich denen in den Wechseljahren – auftreten.

Mittel der ersten Wahl in der Hormontherapie sind bislang sog. Antiestrogene (z. B. Tamoxifen). Der Wirkstoff bindet an die Angriffstellen für Estrogen am Tumorgewebe und verhindert damit das Andocken von Estrogen. Ein weiterer Wirkstofftyp sind die sog. Aromatasehemmer. Diese verhindern, dass der Körper ein bestimmtes Estrogen (Estradiol) produziert. Eine weitere Therapiemöglichkeit bietet die Gruppe der Gonadotropin-Hormon-Analoga, sog. zentrale Freisetzungshormone. Sie versetzen die Patientinnen vorübergehend in einen Zustand ohne weibliche Hormone, wie bei Frauen nach den Wechseljahren.

Beim metastasierenden Mammakarzinom (d. h. Bildung von Tochtergeschwüren z.B. in der Leber, im Gehirn oder in den Knochen) werden meist Chemotherapie, Hormontherapie und Strahlentherapie kombiniert eingesetzt.
 

Immunotherapie
Um den Krebs zu bekämpfen wird bei der Immunotherapie das körpereigene Immunsystem genutzt. Die hier verabreichten Wirkstoffe sind sog. monoklonale Antikörper, wie z. B. Trastuzumab. Es kann das Wachstum bestimmter Krebszellen (solche, die zu große Mengen eines bestimmten Proteins [HER2] enthalten oder produzieren) verlangsamen oder stoppen, vor allem auch das von Metastasen. Trastuzumab wird über die Vene injiziert und kann alleine oder in Kombination mit einer Chemotherapie verabreicht werden.

Welche Früherkennungsmaßnahmen kann man treffen?
Aufgrund der deutlich günstigeren Heilungschancen bei frühzeitigem Erkennen des Brustkrebses kommt der Früherkennung eine wichtige Bedeutung zu.
Entscheidend für die Früherkennung ist die regelmäßige, sorgfältige Selbstuntersuchung durch die Frau. Dazu sollte jede Brust gründlich abgetastet werden. Am günstigsten ist der Zeitpunkt nach der Regelblutung, da dann der Hormoneinfluss am geringsten ist.

Eine ärztliche Untersuchung ist immer ratsam,wenn

  • Verhärtungen oder Knoten tastbar sind
  • kleine Brustverletzungen nicht spontan abheilen
  • Einziehungen in die Haut oder an der Brustwarze bemerkt werden
  • Hautveränderungen der Brustwarze oder des Warzenvorhofes bemerkt werden
  • die Lymphknoten angeschwollen sind
  • farbige, insbesondere blutige Absonderungen aus der Brustdrüse austreten.

Wahrscheinlich ist die Ursache der genannten Symptome harmlos. Da rechtzeitiges Erkennen des Brustkrebses die Erfolgschancen der Behandlung deutlich verbessert, sollten Sie dennoch einen Arzt aufsuchen, wenn Sie diese Anzeichen bei sich bemerken, um ernsthafte Ursachen sicher auszuschließen.

Ab dem 30. Lebensjahr wird eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung durch den Frauenarzt (Abtasten der Brust und der Achselhöhlen, Abstrichuntersuchung des Gebärmutterhalses ab dem 20. Lebensjahr) empfohlen und von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Ob eine alle zwei Jahre durchgeführte Mammographie bei Frauen zwischen dem 50. und dem 70. Lebensjahr eine geeignete Früherkennungsmaßnahme darstellt, wird von Fachleuten sehr unterschiedlich beurteilt und wird nach einigen Modellversuchen in Deutschland jetzt schrittweise flächendeckend eingeführt. Bei Verdacht auf Veränderungen in der Brust ist der Nutzen der Mammographie jedoch unbestritten. Frauen, bei denen in der Familie gehäuft Brust- oder Eierstockkrebs vorkommen oder bei denen eine untypisch proliferierende Mastopathie (gutartige Vermehrung des Bindegewebes in der Brust) aufgetreten ist, sollten eventuell schon früher eine Mammographie durchführen lassen.

Was können Sie selbst tun – Vorsorge und Nachsorge
Brustkrebs kann sich schon innerhalb eines Jahres zu einem tastbaren Knoten entwickeln.

Die wichtigsten Früherkennungsmaßnahmen sind die regelmäßige, gründliche Selbstuntersuchung der Brust durch Abtasten, die ärztliche Kontrolle bei Veränderungen an der Brust sowie das Einhalten der empfohlenen Kontrolluntersuchungen.

Daneben ist es ratsam, sich möglichst umfassend zu informieren – sei es durch Informationsmaterial, welches Sie unter anderem bei Krankenkassen, dem Krebsinformationsdienst oder im Internet finden (eine Adressenauswahl finden Sie am Ende dieser Patienteninformation) – sei es durch persönliche Beratung bei Ihrem Arzt oder in entsprechenden Beratungszentren.

Sprechen Sie alle Fragen bei Ihrem Arzt an. Manchmal ist es hilfreich, sich vorher eine Liste anzufertigen, alle Fragen darauf zu notieren und beim Arztbesuch mitzunehmen. Wenn bei Ihnen Brustkrebs festgestellt wurde und Sie Zweifel an der geplanten Behandlung haben, zögern Sie nicht, eine zweite Meinung einzuholen.

Die Einnahme von Estrogenpräparaten zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden sollte nur nach ausführlicher Beratung durch den Arzt und sorgfältiger Nutzen- Risiko-Abwägung erfolgen.
Die allgemeine Vorsorge sollte Gewichtsreduktion bei Übergewicht, eine abwechslungsreiche, ausgewogene und fettarme Ernährung sowie die Abstinenz von Alkohol oder Tabak beinhalten.

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Cholesterin

Cholesterin

Was ist Cholesterin und welche Aufgabe hat es im Körper?
Cholesterin gehört zu den Nahrungsfetten und ist eine Grundsubstanz des menschlichen Körpers. Es wird sowohl über die Nahrung aufgenommen als auch vom Körper selbst in der Leber gebildet.
Cholesterin ist für den Organismus von großer Bedeutung: Es ist zusammen mit den Triglyceriden (Fetten) ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen und stellt eine Vorstufe von Hormonen, wie den Geschlechtshormonen Androgen und Östrogen sowie den Hormonen der Nebennierenrinde Cortison und Aldosteron, dar. Cholesterin spielt zusammen mit den Fetten eine entscheidende Rolle im Energiehaushalt des Körpers. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung ist der Körper in der Lage, mit Hilfe von Cholesterin als Ausgangsstoff Vitamin D, das zum Knochenaufbau benötigt wird, herzustellen. Des Weiteren werden in der Leber aus Cholesterin Gallensäuren gebildet, die über die Galle in den Darm abgegeben werden und dort eine wichtige Aufgabe bei der Verdauung von Fettsäuren erfüllen.

Cholesterin, LDL und HDL - Wie ist der Zusammenhang?
Wird von Cholesterin gesprochen, so meint man im Allgemeinen das Gesamt-Cholesterin.
Da Cholesterin wegen seines fettähnlichen Aufbaus schlecht wasserlöslich ist, wird es für den Transport durch den Körper an Eiweiße gebunden. Diese Verbindungen werden Lipoproteine genannt, da sie aus Fett ("Lipo") und Eiweiß ("Proteine") bestehen. Die Transport-Cholesterine werden entsprechend dem Aufbau und dem Eiweißanteil LDL- bzw. HDL-Cholesterin genannt.

Der LDL-Cholesterintransporter mit leichtem Lipoprotein und hohem Cholesterinanteil ist der "Lümmel" also das "böse" Cholesterin. Die Aufgabe des LDL ist der Transport von Cholesterin zu den Organen und Geweben. Liegen höhere Konzentrationen an LDL vor als normalerweise benötigt, können sich die Lipoprotein-Moleküle an den Wänden der Blutgefäße ablagern und dadurch eine zunehmende Verstopfung der Gefäße, die sog. Atherosklerose (Arterienverkalkung) verursachen. Der Wert für die Konzentration des LDL im Blut sollte daher möglichst gering sein.

Der HDL-Cholesterintransporter mit schwererem Lipoprotein und niedrigem Cholesterinanteil stellt das "gute" Cholesterin dar, da es das in den Organen nicht benötigte Cholesterin in die Leber abtransportiert, wo es letztlich abgebaut wird. Der Blutwert an HDL im Blut sollte daher möglichst hoch sein, im Vergleich zum LDL-Anteil.

Welche Auswirkungen kann ein erhöhter Cholesterinspiegel haben?
Ein erhöhter Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie) verursacht unmittelbar keine Beschwerden. Die atheriosklerotischen Ablagerungen an den Gefäßwänden können jedoch zu ernst zunehmenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Durch die Ablagerungen (Plaques) werden die Gefäßdurchmesser geringer, die Innenwand rauh und brüchig und somit der Blutfluss erschwert. Eine Verengung der Herzkranzgefäße kann zu einer koronaren Herzkrankheit (KHK) führen. Diese kann eine schmerzhafte Brustenge (Angina pectoris) oder schlimmstenfalls einen Herzinfarkt bewirken. Sind die Beinarterien betroffen kann es zu Durchblutungsstörungen mit Schmerzen beim Gehen (Schaufensterkrankheit) kommen. Bei einer Verengung der Arterien im Gehirn können Symptome wie Schwindel, Ohnmacht, Vergesslichkeit bis hin zum Schlaganfall auftreten.

Bestimmung des Cholesterinspiegels
Zur Bestimmung der Cholesterinwerte ist eine Blutabnahme notwendig. Um die Werte durch eine kürzlich vorangegangene Mahlzeit nicht zu verfälschen, sollte vor der Blutabnahme 12 bis 14 Stunden nichts gegessen und 24 Stunden vorher keine schwere körperliche Arbeit verrichtet werden. Die Angaben erfolgen in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) bzw. in Millimol pro Liter (mmol/l). Entsprechend den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es folgende Richtwerte für den Cholesterinspiegel (Gesamtmenge an Cholesterin im Blut):

Idealwert weniger als 200 mg/dl
leicht erhöhter Cholesterinspiegel bis 240 mg/dl (5,2 mmol/l)
mäßig erhöhter Cholesterinspiegel bis 300 mg/dl (6,4 mmol/l)
stark erhöhter Cholesterinspiegel über 300 mg/dl (7,9 mmol/l)

Wichtig: Es gibt alters-, geschlechts- und krankheitsbedingte Abweichungen der einzelnen Werte von den angegebenen Normwerten. Beispielsweise steigt der Cholesterinspiegel mit zunehmendem Alter an. Bei Frauen ist die Konzentration an HDL höher als bei Männern, ebenso in der Schwangerschaft. Des Weiteren sind die gemessenen Einzelkonzentrationen von LDL und HDL von Bedeutung. Bestehende Risikofaktoren wie z. B. Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht müssen zudem berücksichtigt werden.
Bitte sprechen Sie bezüglich Ihrer individuellen Blutfettwerte und der zulässigen Grenzen mit dem behandelnden Arzt.

Maßnahmen bei erhöhtem Cholesterinspiegel:
Zunächst ist eine cholesterinarme Ernährung wichtig. Vermeiden Sie tierische Fette und bevorzugen Sie pflanzliche Öle.
Reduzieren Sie Übergewicht.
Regelmäßige Bewegung und sportliche Aktivitäten: Am besten viel Bewegung an der frischen Luft.
Mäßiger Alkoholgenuss
Nicht Rauchen!
Raucher mittleren Alters haben ein 2,2-mal (bei Frauen) bzw. 1,4-mal (bei Männern) höheres Herzinfarktrisiko. Rauchen gilt dabei als einer der wichtigsten Auslösefaktoren.

Wenn sich trotz konsequenter Ernährungsumstellung und sportlicher Betätigung die Cholesterinwerte, vor allem das "böse" LDL, nicht normalisieren, kann Ihnen Ihr Arzt zur Unterstützung cholesterinsenkende Medikamente, sog. Lipidsenker verschreiben. Das Ziel einer cholesterinbewussten Lebensweise muss aber weiterhin verfolgt werden.

1 A Pharma bietet auch Arzneimittel zur Senkung erhöhter Cholesterinspiegel an. Wenden Sie sich dazu bitte an Ihren Arzt, da diese Präparate verschreibungspflichtig sind.

Darmträgheit/ Verstopfung

Ratgeber bei Darmträgheit/ Verstopfung

Die Darmträgheit oder Verstopfung (med.: Obstipation) gehört zu den Zivilisationskrankheiten und tritt besonders häufig in den westlichen Industrieländern auf. In Deutschland leiden ca. 30-60% der Bevölkerung an Obstipation, wobei Frauen etwa doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Trotzdem ist Darmträgheit für viele ein Tabuthema.

Was ist Verstopfung?
Unter einer Verstopfung versteht man die verzögerte Entleerung von trockenem und hartem Stuhl. Dabei spricht man erst dann von Verstopfung, wenn der Stuhlgang auf weniger als dreimal pro Woche reduziert ist. Begleiterscheinungen einer Verstopfung sind das Gefühl unvollständiger Entleerung, Blähungen sowie Völle- und Druckgefühl im Bauchraum, die Notwendigkeit des Pressens oder Schmerzen beim Stuhlgang.
Eine Verstopfung kann akut oder chronisch auftreten. Eine akut auftretende Verstopfung kann viele verschiedene Ursachen haben (z.B. bei Bettlägerigkeit nach Operationen, Beschwerden im Afterbereich [z.B. Hämorrhoiden], hormonellen Veränderungen, Medikamenteneinnahme oder Reisen). Eine Verstopfung kann auch nach einer Ernährungsumstellung auf Reduktionskost oder nach Durchfall oder Fasten auftreten. Bei einer chronischen Verstopfung existiert diese über einen längeren Zeitraum.

Wie entsteht Verstopfung?
Oft liegen die Ursachen für eine Verstopfung in der Lebensführung. Ernährung mit ballaststoffarmer Kost und mangelnde Flüssigkeitszufuhr, dazu Bewegungsmangel, Stress und Hektik lassen den Darm träge werden. Verstopfung kann ebenso als unerwünschte Nebenwirkung bei vielen Arzneimitteln (z.B. Antibiotika, starke Schmerzmitteln oder Psychopharmaka) auftreten.
Auch Erkrankungen des Magen-Darmtrakts wie Reizdarm-Syndrom, Darmverschluss oder chronische Darmentzündung können zur Darmträgheit beitragen. 
Andere Grunderkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörung, Diabetes mellitus oder funktionelle und organische Störungen des Nervensystems sind eher selten die Ursache von Verstopfung.

Wie kann man Verstopfung behandeln?
Medikamentöse Behandlung
Sind die Ursachen einer Verstopfung bekannt, so lässt sich diese in der Regel leicht wieder beheben. Bei ungesunder Lebensweise und unausgewogener Ernährung empfiehlt sich eine Umstellung der Ernährung und Lebensweise, um einer erneuten Verstopfung vorzubeugen.
Mit Abführmitteln, den so genannten Laxantien, lässt sich die Verdauung wieder normalisieren. Laxantien sollten nicht wahllos oder ohne ärztliche Kontrolle über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.
Bei chronischem Abführmittelgebrauch kann eine Gewöhnung eintreten, d.h. um eine Stuhlentleerung zu erreichen, müssen ständig Laxantien eingesetzt werden.

Die Abführmittel unterscheidet man nach ihren verschiedenen Wirkweisen in Füll- und Quellmittel, hydragoge Abführmittel und osmotisch wirkende Abführmittel.
Quellstoffe, wie z.B. die Inhaltsstoffe von Leinsamen quellen unter Wasseraufnahme und üben so einen Dehnungsreiz auf die Darmwand aus. Bei Einnahme dieser Präparate ist darauf zu achten, dass genügend Flüssigkeit aufgenommen wird, da es sonst zu einer Verkleisterung des Darminhalts kommen kann und die Gefahr eines Darmverschlusses besteht.
Hydragoge Substanzen wie z.B. Natriumpicosulfat oder Bisacodyl fördern den Einstrom von Wasser durch die Darmwand in den Darm. Dies geschieht durch Erhöhung der Durchlässigkeit der so genannten Darmwand-Kittleisten. Der Darminhalt wird erweicht und kann leichter ausgeschieden werden.

Lactulose gehört zu den so genannten osmotisch wirksamen Laxantien. Das Molekül Lactulose kommt in der Natur nicht vor und besteht aus den beiden natürlichen Zuckermolekülen Fructose und Galactose. Lactulose passiert den Magen und Dünndarm unverdaut und wird im Dickdarm von Darmbakterien, den Bifidus-Bakterien, aufgespalten. An die Bruchstücke bindet Wasser und es kommt so zu einer Volumenzunahme der Verdauungsprodukte. Das vergrößerte Volumen regt die Darmwände an, und fördert den Stuhlgang.
Gleichzeitig bieten die Spaltprodukte von Lactulose den Bifidus-Bakterien ein  gutes Nährstoffangebot.
Die Vermehrung dieser Bakterien wird gefördert, die so einen Beitrag zu einer gesunden Darmflora leisten. Zusätzlich sorgt Lactulose für ein saures Milieu im Darm, welches schädliche Darmbakterien in Schach hält und den Darm vor Giftstoffen schützt. Eine gesunde Darmflora unterstützt das Immunsystem bei der Abwehr von Krankheitserregern oder Schadstoffen.

Da Lactulose unverdaut den Magen-Darm-Trakt passiert und nicht vom Körper verwertet werden kann, macht Lactulose nicht dick und ist auch für Diabetiker geeignet. Lactulose Sirup enthält herstellungsbedingt verdauliche Kohlenhydrate wie z.B. Fructose, Galaktose und Laktose, daher ist für Diabetiker zu beachten, dass 100 ml Lactulose – 1 A Pharma Sirup maximal 1,4 BE enthalten.
Im Gegensatz zu anderen Abführmitteln ist Lactulose auch für Schwangere geeignet. Aufgrund seiner guten Verträglichkeit und schonenden Wirkweise kann Lactulose auch bei Kindern eingesetzt werden. Hier wird eine Dosierung von 3 bis 6 Gramm 1-2mal täglich empfohlen.
Lactulose Sirup kann langfristig eingenommen werden und eignet sich zur Behandlung von chronischer Verstopfung. Durch die besondere Wirkungsweise wird verhindert, dass eine Gewöhnung oder Darmirritation, wie bei anderen Abführmitteln möglich, entsteht.

In den folgenden Fällen sollten Sie beim Auftreten einer Verstopfung unbedingt einen Arzt aufsuchen:

  • abwechselndes Auftreten von Verstopfung und Durchfall
  • Verstopfung, die trotz Ihrer Bemühungen weiter besteht
  • bei Blut im Stuhl
  • wenn noch andere Beschwerden (heftige Schmerzen, angeschwollener Bauch) hinzukommen


Nicht-medikamentöse Behandlung – Was können Sie selbst tun?
Da gerade falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Stress zur Verstopfung beitragen, kann durch einfache Maßnahmen die Verdauung unterstützt werden.

Allgemeine Ernährungsempfehlungen bei Verstopfung:
Ernähren Sie sich abwechslungsreich und ausgewogen. Besonders gut zur Anregung der Verdauung eignet sich faser- und ballaststoffreiche Kost.
Geben Sie Vollkornprodukten den Vorzug, denn sie sind reich an Ballaststoffen. Aber Vorsicht: Vollkorn kombiniert mit Zucker verträgt nicht jeder und häufig sind schmerzhafte Blähungen die Folge.
Verzehren Sie Nahrungsmittel in ihrer natürlichen Form, d.h. möglichst wenig be- und verarbeitet, da so die natürlichen Inhaltsstoffe, wie Ballaststoffe und Vitamine, noch erhalten sind.
Tauschen Sie fette tierische Lebensmittel (z.B. Wurst, Käse) gegen fettarme. Verwenden Sie pflanzliche Öle (Oliven- oder Sonnenblumenöl) für Salat und Gemüse.
Oma’s Hausmittel Sauerkraut, auch Sauerkrautsaft,  Feigen und Trockenpflaumen, wirken abführend.
Tipp: Weichen Sie die Pflaumen ein und essen Sie sie dann mit etwas Joghurt. Das ist besonders lecker.
Trinken Sie ausreichend. Häufig ist mangelnde Flüssigkeitszufuhr Auslöser für eine Verstopfung. Täglich 2 Liter Flüssigkeit - am besten in Form von Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetees oder Saftschorle - sollten Sie zu sich nehmen.

Warum sind Ballaststoffe so wichtig für unsere Verdauung?
Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile. Gelangen sie in den Dickdarm, saugen sie Wasser auf und quellen. Das Volumen des Speisebreis vergrößert sich und der Reiz, der auf die Darmwände ausgeübt wird, regt die Darmtätigkeit und damit die Verdauung an.
Dies führt zu einer Verkürzung der Darmpassage (= Zeit von der Ankunft des Speisebreis in den Darm bis zur Ausscheidung)  und somit zu einer verkürzten Verweildauer der Speisereste im Dickdarm.
Ballaststoffe können noch mehr als nur die Darmpassage beschleunigen. Sie übernehmen noch weitere wichtige Funktionen im Körper bzw. Stoffwechselgeschehen. Ballaststoffe binden Gifte und andere schädliche Substanzen, die mit der Nahrung in den Darm gelangen und fördern deren Ausscheidung. Sie machen schneller satt und unterstützen so die Gewichtsregulation. Ballaststoffe spielen bei der Regulierung der Blutfett- und Blutzuckerwerte eine Rolle. Sie sind Nährboden für eine Reihe positiver Darmbakterien und dadurch mitverantwortlich für eine gesunde Darmflora.


Allgemeine Tipps zur Lebensweise:
Jede Form von Bewegung regt die Darmtätigkeit an. Nehmen Sie die Treppe statt den Lift oder gehen Sie täglich eine halbe Stunde spazieren.
Bauen Sie Stress ab und erlernen Sie Entspannungstechniken.
Gönnen Sie sich mindestens zweimal am Tag eine Ruhepause, das entspannt auch den Darm.
Direkt nach dem Aufstehen ein Glas Wasser oder Obstsaft trinken, das regt die Darmtätigkeit an.
Lassen Sie sich morgens genügend Zeit zum Frühstücken. Essen Sie immer zu gleichen Zeiten und unterdrücken Sie Ihren Stuhlgang nie.
Fünf kleine Mahlzeiten werden meist besser vertragen als drei große.
Die Verdauung beginnt im Mund! Jeden Bissen gründlich kauen.

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Diabetes

Ernährungstipps bei Diabetes

Die Normalisierung des Körpergewichtes stellt ein wichtiges Ziel der Ernährungsempfehlungen dar. Durch bestehendes Übergewicht kann die Stoffwechsellage des Diabetikers erheblich verschlechtert und Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen gefördert werden. Bereits eine moderate Gewichtsabnahme verbessert die Stoffwechsellage nachweisbar, die Insulinempfindlichkeit der Zellen wird verbessert.

Fettreduzierte Ernährung: Grundsätzlich sollten Sie mit Streich-, Koch- und Bratfetten sehr sparsam umgehen.
Da viele Diabetiker an Fettstoffwechselstörungen leiden, sollte die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren deutlich reduziert werden. Pflanzliche Fette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie sie in Olivenöl, Nüssen oder Meeresfischen vorkommen sind generell zu bevorzugen.

Normale Eiweißzufuhr wie beim Gesunden.
Sollte jedoch bereits eine diabetische Nierenfunktionsstörung vorliegen, muss die Eiweißaufnahme gemäß ärztlicher Anweisung eingeschränkt werden.

Ballaststoffe lassen den Blutzucker langsamer ansteigen als einfache Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index. Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index ähneln dem Zucker in ihrer Wirkung und lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen. Dazu gehören u.a. Haushaltszucker, Weißbrot oder Honig. Lebensmittel mit niedrigem glykämischem Index, wie Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Salate, enthalten viele Ballaststoffe. Ihr Verzehr lässt den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen. Versuchen Sie deshalb möglichst viel Salat, Gemüse und Vollkornprodukte zu essen. Als Faustregel hat sich „Fünf am Tag" eingebürgert, d.h. Sie sollten pro Tag fünf Portionen Obst oder Gemüse essen.

Häufige Mahlzeiten in kürzeren Abständen: Durch die gleichmäßige Verteilung mehrerer kleiner Mahlzeiten (z. B. 6 am Tag) in regelmäßigen Abständen soll der Blutzuckerspiegel so konstant wie möglich gehalten werden. Regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrollen können helfen, die am besten geeigneten Zeitpunkte für die Mahlzeiten und die optimale Lebensmittelauswahl zu finden.

Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme: Etwa 2 bis 3 Liter (kalorienfreie) Flüssigkeit sind allgemein anzuraten. Ein generelles Alkoholverbot bei Diabetes besteht nicht, ein Glas Wein oder Bier sind durchaus erlaubt.
Sie sollten jedoch nicht regelmäßig Alkohol trinken, da dies zusätzlich zu Störungen des Fettstoffwechsels führen kann. Die Folgen können Bluthochdruck und Übergewicht sein. Da es insbesondere auch zu Wechselwirkungen mit Ihren Diabetes-Medikamenten kommen kann, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie Alkohol trinken dürfen.

Verzichten Sie auf das Rauchen.

Regelmäßige Bewegung trainiert das Herz, die Gefäße und die Muskulatur und hebt das allgemeine Wohlbefinden. Arbeitende Muskeln verbrauchen mehr Zucker, Ihre Stoffwechsellage verbessert sich und gleichzeitig hilft Ihnen die Bewegung beim Abnehmen.
Aber Vorsicht: Nur eine richtig dosierte, regelmäßige körperliche Bewegung bringt den gewünschten Effekt. Geeignet sind Ausdauersportarten z. B. Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Mehrmals in der Woche sollte dabei eine Pulsfrequenz von 180 minus Lebensalter erreicht werden. Sind Sie nicht trainiert, so erreichen Sie diese Pulsfrequenz schon bei schnellem Gehen. Waren Sie bisher überhaupt nicht oder in der von Ihnen jetzt bevorzugten Sportart nicht sportlich aktiv, so sprechen Sie sinnvollerweise vorher mit Ihrem Arzt.
Vielleicht haben Sie Freunde mit sportlichen Interessen, die auch die Ihren sein könnten? Gut so, probieren Sie es, denn schließlich soll es Ihnen Spaß machen, nur dann bleiben Sie dabei.

Die Diabetesbehandlung ist so individuell wie der Patient. Im Einzelfall muss immer der Arzt entscheiden, wie die individuelle Therapie, Ernährung und Lebensweise des Diabetikers zu gestalten sind.
Diabetiker, die mit Hilfe ihrer Medikamente, der richtigen Ernährung und angemessener sportlicher Aktivitäten einen gut eingestellten Blutzuckerspiegel erreichen, haben einen wirksamen Schutz vor gesundheitlichen Spätfolgen.

Nützliche Adressen*

Deutscher Diabetiker Bund e. V.
Bundesgeschäftsstelle
Goethestr. 27
34119 Kassel
Tel.: 0 5 61/703 477 0
Fax: 0 5 61/703 477 1
info@diabetikerbund.de
www.diabetikerbund.de/


Initiative diabetes-world
Kaiserstraße 41
55116 Mainz
Postfach 2524, 55015 Mainz
Telefon: 0 611 / 944 60 - 73
Telefax: 0 61 31 / 960 70 – 90
info@diabetes-world.net
www.diabetes-world.net/

*Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit

Durchblutung

Ginkgo biloba

Ein verehrungswürdiger Baum aus der erdgeschichtlichen Frühzeit – ein bewährtes Heilmittel.

Ginkgo biloba – der außergewöhnliche "Ur-Baum"
Uralt, exotisch und heilkräftig: Das „Besondere" zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Ginkgo- Baumes. Ginkgo biloba gehört zu den ältesten Baumarten aus der frühen erdgeschichtlichen Epoche. Die Entwicklung der Ginkgo-Bäume begann bereits vor 250 bis 300 Millionen Jahren und zeigte in der Kreidezeit, als auch die Dinosaurier auf der Erde lebten, ihre größte Formenvielfalt.

Heute gilt Ginkgo biloba, der sich seit dem Tertiär wohl nicht mehr verändert hat, als der einzige noch existierende Vertreter der Ginkgoales. Er wird daher als „lebendes Fossil" bezeichnet. Auch die Botaniker sehen den Ginkgo-Baum als eine Besonderheit, da er weder in die Gruppe der Laub- noch in die der Nadelhölzer einzuordnen ist. Des Weiteren ist für den Ginkgo-Baum seine Zweihäusigkeit charakteristisch; es gibt männliche und weibliche Bäume. Ginkgo biloba bildet daher eine eigene Familie der zweihäusigen Fächerblattbäume.

In Asien wird der Ginkgo-Baum wegen seiner Langlebigkeit und Robustheit als verehrungswürdiger, heiliger Baum angesehen. Da der Ginkgo nachweislich so gut wie keine Schädlinge hat und in nahezu jedem Klima und in jedem Boden gut gedeiht, kann er unter günstigen Bedingungen tatsächlich ein sehr hohes Alter erreichen. In Asien sind Bäume bekannt, die ein Alter von 1.000 Jahren erreicht haben sollen, weshalb der Ginkgo schon seit langem als kraftspendend und lebensverlängernd verehrt wird.

Ginkgo biloba – „bewährtes Heilmittel"
Die Ginkgo-Blätter werden in Asien bereits seit langem als traditionelles Heilmittel gegen die verschiedensten Beschwerden eingesetzt.
In China, seit über 4000 Jahren als Heilbaum bekannt, wurden seine Heilkräfte erstmals im Jahr 2800 v. Chr. im „Handbuch der Barfußmedizin" beschrieben. Ginkgo- Blätter dienten schon im Mittelalter zur Behandlung von Asthma, Bronchitis, Erfrierungen, Gonorrhoe, Hautkrankheiten, Husten, Magenleiden, Tuberkulose und Unruhezuständen und wurden als Heiltee und Wundpflaster verwendet.
In Europa wird der Ginkgo-Extrakt als durchblutungsförderndes Arzneimittel angewendet. Bereits seit 20 Jahren wird in Deutschland der Ginkgo-Extrakt erfolgreich bei nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit eingesetzt.

Die pharmakologische Wirkung beruht vor allem auf den durchblutungsfördernden Eigenschaften des Extraktes. Durch die verbesserte Durchblutung des Gehirns wird eine Steigerung der individuellen Gedächtnisfähigkeiten und des Lernvermögens erzielt.
Die behandelten Patienten können ihre Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit länger beibehalten und kommen somit im Alltagsleben besser zurecht.

Dem Extrakt wird zudem eine verbessernde Wirkung auf die Durchblutung der Arme und Beine zugeschrieben. Weiterhin werden Arzneimittel aus Ginkgo-Blätter- Extrakt bei Schwindel, Ohrgeräuschen und Kopfschmerzen eingesetzt.

Extrakt aus Ginkgo-Blättern
Herstellung:
Der Wirkstoff wird als pflanzlicher Extrakt in einem hochtechnischen, vielstufigen Extraktionsverfahren aus den Blättern des Ginkgo biloba gewonnen und zu einem Fertigarzneimittel in bewährter pharmazeutisch hochwertiger 1 A Pharma-Qualität verarbeitet.
Auf der Grund lage eines standardisierten modernen Herstellungsverfahrens ist ein konstanter Wirkstoffgehalt in stets gleich bleibend hoher Qualität gewährleistet.

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Durchfall

Ratgeber bei akuten Durchfallerkrankungen

Was ist Durchfall und was sind die möglichen Ursachen?
Viele Menschen sprechen schon von Durchfall, wenn sich Ihre gewohnten Stuhlgewohnheiten in Richtung "häufiger und ungeformter" ändern. Normalerweise schwankt jedoch die Anzahl der Darmentleerungen zwischen dreimal am Tag und dreimal pro Woche.
Medizinisch spricht man von Durchfall (griechisch: Diarrhoe), wenn innerhalb von 1 Tag mehr als drei wässrige oder breiige Stühle auftreten.
Bei gesunden Erwachsenen erfordert ein unkomplizierter akuter Durchfall über 1 bis maximal 2 Tage in der Regel keinen Arztbesuch

Prinzipiell ist der akute Durchfall nicht als eigenes Krankheitsbild anzusehen, sondern ist eine "normale" Abwehrreaktion des Körpers auf krankmachende Stoffe, die dadurch besonders schnell wieder ausgeschieden werden sollen.
Die momentan gestörte Darmfunktion ist somit ein Krankheitszeichen (Symptom), das auf eine Befindlichkeitsstörung des Organismus hinweist. Die Ursachen für Durchfall sind vielfältig. In Frage kommen unter anderem: verdorbene oder verunreinigte Lebensmittel und Getränke, bakterielle oder virale Infekte ("Darmgrippe"), Auslands- oder Tropenaufenthalte, bestimmte Arzneimittel, Missbrauch von Abführmitteln, aber auch Stress, Nervosität und Angst, erhöhte Sensibilität auf einzelne Nahrungsmittel z. B. Milchzucker, ein vermehrter Konsum von Süßstoffen bzw. Zuckerersatzstoffen wie Mannit oder Sorbit.

Akuter Durchfall beim Erwachsenen: Was tun?
Rehydratationslösungen
Durch den Salz- und Flüssigkeitsverlust bei Durchfall fühlt man sich meist schlapp und matt. Daher ist es an erster Stelle wichtig und sinnvoll, das, was der Körper verliert, möglichst schnell zu ersetzen.
Die beste Möglichkeit, Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte) zu ersetzen, besteht in der Einnahme sogenannter "Rehydratationslösungen", die in Apotheken erhältlich sind. Hierbei ist das Hauptziel, das verlorene Wasser langsam über einen längeren Zeitraum zurückzugeben und die Konzentration der Körpersalze wieder ins Gleichgewicht zu bringen (Rehydratation). Eine Beeinflussung der Stuhlfrequenz und -konsistenz erfolgt damit aber nicht.

Die Rehydratationslösungen enthalten neben Wasser verschiedene Salze und Traubenzucker (Glucose) in einem definierten Verhältnis. Zusammensetzung ist so gewählt, dass die Lösung auch bei schwereren Durchfallerkrankungen von der Darmschleimhaut aufgenommen und ein Austrocknen des Körpers verhindert wird. Der Anteil an Glucose ist für die optimale Aufnahme von Salzen wichtig.
Um den leicht salzigen Geschmack der Elektrolytlösungen etwas abzumildern, werden den modernen Elektrolytzubereitungen Aromastoffe als Geschmacksverbesserer hinzugegeben. Manche Patienten nehmen die Lösung gekühlt zu sich.
Von der Gabe von Cola- oder Saftgetränken (auch zusammen mit Salzstangen) ist allgemein aufgrund der unangemessenen Elektrolytkonzentration und des hohen Zuckeranteils abzuraten, da dies eine schnelle Rehydratation eher verhindert. Speziell bei Cola ist der Coffeingehalt zu beachten; dasselbe gilt für Kaffee. Milch und Milchprodukte können den Durchfall ebenfalls verstärken. Ebenso ist Alkohol zu meiden.

Rezeptfrei in der Apotheke erhältliche Arzneimittel mit dem Wirkstoff Loperamid
Für eine symptomatische Therapie des akuten Durchfalls sind in der Apotheke rezeptfreie Arzneimittel mit dem Wirkstoff Loperamid erhältlich.
Durch die Einnahme dieser Medikamente ist es möglich, den Darm kurzfristig ruhig zu stellen. Die apothekenpflichtigen Arzneimittel dürfen kurzzeitig und nur von Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren eingenommen werden, sofern keine ursächliche Therapie zur Verfügung steht. Die empfohlene Dosierung ist einzuhalten und darf nicht überschritten werden. Eine über 2 Tage hinausgehende Behandlung darf nur unter ärztlicher Verordnung und Verlaufsbeobachtung erfolgen. Bei fieberhaften und/oder blutigen Durchfällen muss die Anwendung unterbleiben und umgehend ein Arzt konsultiert werden.
Loperamid bewirkt eine Reduktion der Stuhlhäufigkeit und Verfestigung der Stuhlbeschaffenheit, indem sowohl die gesteigerten Darmbewegungen als auch die erhöhte Flüssigkeitsabgabe in den Darm gehemmt werden. Auf diese Weise kann beispielsweise eine Auto- oder Busfahrt überstanden werden, ohne andauernd auf die Toilette gehen zu müssen.

Bitte bei der Einnahme Angaben und Hinweise in der Packungsbeilage beachten!
 
In folgenden Fällen sollten Sie beim Auftreten von Durchfällen unbedingt einen Arzt aufsuchen:

  • Durchfall mit blutig-schleimigen Stühlen
  • Fieber über 38,5° C
  • Krankheitsdauer über 48 Stunden
  • mehr als 6 ungeformte Stühle pro Tag
  • anhaltendes Erbrechen
  • starke Flüssigkeitsverluste, mehr als 5% des Körpergewichts
  • mangelndes Vermögen, Flüssigkeit aufzunehmen
  • Verwirrtheitszustand
  • starke Bauchschmerzen oder Krämpfe
  • Säuglinge, Kleinkinder und Kinder unter 12 Jahren
  • Schwangere und Stillende
  • Patienten über 65 Jahre
  • Durchfall als Begleiterkrankung anderer schwerer Erkrankungen
  • bereits bestehende Magen-Darm-Erkrankungen
  • Verdacht auf eine Arzneimittelnebenwirkung (z. B. bei Antibiotika-Einnahme)
  • Verdacht auf eine Infektion des Magen-Darm-Traktes
  • Verdacht auf eine Tropenerkrankung (Auslandsaufenthalt)
  • bei Immunschwäche (z. B. nach Chemotherapie)
  • wenn Sie im Gastgewerbe oder Lebensmittelhandel arbeiten.

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Epilepsie

Epilepsie

Die Epilepsie (aus dem griech.: epilambanein = packen, jemand heftig ergreifen) ist die häufigste chronische Krankheit des zentralen Nervensystems. Etwa fünf Prozent aller Menschen haben im Laufe ihres Lebens einen epileptischen Anfall (Quelle: WHO). Eine aktive Epilepsie hingegen entwickeln ca. 0,6 %, dies entspricht in Deutschland ungefähr 500.000 Menschen. Bei ungefähr 80 Prozent der Epilepsiepatienten lässt sich die Krankheit mit Medikamenten und chirurgischen Verfahren kontrollieren. Dennoch stellt die Epilepsie für die Betroffenen und ihre Angehörigen oft eine große Belastung dar. Diese Patienteninformation möchte informieren, Ratschläge geben und dazu beitragen, diese Krankheit besser zu verstehen.

Was ist Epilepsie und wodurch wird sie ausgelöst?
Epilepsie ist weder eine ansteckende Krankheit, noch wird sie durch Geisteskrankheit oder eine geistige Behinderung verursacht. Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. Das sonst so genau abgestimmte Nervensystem ist gestört – Gruppen von Nervenzellen geben unkoordiniert in schneller Folge Signale an die Muskeln ab, ohne damit eine sinnvolle, dem Willen unterliegende Bewegung zu bewirken. Das Ergebnis sind Muskelkrämpfe, die der Betroffene nicht steuern kann und die zu ungezielten, schnellen Bewegungen führen.
Dabei muss zwischen einem epileptischen Anfall und der Epilepsie an sich unterschieden werden. Von Epilepsie spricht man, wenn bei einem Patienten zwei oder mehr Anfälle auftreten, während es sich bei einem epileptischen Anfall um ein einzelnes Geschehen handelt.

Es sind mehr als 30 verschieden Formen von Anfällen beschrieben worden. Man unterscheidet zwischen zwei Hauptgruppen, den generalisierten und den fokalen (partiellen) Anfällen.
Partielle Anfälle treten nur in einem Teil des Gehirns auf. Ungefähr 60 Prozent der Epilepsiepatienten leiden an partiellen Anfällen. Diese Anfälle werden häufig nach ihrem Entstehungsherd im Gehirn genannt. Bei einem einfachen partiellen Anfall bleibt das Bewusstsein erhalten und es können ungewöhnliche Gefühle oder Missempfindungen vielfältiger Art auftreten, wie plötzliche und unerklärliche Gefühle von Freude, Ärger, Traurigkeit oder Übelkeit.
Generalisierte Anfälle sind Folge einer veränderten Neuronentätigkeit in vielen Teilen des Gehirns. Diese Anfälle können zu Bewusstlosigkeit, Stürzen oder massiven Muskelkrämpfen führen. Beispiele für generalisierte Anfälle sind Absencen, also Bewusstseinstrübungen mit Gedächtnisverlust („petit mal"), tonische (Verspannungen der Muskeln, meist an Rücken, Armen und Beinen), klonische (wiederholte Zuckungen an beiden Seiten des Körpers) und tonisch-klonische (gemischte Symptome) Anfälle. Ein „grand mal" beschreibt einen tonisch-klonischen Anfall mit Versteifung des Körpers und wiederholten Zuckungen der Arme und/oder Beine sowie Bewusstlosigkeit.

Eine Epilepsie kann viele Ursachen haben. Jede Störung der normalen Neuronentätigkeit – von Krankheiten über Hirnschädigung bis zu Fehlentwicklung des Gehirns – kann zu Anfällen führen. Bei ungefähr der Hälfte aller Anfälle ist die Ursache unbekannt. In anderen Fällen sind die Anfälle dagegen eindeutig auf eine Infektion, eine Verletzung oder eine bekannte Störung zurückzuführen. Einige Epilepsieformen lassen sich auf die Veränderung eines bestimmten Gens zurückführen. Allerdings scheinen genetische Veränderungen bei vielen Formen von Epilepsie lediglich die individuelle Anfallbereitschaft zu steigern und die Anfälle werden dann zumeist von einem Umweltfaktor ausgelöst. Epilepsie kann auch Folge einer Gehirnschädigung sein, wie z.B. bei Hirntumoren, Alkoholismus, der Alzheimer-Krankheit, Schlaganfälle, Herzattacken, Hirnhautentzündung und anderen Infektionskrankheiten.

Wie wird Epilepsie festgestellt?
In manchen Fällen können Symptome wie ein Anfall aussehen, die aber nicht epileptisch sind und durch andere Erkrankungen verursacht werden. Zur Unterscheidung sind genaue Beobachtung und intensive Untersuchungen notwendig. Eine wichtige Rolle bei der Diagnose spielt die Anamnese (Krankengeschichte), bei der idealerweise eine Bezugsperson des Patienten mit einbezogen wird, da sich der Anfallskranke oft nicht erinnern kann, was während eines Anfalls passiert ist.
Die häufigste Untersuchung zur Diagnose der Epilepsie ist das Elektroenzephalogramm (EEG). Mit Hilfe eines EEGs werden Hirnstromkurven aufgezeichnet, die durch auf die Kopfhaut platzierte Elektroden erfasst werden. Bei Epilepsiepatienten ist die normale Hirnaktivität häufig verändert und kann im EEG nachgewiesen werden, jedoch können auch bei gesunden Menschen ungewöhnliche Gehirnwellen auftreten und das EEG eines Epilepsiekranken kann unauffällig sein. Zusätzlich können Videoaufzeichnungen zur Beurteilung von Anfällen bei einem Patienten gemacht werden.
Mit der Magnetresonanztomographie (MRT), bei der Schnittbilder des menschlichen Gehirns angefertigt werden und so auch kleinste strukturelle Veränderungen erfasst werden können, kann in den meisten Fällen geklärt werden, ob z.B. Narben, Tumore oder Entwicklungsstörungen der Hirnrinde die Ursache der epileptischen Anfälle sind.

Wie kann Epilepsie behandelt werden?
Bei mehr als einem Anfall pro Jahr besteht in der Regel eine Behandlungsindikation. Die Epilepsie wird von Ärzten aus verschiedenen Fachrichtungen behandelt: von Neurologen, Kinderärzten, Kinderneurologen, Internisten und Hausärzten, sowie von Neurochirugen und Epileptologen. Eine spezielle oder intensive Betreuung ist in großen Kliniken und neurologischen Ambulanzen oder bei niedergelassenen Neurologen möglich.

Medikamente
Die Behandlung der Epilepsie erfolgt in der Regel zunächst immer mit rezeptpflichtigen Medikamenten, den so genannten Antiepileptika. Heute sind über 20 verschiedene Antiepileptika auf dem Markt, die alle unterschiedliche Vorteile und Nebenwirkungen haben. Das Ziel der medikamentösen Epilepsiebehandlung besteht in der Erreichung von Anfallsfreiheit bei fehlenden Nebenwirkungen. Welches Medikament in welcher Dosierung verordnet wird, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, so von der Art der Anfälle, der Lebensweise und dem Lebensalter der Betroffenen, der Anfallshäufigkeit und bei Frauen davon, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie schwanger werden. Ca. 60 – 70 % der Patienten können mit Medikamenten erfolgreich behandelt werden, sodass die Betroffenen ein aktives und weitgehend unbeeinträchtigtes Leben führen können. Werden Anfälle durch eine Monotherapie (Behandlung mit einem Medikament) nicht wirksam kontrolliert, kann eine Kombinationstherapie mit mehr als einem Antiepileptikum angebracht sein. Epilepsiemedikamente können möglicherweise Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Daher sollten Epilepsiepatienten ihrem behandelnden Arzt, so z.B. auch dem Zahnarzt, mitteilen, welche Medikamente sie nehmen. In diesem Fall kann ein Behandlungskalender, in den alle Medikamente notiert werden, hilfreich sein. Frauen müssen außerdem beachten, dass einige Antiepileptika die Wirksamkeit oraler Empfängnisverhütungsmittel (Pille) beeinträchtigen können und sollten darüber mit ihrem Arzt sprechen.
In vielen Fällen können die Medikamente nach mehrjähriger Anfallsfreiheit wieder abgesetzt werden. Das Absetzen der Medikation darf nur auf ärztlichen Rat hin und unter ärztlicher Überwachung erfolgen. Das Absetzen der Medikation ohne ärztlichen Rat ist einer der Hauptgründe, warum bei Menschen, die anfallsfrei waren, erneut Anfälle auftreten. Anfälle, die nach plötzlichem Absetzen der Medikamente auftreten, können sehr schwer sein und zu einem Status epilepticus (andauernder epileptischer Zustand oder Wiederholung von Anfällen) führen.

Chirurgische Eingriffe 
Wenn sich Anfälle nicht ausreichend mit Medikamenten kontrollieren lassen, wird unter Umständen ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen. Ob jemand von einer Operation profitiert, hängt von der Art der Anfälle ab und auch davon welche Hirnregion betroffen ist. Es gibt drei Hauptgruppen von Epilepsie, die erfolgreich chirurgisch behandelt werden können. Dazu gehören partielle Anfälle, Anfälle, die als partielle Anfälle beginnen, bevor sie sich auf das übrige Gehirn ausbreiten und die einseitige multifokale (von mehreren Herden ausgehend) Epilepsie mit Halbseitenlähmung im Kindesalter (z.B. Rasmussen-Enzephalitis). Vor der Operation muss der Herd im Gehirn, von dem die Ausfälle ausgehen, genau bestimmt werden. Nur wenn der Herd identifiziert und mit anderen Untersuchungen sichergestellt ist, dass es zu keinen Beeinträchtigungen von Hirnfunktionen kommt, kann der Entstehungsherd in einer Operation entfernt werden.

Vagusstimulator
Bei Patienten, die mit Medikamenten nicht gut einstellbar sind, kann ein Vagusstimulator verwendet werden. Dies ist ein batteriebetriebenes Gerät, das ähnlich wie ein Herzschrittmacher unter die Brusthaut implantiert und an den zum Gehirn laufenden Vagusnerv im unteren Halsbereich angeschlossen wird. Im Durchschnitt werden die Anfälle durch diese Stimulation um ungefähr 20 bis 40 Prozent reduziert. Die Patienten können trotz des Stimulators nicht auf Epilepsiemedikamente verzichten, aber sie haben oft weniger Anfälle und können ihre Medikamentendosis reduzieren.

Alternative Behandlungsmethoden
Wichtig bei einer erfolgreichen Behandlung ist jedoch auch immer, die eigene Lebenssituation mit einzubeziehen und zu reflektieren. Das eigene Verhalten kann eventuell den Krankheitsverlauf positiv oder negativ beeinflussen. So können anfallsauslösende Faktoren, wie z.B. Schlafentzug oder starker Alkoholgenuss, vermieden werden.

Das Verfahren der Selbstkontrolle ist eine sehr alte, von vielen Epilepsiekranken angewandte und erprobte Methode der Selbstbehandlung und kann begleitend zu einer Medikamententherapie eingesetzt werden. Das Ziel der Selbstkontrolle besteht darin, alle körperlichen und psychischen Bedingungen zu erfassen und zu berücksichtigen, die mit der Entstehung von Anfällen zusammenhängen. Gelingt es, ein gemeinsames Muster für den Beginn von Anfällen zu erkennen, bildet dieses den Ausgangspunkt für einen Behandlungsversuch mittels Selbstkontrolle. Dabei bewährt sich als Gegenmaßnahme häufig, das Gegenteil der anfallsauslösenden Faktoren zu tun oder daran zu denken (z.B. bewusstes Drehen des Kopfes nach rechts bei Kopfdrehung nach links im Anfall oder Entspannung bei Angst im Anfall). Die Selbstkontrolle eignet sich hauptsächlich bei fokalen Anfällen oder bei mit einer Aura beginnenden fokalen Anfällen, deren Ablauf oder zumindest der Beginn von den Betroffenen bewusst erlebt wird.

Biofeedback heißt biologische Rückmeldung oder „Bio-Rückkopplung". Viele der körperlichen Abläufe wie etwa das Atmen oder der Herzschlag laufen zwar dauernd, aber unbewusst ab, ohne dass man Einzelheiten weiß oder ohne weiteres wahrnehmen kann. Biofeedback ist eine technische Methode zur Wahrnehmung und Kontrolle üblicherweise unbewusst ablaufender Körperfunktionen mit elektronischen Hilfsmitteln. Dabei wird z.B. mit einer Rückmeldung von EEG-Signalen durch Töne oder durch die Darstellung der Bewegung eines Pfeils auf einem Bildschirm versucht, das EEG in der Weise zu verändern, von der man annimmt, dass sie gegen epileptische Anfälle wirksam ist.
Insgesamt steht der Nachweis der Wirksamkeit von Biofeedback bei Epilepsien noch aus, und zudem gelingt nur etwa jedem zweiten Betroffenen das Erlernen dieser Methode.


Epilepsie im Alltag

Ernährung
Studien weisen darauf hin, dass Kinder in manchen Fällen weniger Anfälle haben, wenn sie eine strenge fettreiche und kohlenhydratarme Diät einhalten. Diese ungewöhnliche Diät, die als ketogene Diät bezeichnet wird, führt dazu, dass der Körper Fett anstatt Kohlenhydrate abbaut. Die ketogene Diät ist nicht leicht einzuhalten, da nur eine ungewöhnliche und begrenzte Anzahl an Nahrungsmitteln erlaubt ist. Eine solche Diät sollte unter Anleitung eines Ernährungsberaters durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass es nicht zu schädigenden Nebenwirkungen, verursacht z.B. durch einen schweren Nährstoffmangel, kommt.

Sport/Freizeit/Auto
Viele Sportarten sind für Epilepsiepatienten unbedenklich. Die richtige Auswahl der Sportart und ihre den Möglichkeiten des Patienten angepasste Ausübung trägt nicht nur zur Hebung des psychischen und körperlichen Befindens bei, sie wirkt sich in aller Regel auch günstig auf den Verlauf der Krankheit aus. In den meisten Fällen wird durch körperliche Anstrengung und gesteigerte Atemtätigkeit kein Anfall ausgelöst. Patienten mit erwiesenen anstrengungs-induzierten Anfällen kennen diese Symptomatik und müssen sich weniger aktive Sportarten aussuchen. Vorsicht ist geboten bei fotosensibler Epilepsie, z.B. bei rhythmischen Lichtreflexen am Wasser. Der Aufenthalt am und im Wasser erfordert immer erhöhte Wachsamkeit (z.B. beim Schwimmen, Segeln). Durch geeignete Vorsichtsmaßnahmen können Risiken klein gehalten werden, z.B. durch kontinuierliche Hilfestellung, Überwachung und Beaufsichtigung, Benutzung von Matten, Tragen von Schutzhelm oder Schwimmweste.
Bei vielen Epilepsiekranken ist die Unabhängigkeit durch das Anfallsrisiko eingeschränkt. Wer als Anfallskranker in Deutschland Auto fahren will, muss nach den Richtlinien des Bundesministeriums mindestens ein Jahr anfallsfrei sein.

Schwangerschaft
Es gibt nur wenige Gründe, warum eine Epilepsiepatientin auf Kinder verzichten sollte. Etwa 1% aller Schwangeren hat Epilepsie. Die Mehrzahl dieser Schwangerschaften verläuft komplikationslos und es werden gesunde Kinder geboren. Dennoch sollte eine Schwangerschaft sorgfältig geplant und vorbeugende Maßnahmen getroffen werden, um eventuelle Risiken zu verringern. Bei Kindern von Eltern mit Epilepsie beträgt das Risiko selbst an Epilepsie zu erkranken nur etwa 5%, außer wenn ein Elternteil eine eindeutig erbliche Form von Epilepsie hat. Eltern, die wissen möchten, ob ihre Epilepsie erblich sein könnte, sollten das Risiko von einer genetischen Beratungsstelle abklären lassen. Der Schwangerschaftsverlauf unterscheidet sich in den meisten Fällen nicht von demjenigen nicht erkrankter Frauen. Nur bei ca. 10 % der Patientinnen kommt es zu einer deutlichen Verschlimmerung der Anfallssituation, bei immerhin 5 % ist während der Schwangerschaft sogar mit einer Verbesserung der Anfallshäufigkeit und –intensität zu rechnen. Da manche Antiepileptika das Risiko für Geburtsdefekte wie Gaumenspalte, Herzfehler oder Defekte an Fingern und Zehen erhöhen, wird unter Umständen zu einer Umstellung auf andere Medikamente geraten. Eine Umstellung sollte rechtzeitig vor einer Schwangerschaft erfolgen, damit eine Aufdosierung der neuen Medikamente und eine Kontrolle der Blutspiegel möglich sind. Aufgrund von Schwankungen des Medikamentenspiegels im Blut durch hormonelle Umstellung oder Veränderungen im Stoffwechsel während der Schwangerschaft kann eine Dosisanpassung des Antiepileptikums notwendig sein.
Das Risiko für Fehlbildungen des Neugeborenen liegt bei Kindern epilepsiekranker Eltern nur geringfügig höher als in der allgemeinen Bevölkerung. Die Gefahr einer Schädigung des Ungeborenen durch unkontrollierte Anfälle während der Schwangerschaft ist größer als das Missbildungsrisiko nach der Einnahme von Antiepileptika. Vor einer geplanten  und während einer Schwangerschaft empfiehlt sich die Einnahme von Vitaminen, insbesondere von Folsäure. Nach der 34. Schwangerschaftswoche beugt die Einnahme von Vitamin-K-Präparate durch Antiepileptika hervorgerufene Blutgerinnungsstörungen beim Neugeborenen vor. Epilepsiemedikamente müssen kein Grund sein, auf das Stillen zu verzichten. Sie treten nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über. Diese sind in der Regel nicht hoch genug, um das Baby zu schädigen, und viel geringer als die Mengen, denen das Kind im Mutterleib ausgesetzt war.


Erste Hilfe bei Anfällen!
Bewahren Sie Ruhe!
Bei einem großen Anfall (grand mal) geht es vor allem darum akute Verletzungen durch das heftige Schlagen zu verhindern, d.h. scharfkantige Gegenstände entfernen, Brille abnehmen, Zigarette aus der Hand nehmen. Legen Sie etwas unter den Kopf, damit dieser nicht auf den Boden schlägt. Dabei reicht oft die eigene Hand vollkommen aus.
Versuchen Sie nicht, den Kiefer zu öffnen oder gewaltsam Gegenstände zwischen die Zähne zu schieben.
Lockern Sie beengende Kleidungsstücke vor allem am Hals und drehen Sie die Person nach dem Anfall in die stabile Seitenlage, um ein Verschlucken zu verhindern. Oft kommt es in der Erholungsphase zu vorübergehender Verwirrtheit, bleiben Sie daher so lange bei dem Erkrankten bis er vollständig orientiert ist.
Das mit sich Führen eines Notfallausweises ermöglicht anderen Menschen, die helfen möchten, einen schnellen Überblick über Ihre Krankheitssituation. Der internationale Epilepsie Notfallausweis kann z.B. direkt im Internet bestellt werden (weitere Informationen unter www.epilepsie-online.de).
 

Wann sollte ein Arzt gerufen werden?

  • wenn Sie unsicher sind im Umgang mit Menschen, die einen Anfall haben
  • wenn es sich um den ersten epileptischen Anfall handelt
  • wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert
  • wenn unmittelbar weiter Anfälle folgen
  • wenn Sie Verletzungen oder Knochenbrüche nicht ausschließen können

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Erkältung

Unsere Tipps zum Thema Erkältung

Infektionen der Atemwege, im Volksmund auch „Erkältung" genannt, zählen zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen. Im Durchschnitt leidet jeder Erwachsene drei- bis viermal jährlich, jedes Kind vier- bis achtmal jährlich an grippalen Infekten.
Eine Erkältung oder grippaler Infekt ist eine meist virusbedingte, akute Infektion der oberen Atemwege. Die Symptome sind jedem gut bekannt: Husten, Schnupfen, Heiserkeit – mitunter auch Fieber.
Die Übertragung der Krankheitserreger erfolgt in der Regel über eine Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder engen Kontakt mit erkrankten Personen. Zur Ansteckung kommt es, wenn die Erreger anschließend auf die Schleimhäute meist des oberen Atemtrakts gelangen und sich dort vermehren. Nun hat das körpereigene Immunsystem alle Hände voll zu tun, die Eindringlinge abzuwehren. Gelingt dies nicht, vermehren sich die zumeist viralen Angreifer. Auf diese Weise geschwächt, hat die „Körperpolizei" nur noch geringes Potential, so dass auch Bakterien mit Leichtigkeit in den Körper eindringen und sich vermehren können. Man spricht in diesem Fall von einer bakteriellen Zweitinfektion.

Typisches Zeichen dieser Folgeinfektion ist eitriger, meist gelblich-grünlicher Schleim – sowohl aus der Nase wie auch aus den Bronchien.

Viren und Bakterien – wie unterscheiden sie sich?
Viren (virus = „Gift, Saft, Schleim") sind Schmarotzer, die sich nicht selbst vermehren können, da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen. Sie bestehen aus Erbmaterial, das von einer Eiweißhülle umgeben ist. Daher suchen sie sich gesunde Körperzellen, in die sie ihr Erbgut einbringen.
Die so infizierte Körperzelle nimmt die Viruseigenschaften an, sorgt für dessen Vermehrung und Krankheiten wie Schnupfen, Husten, Herpes oder auch Aids nehmen Ihren Lauf.

Bakterien (baktērion = „Stäbchen") bestehen im Gegensatz zu Viren aus einer Zelle. Sie sind einzellige Mikroorganismen und können sich selbständig durch Teilung vermehren. Es gibt sie im ganzen menschlichen Körper und sie haben durchaus wichtige Funktionen; z. B. die Darmbakterien, die der Körper zur Verdauung benötigt. Auch unsere Haut und Schleimhäute sind mit Bakterien besiedelt, die dort eine Schutzfunktion übernehmen und nicht krank machend (= apothogen) wirken.
Ist das Immunsystem des Menschen jedoch geschwächt, können krank machende (= pathogene) Bakterien in den Organismus eindringen und eine Entzündung hervorrufen.

Eine Erkältung – egal ob sie durch Viren oder Bakterien verursacht ist – hat viele Gesichter. Erste Vorboten sind Frösteln, Abgeschlagenheit, Kopf und Gliederschmerzen – man fühlt sich einfach schlapp. Die verschiedenen Ausprägungen werden wir nachfolgend näher betrachten.

Erkältungskrankheiten haben viele Gesichter
Anfangs ist es nur ein Kitzeln in der Nase gefolgt von verstärktem Niesreiz, der sich rasch zu einem Schnupfen (= akute Rhinitis) entwickelt. Die Nasenschleimhäute sind entzündet und es bildet sich ein wässriges bis gelblich- schleimiges Sekret (= Ausscheidung körpereigener Substanzen). Durch das Anschwellen der Nasenschleimhäute ist die Nasenatmung erschwert und das Riech- und Schmeckvermögen behindert. Auch die Stimme klingt nasal und gedämpft. Durch die folgende Ausbreitung dieser Entzündung können weitere Bereiche des HNO- (Hals-Nasen-Ohren-) Bereiches betroffen sein:

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
Die Bedeutung des Wortes Sinusitis stammt von sinus = „Nasennebenhöhle", -itis = „Entzündung". Die akute Vereiterung der Nasennebenhöhlen entsteht oftmals aus einem Schnupfen, wenn durch Schwellung der Schleimhäute oder anatomische Besonderheiten der Sekretabfluss aus den Nebenhöhlen behindert wird. Meist sind die Kieferhöhlen, seltener die Siebbeinzellen und Stirnhöhle betroffen. Die Nasennebenhöhlen sind Hohlräume in den Gesichtsknochen, die auf beiden Seiten der Nase liegen und in die Nase münden. Die Stirnhöhle befindet sich in der Mitte direkt über der Nase oberhalb der Augenbrauen. Die Siebbeinhöhlen (auch Siebbeinlabyrinth) sind kleine Hohlräume, die etwa zwischen der Nase und dem inneren Augenwinkel liegen; die Kieferhöhlen befinden sich direkt neben der Nase im Gesichtsknochen. Wie die Nase sind sie mit einer Schleimhaut ausgekleidet.

Bei der akuten Nasennebenhöhlenentzündung entsteht ein Druckgefühl im Bereich der Wangenknochen oder über den Augen, oft begleitet von Schmerzen. Diese Symptome zeigen sich meistens einige Tage nach den ersten Anzeichen eines Schnupfens. Die Schmerzen werden beim Bücken schlimmer. Besonders stark sind sie nach dem Aufstehen. Die Betroffenen leiden fast immer unter einem starken Krankheitsgefühl. Die Atmung durch die Nase ist behindert und somit der Geruchssinn eingeschränkt. Auch der Geschmacksinn kann in Mitleidenschaft gezogen sein. Der Ausfluss ist unterschiedlich ausgeprägt – dünnflüssig oder auch zäh, gelblich-grünlich. Auch leichtes Fieber kann auftreten. Insgesamt können die Symptome etwa 10 bis 14 Tage anhalten. Wenn die Beschwerden länger als drei Tage andauern oder wenn Sie hohes Fieber haben, sollten Sie zum Arzt gehen.

Mittelohrentzündung oder Otitis media
(otós = „Ohr", -itis = „Entzündung")
Das Mittelohr besteht aus einer luftgefüllten Höhle (der sog. Paukenhöhle), die über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) mit dem Nasenrachen in Verbindung steht. Es reicht vom Trommelfell bis an die knöcherne Abgrenzung des Innenohrs. Es dient der Schallverstärkung mit Hilfe der Gehörknöchelchen, die als Hammer, Amboss und Steigbügel bezeichnet werden.
Die Mittelohrentzündung wird vor allem durch Bakterien (v. a. durch Pneumokokken und Streptokokken), seltener durch Viren, verursacht. In den meisten Fällen als Folgeerkrankung einer Erkältung oder eines Schnupfens.
Normalerweise entsteht eine akute Mittelohrentzündung im Zusammenhang mit einer Erkältung durch eine Ausbreitung der Infektion ausgehend von den oberen Atemwegen über die Eustachische Röhre in das Mittelohr. Darüber hinaus können die Keime infolge eines defekten Trommelfells (beispielsweise bei einer mechanischen Schädigung des Trommelfells = Trommelfellperforation) über den äußeren Gehörgang in das Mittelohr eindringen. Daneben besteht die Gefahr, dass Viren oder Bakterien bei einer allgemeinen Infektionserkrankung beispielsweise bei Scharlach oder Masern über das Blut ins Mittelohr eingeschleppt werden.
Die typischen Symptome sind stechende Ohrenschmerzen verbunden mit Fieber und heftigem Krankheitsgefühl.
Auch Erbrechen und Durchfall können diese Krankheit begleiten. Das Hörvermögen ist in der Regel auf dem betroffenen Ohr vermindert. Bei schwerem Verlauf der Erkrankung kann es auch zum Einreißen (= Perforation) des Trommelfells, verbunden mit plötzlicher Besserung des Schmerzes und Austritt von Eiter aus dem Ohr kommen. Vor allem bei Säuglingen sollte bei grippalen Infekten auch an eine Mittelohrentzündung gedacht werden, besonders wenn das Kind schlecht trinkt und sich häufig an das erkrankte Ohr fasst.
Obwohl eine akute Mittelohrentzündung auch von selbst heilen kann, ist in jedem Fall eine ärztliche Kontrolle notwendig. Drohende Komplikationen der Erkrankung können so frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Rachenentzündung (Pharyngitis, von pharynx = „Rachen"; -itis = „Entzündung")
Im Anfangsstadium einer Erkältung ist oftmals die Rachenschleimhaut gerötet und entzündet. Man spricht von einer akuten Pharyngitis. Typische Beschwerden sind Kratzen und Trockenheitsgefühl im Hals sowie Schmerzen beim Schlucken.

Kehlkopfentzündung (Laryngitis, von larynx = „Kehlkopf"; -itis = „Entzündung")
Der Kehlkopf liegt am Eingang der Luftröhre. Mit seinen Stimmlippen sorgt er dafür, dass wir sprechen können. Er verhindert mit Hilfe eines speziellen Mechanismus außerdem, dass beim Essen Nahrungspartikel in die Luftröhre eindringen. Infolge einer Nasen- und Rachenschleimhautentzündung kann es zu einer Entzündung der Kehlkopfschleimhaut kommen. Heiserkeit bis hin zur Stimmlosigkeit, oftmals begleitet von einem trockenen, quälenden Husten, der u. U. auch Halsschmerzen nach sich zieht, sind die Folge.
Aber auch verrauchte, heiße, trockene und kalte Luft können die Entzündung hervorrufen.

Tonsillitis (= „Entzündung der Gaumenmandeln")
Die Gaumenmandeln liegen am Übergang von der Mundhöhle zum Schlund zwischen dem vorderen und hinteren Gaumenbogen. Sie sind, neben anderen Geweben des Körpers, für die Ausbildung des Immunsystems in den ersten Lebensjahren verantwortlich.
Als Tonsillitis (im Volksmund auch Mandelentzündung genannt) bezeichnet man eine bakterielle, schmerzhafte Entzündung der Gaumenmandeln (diese sind gerötet und zeigen gelblich-weißliche Beläge), die mit teilweise starken Schluckbeschwerden einhergeht. Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl sind zudem häufige Begleitsymptome der Mandelentzündung. Bei den bakteriellen Verursachern handelt es sich vor allem um Streptokokken (Auslöser können aber auch Pneumokokken, Staphylokokken oder Haemophilus influenzae sein).

Bronchitis (bronch- = „Lungenast", -itis = „Entzündung")
Als akute Bronchitis wird eine Entzündung der größeren verzweigten Atemwege – der Bronchien – mit Husten, Brustschmerzen, Schleimproduktion und teilweise auch Fieber bezeichnet. Wenn – wie das häufig der Fall ist – auch die Luftröhre betroffen ist, spricht man von einer akuten Tracheobronchitis (Trachea = Luftröhre).
Meist beginnt eine Bronchitis mit einem trockenen Reizhusten. Der Schleim sitzt fest in den Bronchien und kann nur erschwert abgehustet werden. Danach beginnt der „Auswurf", manchmal auch begleitet von einer Temperaturerhöhung, die bis über 39 °C reichen kann. Das Fieber dauert etwa 3 bis 5 Tage an. Die Menge des ausgehusteten zähen Sekrets nimmt mit Verlauf der Krankheit zu und kann dabei Farbe und Beschaffenheit ändern. Zunächst ist es weißlich und schleimig, später durch weiße Blutkörperchen gelblich gefärbt. Grünlicher Farbeinschlag entsteht durch Beimengung von Eiter und kann auf eine bakterielle Infektion hinweisen.

Mögliche Folgeerkrankungen und Komplikationen

In etwa 10 Prozent der Fälle von akuter Bronchitis folgt auf die erste (virale) Phase eine zweite, bakteriell verursachte Infektion, die komplizierter verläuft. Fieberrückfall ist ein deutliches Zeichen für eine bakterielle Folgeinfektion. Ein weiterer Hinweis ist der Auswurf von eitrigen Sekreten. Wenn das Fieber länger als 5 Tage andauert, könnte möglicherweise eine Lungenentzündung vorliegen, besonders bei anhaltendem Husten und einseitigen Brustschmerzen. Dieser Verdacht sollte unbedingt von einem Arzt geprüft werden.
Bevor wir uns nun mit den verschiedenen Therapiemöglichkeiten von Erkältungskrankheiten beschäftigen, möchten wir noch einen wichtigen Hinweis voraus schicken.
Obwohl die meisten Erkältungskrankheiten einen milden Verlauf nehmen und daher oft der Gang zum Arzt als nicht notwendig erscheint, sollten Sie auf folgende Merkmale achten, die einen Arztbesuch in jedem Fall erforderlich machen:

  • Hohes Fieber (> 39 °C), v. a. wenn es länger als 2 Tage andauert
  • Das Fieber tritt stoßweise oder in Anfällen auf
  • Der Auswurf aus Nase oder Bronchien ist eitrig oder blutig
  • Starke Kopf- und Gliederschmerzen oder Schmerzen beim Husten
  • ein Gefühl der Brustenge
  • Atemnot
  • Andauern der Erkältungssymptome länger als 7 Tage


Therapie der unterschiedlichen Erkältungssymptome
Die moderne Medizin bietet heutzutage sehr viele Behandlungsmöglichkeiten zur Therapie von Erkältungskrankheiten. Neben den Behandlungsmöglichkeiten, die Arzneimittel Ihnen bieten, sollten Sie zusätzlich gewisse Regeln einhalten:

  • Körperliche Schonung (der angegriffenen Organismus braucht Ruhe, vermeiden Sie starke Anstrengungen, Stress und übermäßige sportliche Aktivitäten), bei Fieber unbedingt Bettruhe einhalten.
  • Tabak und Alkohol sind tabu.
  • Warme und trockene Luft meiden – achten Sie auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit, da die bei einer Erkältung entzündeten Schleimhäute im Nasen- Rachen-Raum meist geschwollen und ausgetrocknet sind. Die Luftfeuchtigkeit kann durch Aufstellen von Wassergefäßen und/oder Auslegen von nassen Tüchern erhöht werden.
  • Trinken Sie viel (mind. 3-4 Liter am Tag). Besonders gut eignen sich mineralhaltige Getränke (z. B. Saftschorlen), Fruchtsäfte und heiße Früchte- oder Kräutertees. Die ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft, den zähen Schleim zu lösen und erleichtert das Ausschwemmen von Bakterien und Viren.
  • Frische Luft tut gut. Sofern Sie nicht das Bett hüten müssen, unternehmen Sie Spaziergänge (keine Gewaltmärsche!) an der frischen Luft. Auf ausreichend warme Kleidung ist dabei vor allem in der kalten Jahreszeit zu achten.


Festsitzender Husten und verstopfte Nase
Am Anfang sitzt der Schleim fest in den Bronchien, die Nasenschleimhäute sind geschwollen und erschweren das Atmen zusätzlich. Viel Trinken ist daher unverzichtbar.
Zusätzliche Helfer aus der Apotheke sind schleimlösende Medikamente (sog. Expektorantien), also Mittel, die das Abhusten und Nase schnäuzen erleichtern. Als chemische Wirkstoffe sind Ambroxol und Acetylcystein sehr wirksame Vertreter. Sie sind in verschiedenen Darreichungsformen, wie Brausetabletten, Säfte und Tabletten oder Kapseln erhältlich.

Auf pflanzlicher Basis leisten Thymian- und Efeupräparate gute Dienste. Auch schleimlösende Tees schaffen Erleichterung. Sie enthalten Pflanzenbestandteile aus Anis, Eukalyptusblättern, Fenchel, Primel, Süßholz und/oder Thymian. Speziell für die Nase eignen sich abschwellende Nasensprays/-tropfen mit z. B. Oxymetazolin oder Xylometazolin. Um die gereizte Nasenschleimhaut zu beruhigen, eignen sich Nasensprays auf Basis von Meerwasser und/oder Dexpanthenollösung.

Zusätzlicher Tipp: Inhalieren Sie regelmäßig, z. B. mit isotonischen Kochsalzlösungen, oder ätherischen Ölen (Campher-, Fichtennadel-, Minz- od. Eukalyptusöl → Achtung diese Öle sind nicht für Kinder oder Patienten mit Asthma geeignet!). Das befeuchtet die Schleimhäute und erleichtert den Abtransport des Schleims.

Trockener Reizhusten
Ist der Husten auswurffrei und trocken, kann sich recht schnell ein quälender Reizhusten entwickeln. Hier helfen reizlindernde Tees aus Eibisch- Wurzel, Isländisch Moos, Huflattich und/oder Spitzwegerich.
Die Inhaltsstoffe bilden eine beruhigende Schutzschicht auf der Rachenschleimhaut, so dass der Hustenreiz gemildert wird. Ist der Hustenreiz sehr stark, so ist die zusätzliche Einnahme chemisch definierter Substanzen ratsam. Hier eignen sich Präparate mit Dextromethorphanhydrobromid oder Codein (letzteres ist nur auf ärztliche Verordnung erhältlich).

Zusätzlicher Tipp: regelmäßiges Lutschen von Bonbons (z. B. mit Menthol, Fruchtextrakten, Salbei oder Honig) regt den Speichelfluss an und beruhigt die Schleimhäute. Nehmen Sie hustenreizstillende Medikamente niemals direkt zusammen mit Schleimlösern ein. In der Regel werden Schleimlöser am Morgen eingenommen, damit der Schleim über den Tag verteilt abgehustet werden kann. Hustenblocker werden am besten zur Nacht verabreicht, damit ein ruhiger Schlaf, ohne störende Hustenattacken, gewährleistet ist.

Fieber
Viele Erkältungskrankheiten gehen mit Fieber einher. Der Normalwert der Körpertemperatur liegt bei 36 °C. Steigt die Temperatur auf über 38 °C an, spricht man von Fieber. Ab einer Körpertemperatur von 39 °C liegt hohes Fieber vor. Fieber selbst ist keine Krankheit. Es zeigt vielmehr an, dass der Körper auf Krankheitserreger reagiert und seine Abwehrkräfte mobilisiert.
Denn bei hohen Körpertemperaturen können sich Viren und Bakterien nicht so gut vermehren. Fieber ist also ein wichtiger natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers, dem nicht gleich durch fiebersenkende Maßnahmen entgegengewirkt werden sollte. Hohe Temperaturen, die länger als 3 Tage andauern, gehören aber unbedingt in ärztliche Behandlung.

Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Ibuprofen sind die typischen Wirkstoffe gegen länger anhaltendes hohes Fieber. Patienten, die unter einem „empfindlichen Magen" leiden, sollten eher zu Paracetamol greifen, da die Acetylsalicylsäure und Ibuprofen den Magen zusätzlich reizen könnten.

Zusätzlicher Tipp: Ist eine Erkältungskrankheit mit Fieber verbunden, ist gleichmäßige Bettwärme ein Muss für eine baldige Genesung. Zusätzlich empfehlenswert sind Tees aus Lindenblüten oder Holunderblüten.

Halsschmerzen
Lutschtabletten, Sprays und Gurgellösungen kommen bei Halsschmerzen für die lokale Arzneimittelanwendung in Frage. Diese enthalten in der Regel desinfizierende Substanzen, wie Chlorhexidingluconat, Hexetidin oder Tyrothricin oftmals kombiniert mit einem schmerzstillenden Wirkstoff, wie z. B. Benzocain oder Lidocain.

Zusätzlicher Tipp: Bei Halsschmerzen ist es wichtig viel zu trinken, um die Erkältungserreger auszuschwemmen.
Besonders wohltuend für den Hals sind heiße Milch mit Honig oder reizlindernde Kräutertees aus Fenchel- und Anisfrüchten, Salbei-, Malven-, Huflattich-, Thymian-, Eibisch- oder Spitzwegerichblättern.

Ohrenschmerzen
Ohrenschmerzen können sehr vielfältige Ursachen haben. Hier eignet sich keine Selbstmedikation. Es ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen, um den Grund für die Beschwerden genau festzustellen. Ihr Arzt wird Ihnen eine geeignete Therapie empfehlen und ggf. die erforderlichen Medikamente verordnen.

Grenzen der Selbstbehandlung
Gerade bei schweren bakteriellen Infekten stoßen die altbewährten Hausmittel oder freiverkäufliche Arzneimittel aus der Apotheke manchmal an ihre Grenzen. Hier kommen in der Regel Antibiotika (rezeptpflichtige Arzneimittel) zum Einsatz.

Antibiotika (anti- = „gegen"; bios = „das Leben") sind meist von Mikroorganismen produzierte chemische Verbindungen, die Bakterien abtöten oder deren Wachstum hemmen. Heute schließt dieser Begriff auch synthetische (d. h. durch chemische Synthese gewonnen) und halbsynthetische Stoffe mit ein. Antibiotika helfen dem körpereigenen Immunsystem pathogene (= Krankheit erzeugende) Bakterien zu bekämpfen. Dies ist dann notwendig, wenn sich die krankmachenden Bakterien zu stark im Körper vermehrt haben.
Antibiotika greifen entweder in den Bakterienstoffwechsel ein und hemmen deren Vermehrung (= bakteriostatische Wirkung) oder töten sie ab (= bakterizide Wirkung). In beiden Fällen ist die „Mitarbeit" des menschlichen Immunsystems für die Heilung des Patienten entscheidend, um die Krankheitserreger komplett zu vernichten.

Jedes Antibiotikum hat sein eigenes Wirkspektrum. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen sog. Schmalspektrum- und Breitspektrum-Antibiotika. Während die Schmalspektrum-Antibiotika nur gegen eine geringe Zahl von Bakterienarten wirken, sind die Breitspektrum- Antibiotika bei einer Vielzahl unterschiedlicher Keime wirksam.
Da Antibiotika als rezeptpflichtige Arzneimittel gezielt vom Arzt gegen bestimmte bakterielle Erreger verordnet werden, eignen sich diese Arzneimittel nicht zur Lagerung als „stille Reserve" in der Hausapotheke. Bei Fehlgebrauch wird das Antibiotikum unter Umständen unwirksam gegen die vorliegenden Bakterien.

Vorbeugung von Erkältungskrankheiten durch gesunde Ernährung:
„An apple a day keeps the doctor away" – ein Apfel am Tag und Sie müssen nicht zum Arzt, sagt ein englisches Sprichwort. Für den menschlichen Körper ist besonders die kalte Jahreszeit eine Herausforderung:
Kälte, eisige Luft oder überheizte, trockene Räume sowie verschnupfte und hustende Menschen um uns herum. Eine vollwertige und ausgewogene Ernährung versorgt das Immunsystem mit einer Reihe von Stoffen, die unsere „Körperpolizei" für Ihren Einsatz braucht. Wichtig zur Unterstützung des Immunsystems sind u. a. die Vitamine A, C, E und B6, die Mineralstoffe Zink und Eisen sowie Selen als Spurenelement.
Unser Tipp: Achten Sie beim Kochen von Gemüse auf eine schonende Zubereitung mit kurzen Garzeiten. Vermeiden Sie lange Warmhaltezeiten und bevorzugen Sie marktfrisches Gemüse und Obst.

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Fettstoffwechselstörungen

Fettstoffwechselstörungen

Der Fettstoffwechsel - Cholesterin und Triglyceride
Fette und Cholesterin sind lebensnotwendige Stoffe und erfüllen wichtige Funktionen in unserem Körper.
So dienen sie u.a. als Energiespeicher des Organismus oder Strukturbaustein aller Körperzellen. Ist der Fettstoffwechsel jedoch gestört und sind die Blutfettwerte erhöht, kann dies zu ernsthaften Komplikationen führen.
Es gibt verschiedene Blutfettwerte. Bei Fettstoffwechselstörungen sind vor allem Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride von Bedeutung.

Was ist Cholesterin und welche Aufgabe hat es im Körper?
Cholesterin ist für den Organismus von großer Bedeutung: Es ist zusammen mit den Triglyceriden (Neutralfetten) ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen und stellt eine Vorstufe von bestimmten Hormonen dar.
Cholesterin spielt zusammen mit den Fetten eine entscheidende Rolle im Energiehaushalt des Körpers. Cholesterin ist kein Fett im eigentlichen Sinne, sondern ein „Fettbegleitstoff“ und ist eine Grundsubstanz des menschlichen Körpers. Es wird sowohl vom Körper selbst in der Leber gebildet als auch über Nahrungsmittel tierischen Ursprungs aufgenommen. In der Leber werden aus Cholesterin Gallensäuren gebildet, die über die Galle in den Darm abgegeben werden und dort eine wichtige Aufgabe bei der Verdauung von Fettsäuren erfüllen.
Des Weiteren ist der Körper bei ausreichender Sonneneinstrahlung in der Lage, mit Hilfe von Cholesterin als Ausgangsstoff, Vitamin D herzustellen, das zum Knochenaufbau benötigt wird.

Cholesterin, LDL und HDL - Wie ist der Zusammenhang?
Wird von Cholesterin gesprochen, so meint man im Allgemeinen das Gesamt-Cholesterin.
Da Cholesterin wegen seines fettähnlichen Aufbaus schlecht wasserlöslich ist, wird es für den Transport durch den Körper an Eiweiße gebunden. Diese Verbindungen werden Lipoproteine genannt, da sie aus Fett („Lipo“) und Eiweiß („Proteine“) bestehen. Die Transport-Cholesterine werden entsprechend dem Aufbau und dem Eiweißanteil LDL- bzw. HDL-Cholesterin genannt.

Der LDL-Cholesterintransporter (englisch: Low Density Lipoprotein) mit leichtem Lipoprotein und hohem Cholesterinanteil ist der „Lümmel“, also das „böse“ Cholesterin. Die Aufgabe des LDL ist der Transport von Cholesterin zu den Organen und Geweben. Liegen höhere Konzentrationen an LDL vor als normalerweise benötigt, können sich die Lipoprotein-Moleküle an den Wänden der Blutgefäße ablagern und dadurch eine zunehmende Verstopfung der Gefäße, die sog. Arteriosklerose (Arterienverkalkung) verursachen. Die Konzentration des LDL im Blut sollte daher möglichst gering sein.

Der HDL-Cholesterintransporter (englisch: High Density Lipoprotein) mit schwererem Lipoprotein und niedrigem Cholesterinanteil stellt das „gute“ Cholesterin dar, da es das in den Organen nicht benötigte Cholesterin in die Leber abtransportiert, wo es letztlich abgebaut wird. Im Vergleich zum LDL-Anteil sollte der HDL-Wert im Blut daher möglichst hoch sein.

Was sind Triglyceride und welche Aufgaben haben Sie im Körper?
Eine wichtige Funktion im Fettstoffwechsel haben neben dem Cholesterin die Triglyceride (Neutralfette). Triglyceride sind der Hauptbestandteil der Fette, die wir mit der Nahrung aufnehmen. Sie werden aber auch vom Körper selbst gebildet. Überschüssige Energie, zum Beispiel aus Zucker und Alkohol, wird im Körper in Triglyceride umgewandelt und als Depotfett gespeichert. Triglyceride sind der wichtigste Energiespeicher des Körpers. Darüber hinaus erfüllen sie eine wichtige Funktion als Bestandteil von Zellmembranen, Enzymen und Hormonen.


Fettstoffwechselstörungen
Fettstoffwechselstörungen verursachen in der Regel keine direkten Beschwerden. Eine Erhöhung der Blutfettwerte ist jedoch immer ein ernstzunehmender Befund. Wird eine Erhöhung der Blutfettwerte über einen längeren Zeitraum nicht erkannt, kann dies zu Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems (wie z. B. Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall) führen.

Es gibt 3 verschiedene Hauptgruppen von Fettstoffwechselstörungen, die anhand der Erhöhung der verschiedenen Blutfettwerte unterschieden werden:

  • Hypercholesterinämie (zu viel Cholesterin im Blut)
  • Hypertriglyceridämie (zu viele Triglyceride im Blut)
  • Kombinierte Hypercholesterinämie und Hypertriglyceridämie.

Zur Bestimmung der Blutfettwerte ist eine Blutabnahme notwendig. Um die Werte durch eine kürzlich vorangegangene Mahlzeit nicht zu verfälschen, sollte vor der Blutabnahme 12 bis 14 Stunden nichts gegessen und 24 Stunden vorher keine schwere körperliche Arbeit verrichtet werden. Die Blutfettwerte werden in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) bzw. in Millimol pro Liter (mmol/l) angegeben.

Tabelle mit Blutfettwerten (Richtwerte)*

Tabelle mit Blutfettwerten (Richtwerte)*    
  unauffällig grenzwertig auffällig
Gesamtcholesterin
< 200 mg/dl 200-240 mg/dl > 240 mg/dl
LDL-Cholesterin < 130 mg/dl 130-160 mg/dl > 160 mg/dl
HDL-Cholesterin > 50 mg/dl 35-50 mg/dl < 35 mg/dl
Triglyceride
< 150 mg/dl 150-200 mg/dl > 200 mg/dl

*beruhend auf Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bzw. der Amerikanischen Herzgesellschaft (AHA)

Wichtig: Es gibt alters-, geschlechts- und krankheitsbedingte Abweichungen der einzelnen Werte von den angegebenen Normwerten. Beispielsweise steigt der Cholesterinspiegel mit zunehmendem Alter an. Bei Frauen ist die Konzentration an HDL höher als bei Männern, ebenso in der Schwangerschaft.

Bitte sprechen Sie bezüglich Ihrer individuellen Blutfettwerte und der zulässigen Grenzen mit dem behandelnden Arzt.

 

Ursachen und Risikofaktoren
Zahlreiche Ursachen können zu hohen Blutfettwerten (Hyperlipoproteinämie) führen.

  • Bei einem Teil der Betroffenen ist die Fettstoffwechselstörung erblich bedingt. Hier spricht man von primärer Hyperlipoproteinämie.
  • Häufiger ist an der Entstehung einer Hyperlipoproteinämie jedoch eine falsche Lebensweise, insbesondere fettund kalorienreiche Ernährung und Bewegungsmangel, beteiligt.
  • Zusätzlich können bestimmte Krankheiten (z. B. Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz oder Schilddrüsenunterfunktion) oder auch bestimmte Arzneimittel (z. B. Blutdruckmedikamente, Cortison) erhöhte Blutfettwerte verursachen. Hier spricht man von sekundärer oder erworbener Hyperlipoproteinämie.

Die Übergänge zwischen primärer und sekundärer Fettstoffwechselstörung sind fließend, da die erbliche Veranlagung häufig erst durch eine unausgewogene Ernährung in Erscheinung tritt. Bei der überwiegenden Mehrheit der Fettstoffwechselstörungen ist die Ursache nicht eindeutig zu identifizieren.

Warum sind Fettstoffwechselstörungen so gefährlich?
Erhöhte Blutfettwerte, insbesondere ein erhöhter Cholesterin-Blutspiegel, sind ein wichtiger Risikofaktor bei der Entstehung von Arteriosklerose und Herz-Kreislauferkrankungen. Dieser fällt umso stärker ins Gewicht, je mehr weitere Risikofaktoren vorhanden sind. Zu diesen Risikofaktoren gehören Übergewicht (Adipositas), Diabetes (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck (Hypertonie), Rauchen und Bewegungsmangel.

Sind die Blutfettwerte über einen längeren Zeitraum erhöht, kann es zu Cholesterin-haltigen Ablagerungen an den Gefäßwänden der Arterien kommen. Diese arteriosklerotischen Ablagerungen können zu ernst zu nehmenden HerzKreislauferkrankungen führen.
Durch die Ablagerungen (Plaques) werden die Gefäßdurchmesser geringer, die Innenwand rau und brüchig und somit der Blutfluss erschwert. Eine Verengung der Herzkranzgefäße kann zu einer koronaren Herzkrankheit (KHK) führen. Diese kann eine schmerzhafte Brustenge (Angina pectoris) oder schlimmstenfalls
einen Herzinfarkt bewirken. Sind die Beinarterien betroffen, kann es zu Durchblutungsstörungen mit Schmerzen beim Gehen (Schaufensterkrankheit) kommen. Bei einer Verengung der Arterien im Gehirn können Symptome wie Schwindel, Ohnmacht, Vergesslichkeit bis hin zum Schlaganfall auftreten.

Behandlungsmöglichkeiten
In der Regel verursachen Fettstoffwechselstörungen keine Beschwerden und bleiben daher häufig über einen langen Zeitraum unerkannt. Je früher jedoch eine Fettstoffwechselstörung festgestellt wird, desto besser ist es möglich, den Folgeschädigungen entgegenzuwirken. Ziel der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen ist es, Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen. Bei der Entscheidung über eine Therapie sind daher nicht allein die gemessenen Blutfettwerte entscheidend. Es muss zusätzlich berücksichtigt werden, ob bei den Patienten weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen (wie z. B. Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Rauchen) vorliegen. Je höher das Gesamtrisiko für den Patienten ist, desto eher muss behandelt werden.

Nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten –
Was können Sie selbst tun?
Sie können sehr viel dazu beitragen, Ihren Fettstoffwechsel günstig zu beeinflussen und Ihr Arteriosklerose-Risiko zu senken! Beugen Sie möglichen Störungen im Fettstoffwechsel durch eine gesunde Lebensweise vor!

Die wichtigsten Grundlagen für eine erfolgreiche Senkung der Blutfettwerte sind:

  • Eine Umstellung der Ernährung und ausreichend Bewegung
  • Die Reduktion des Körpergewichts
  • Falls Sie Raucher sind, sollten Sie das Rauchen aufgeben oder zumindest einschränken

Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten kann unter Umständen ausreichen, um die Blutfettwerte zu normalisieren.
Durch die im Folgenden vorgestellten Maßnahmen können neben der Senkung der Blutfettwerte auch ganz allgemein die Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Gewicht und diabetische Stoffwechsellage) gemindert werden.

Ernährungsumstellung
Der enge Zusammenhang zwischen erhöhten Blutfettwerten und Ernährung zeigt sich an der Tatsache, dass in Überflussgesellschaften viel häufiger erhöhte Blutfettwerte gefunden werden als in Ländern mit weniger üppigem Lebensmittelangebot. In Deutschland sind etwa 10 - 20 % der Bevölkerung davon betroffen, insbesondere Personen mit Übergewicht.

Aber keine Angst! Auf den Wert der Ernährung achten und vernünftiger essen heißt nicht gleich „hungern“. Nicht alles, was gut schmeckt, ist verboten oder ungesund.

Zunächst ist eine cholesterin- und damit fettarme Ernährung wichtig. Cholesterin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Vermeiden Sie tierische Fette und bevorzugen Sie pflanzliche Öle. Um die Fettstoffwechsellage zu normalisieren, sollte die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren deutlich reduziert werden. Pflanzliche Fette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind generell zu bevorzugen.
Oft ist die gesunde Ernährung nur eine Frage der Menge. Ganz besonders trifft das auf die Menge der Fette in der Nahrung zu. Denn Fett einzusparen ist die beste Methode, die tägliche Kalorienzufuhr zu senken.

Verringern Sie die Verwendung von Fetten:

  • Beim Einkauf bestimmen Sie den Fettgehalt Ihrer Nahrung
  • Essen Sie mehr Gemüse und Obst
  • Meiden Sie Eier oder eierhaltige Speisen
  • Geizen Sie mit Streichfett
  • Bevorzugen Sie pflanzliche Öle
  • Achten Sie auf „versteckte“ Fette, vor allem bei Wurst und Käse
  • Wählen Sie mageres Fleisch aus
  • Schneiden Sie sichtbares Fett weg

Sie sollten grundsätzlich vitamin- und ballaststoffreiche Speisen bevorzugen und auf den Kaloriengehalt der Nahrungsmittel und Getränke achten.

Diese Ernährungsempfehlungen bedeuten aber nicht, dass Sie auf alle Lieblingsspeisen dauerhaft verzichten müssen. Gelegentliche Ausnahmen sind durchaus erlaubt. Wichtig ist, dass auf eine besonders fett- und kalorienreiche Mahlzeit wieder ein ernährungsbewusster Ausgleich folgt. Essen Sie viel Obst, Gemüse und Salat.

Normalisierung des Körpergewichtes
Ein wichtiges und sinnvolles Ziel der Ernährungsumstellung ist, das so genannte Normalgewicht. Als Faustregel gilt: man sollte die Körpergröße in Zentimetern minus 100 (in Kilogramm) erreichen und dauerhaft halten.

Aber: Lassen Sie sich beim Abnehmen ruhig Zeit; schließlich haben Sie auch langsam zugenommen. Nur wenn Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten wirklich umstellen, werden Sie auf Dauer Ihr niedrigeres Gewicht halten.

Bewegung und Sport
Regelmäßige Bewegung trainiert das Herz, die Gefäße und die Muskulatur und hebt das allgemeine Wohlbefinden. Geeignet sind Ausdauersportarten wie z. B. Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Vielleicht haben Sie Freunde mit gleichen oder ähnlichen sportlichen Interessen? Suchen Sie sich etwas aus, das Ihnen Spaß macht - in der Gemeinschaft oder alleine. Sie sollen Freude an der Bewegung haben, nur dann bleiben Sie dauerhaft dabei. Aber Vorsicht: Nur eine richtig dosierte, regelmäßige körperliche Bewegung bringt den
gewünschten Effekt: Mehrmals in der Woche sollte eine Pulsfrequenz von 180 minus Lebensalter erreicht werden. Sind Sie nicht trainiert, so erreichen Sie diese Pulsfrequenz schon bei schnellem Gehen. Waren Sie bisher überhaupt nicht oder in der von Ihnen jetzt bevorzugten Sportart nicht sportlich aktiv, so sprechen Sie sinnvollerweise vorher mit Ihrem Arzt.

Einschränkung des Alkoholkonsums
Trinken Sie weniger und seltener Alkohol.

Verzicht auf das Rauchen
Zigaretten sind eine starke Belastung für das Herz und die Gefäße. Die Kombination von Rauchen und erhöhten Cholesterinwerten steigert das Risiko eines Herzinfarktes um das Vielfache. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über die für Sie am besten geeignete Methode zur Raucherentwöhnung. Ihre neue sportliche Betätigung mag ein Anlass und Anreiz sein, mit dem Rauchen aufzuhören!

Stressabbau
Stress ist ein wichtiger Faktor, der Herzerkrankungen fördert und häufig auch Auslöser für Angina pectoris oder einen Herzinfarkt ist. Schaffen Sie sich Entspannungsphasen! Machen Sie regelmäßig Sport, lange Spaziergänge oder Entspannungsübungen und versuchen Sie einen ausgeglichenen Alltag zu schaffen.

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
Natürlich gibt es Fälle, in denen die Umstellung der Ernährung und eine gesunde Lebensweise nicht genügen, um die Blutfettwerte ausreichend zu senken. Dann kommen Medikamente zum Einsatz. Für eine medikamentöse Therapie der Fettstoffwechselstörungen stehen eine Reihe von rezeptpflichtigen Wirkstoffen, so genannte Lipidsenker, zur Verfügung. Die Wahl des Medikamentes ist abhängig von der Art der diagnostizierten Fettstoffwechselstörung sowie der individuellen Verträglichkeit. Es ist Aufgabe des Arztes, für jeden Patienten individuell ein Medikament auszuwählen. Falls sich bei der Therapie mit einem Medikament allein nicht der gewünschte Erfolg einstellt, kann der Arzt auch bestimmte Medikamente kombinieren. Hierbei ergänzen sich die Medikamente in ihren Wirkungsweisen und die erzielte Wirkung wird somit verstärkt. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Wirkstoffgruppen vor. Dazu gehören die Cholesterin-Synthese- Hemmer (Statine), die Anionenaustauscher, die Cholesterin- Resorptions-Hemmer, die Fibrate und die Nikotinsäureabkömmlinge.

Cholesterin-Synthese-Hemmer (Statine)
Da die Wirkstoffnamen der Cholesterin-Synthese-Hemmer (CSE-Hemmer) alle mit „–statin“ enden (z. B. Simvastatin, Pravastatin), werden sie auch als „Statine“ bezeichnet. Sie sind die Wirkstoffgruppe mit der größten lipidsenkenden Wirkung. Statine hemmen zum einen das Enzym, das an der Bildung (Synthese) von LDL-Cholesterin in der Leber beteiligt ist, so dass in der Folge der LDL-Spiegel gesenkt wird. Zum anderen werden auch der Triglycerid-Spiegel gesenkt und der HDL-Spiegel erhöht.

Anionenaustauscherharze
Anionenaustauscherharze binden Gallensäuren im Darm und sorgen dafür, dass diese ausgeschieden werden. In der Folge muss der Körper aus dem Blutcholesterin neue Gallensäuren produzieren, wodurch der LDLCholesterinspiegel gesenkt wird.

Cholesterin-Resorptions-Hemmer
Cholesterin-Resorptions-Hemmer blockieren im Darm die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung in den Körper. Dadurch wird vor allem der LDL-Cholesterinspiegel gesenkt.

Fibrate
Fibrate senken über einen komplexen Wirkmechanismus vor allem einen erhöhten Triglycerid-Spiegel, aber auch der Gesamtcholesterinspiegel wird leicht gesenkt. Darüber hinaus wird der HDL-Spiegel erhöht.

Nikotinsäureabkömmlinge
Nikotinsäure und verwandte Substanzen hemmen die Freisetzung von Fettsäuren aus dem Fettgewebe und die Neubildung bestimmter Lipoproteine. Dadurch wird vor allem der Triglycerid-Spiegel gesenkt.

Erfolgreiche Therapie
Die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen ist in der Regel eine Dauertherapie. Der Erfolg hängt von der regelmäßigen Einnahme der verordneten Medikamente ab. Die Einnahme von Medikamenten stellt jedoch keinen Ersatz für die Umstellung der Lebensgewohnheiten dar!

Die Grundlage einer jeden Behandlung bleibt immer eine vernünftige Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Sie müssen versuchen, Ihre Lebensgewohnheiten konsequent umzustellen, um Ihre Blutfettwerte dauerhaft im Normbereich zu halten und somit Spätschäden vorzubeugen.

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Fieber

Fieber

Was ist Fieber?
Fieber ist eine Störung der Wärmeregulation des Organismus, die mit einer Erhöhung der Körpertemperatur über 38°C einhergeht. Dies bedeutet, dass das körpereigene Immunsystem gegen Eindringlinge wie z. B. Viren und Bakterien ankämpft.
Die Normwerte betragen morgens 36,5°C rektal (im After), 36,2°C oral (unter der Zunge) und 36°C unter der Achsel. Im Laufe des Tages kann die Körpertemperatur im Normalfall um 0,7°C bis 1,0°C ansteigen. Bei Temperaturen von 38°C bis 38,5°C spricht man von mäßigem, bei über 39°C von hohem Fieber. Steigt das Fieber auf über 40 °C an, so muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Welche Ursachen gibt es?
u. a.

  • Infektionen durch Bakterien und Viren, auch Harnwegsinfektionen
  • Operationen
  • Wundinfektionen
  • Medikamente
  • Es gibt Fieber auch ohne erkennbare Ursache.

Wie behandelt man Fieber?
Zuerst wird der Arzt versuchen, die Ursache herauszufinden und diese gezielt behandeln. Anhand einer Blutprobe kann beispielsweise festgestellt werden, ob es sich um eine Infektion viralen oder bakteriellen Ursprungs handelt.
Zusätzlich werden Medikamente mit fiebersenkendem Wirkstoff wie z. B. Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS) verordnet. Die Arzneimittel werden in verschiedenen Darreichungsformen u. a. als Tabletten und als Saft angeboten und sind in der Regel auch rezeptfrei in Ihrer Apotheke erhältlich.
Handelt es sich bei der fieberauslösenden Erkrankung um eine bakterielle Infektion, so muss meist mit einem Antibiotikum behandelt werden. Antibiotika gehören zu den rezeptpflichtigen Arzneimitteln und müssen in jedem Fall von einem Arzt verschrieben werden.

Was ist bei Fieber zu beachten?
Fieber stellt eine Belastung des Organismus dar. Jede zusätzliche Anstrengung sollte vermieden werden, am besten schont man sich durch Bettruhe.
Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr - am besten in Form von Kräutertees, verdünnten Obstsäften, Mineralwasser oder Brühe - achten!
Fiebersenkung durch kalte Umschläge, Waden- oder Brustwickel herbeiführen.
Zu den weiteren Möglichkeiten, um das Fieber auf natürliche Weise zu senken, gehören schweisstreibende Kräutertees aus Linden- oder Holunderblüten.
Achtung: Fieberkrämpfe gefährden besonders Kleinkinder. Hier sollte daher versucht werden, das Fieber möglichst schnell zu senken.

Fußpilz

Ratgeber bei Fußpilz

Was ist Fußpilz und woher kommt er?
Fußpilz ist eine meist harmlose aber häufige Infektionskrankheit der Haut. In den meisten Fällen wird diese Erkrankung durch Fadenpilze oder auch Hefepilze (v. a. Candida albicans) hervorgerufen, die in den oberen Hautschichten wachsen. Diese Erreger entwickeln sich am besten in einem feucht-warmen Klima wie in Schwimmbädern, Saunen oder öffentlichen Duschen aber auch in der eigenen Wohnung.
Vor allem im Sommer ist auch das feucht-warme Klima in den Schuhen ein idealer Ausbreitungsort für Pilze.
Die Verbreitung von Pilzinfektionen erfolgt über deren Fortpflanzungsorgane, die sogenannten Sporen. Diese Sporen befinden sich auf Hautschuppen, die überall verteilt werden und auf denen die Sporen mehrere Wochen überleben können. Sie haften dann nicht nur auf Böden, sondern auch auf Badematten, Handtüchern, Waschlappen und Bettwäsche.

Wie macht sich eine Infektion bemerkbar und welche Folgen kann sie haben?
Typischerweise treten bei einer Fußpilzerkrankung erste Hautveränderungen in den Zehenzwischenräumen auf. Anfangs bildet sich meist nur eine leichte Schuppung, im späteren Verlauf treten oftmals Rötungen, Juckreiz, Hautrisse, Nässen oder Blasenbildung auf.
Wird eine Pilzerkrankung über einen längeren Zeitraum nicht behandelt, besteht die Gefahr, dass die Infektion auch auf die Nägel übergreift und dann meist schwieriger zu behandeln ist.
Auch können durch die Hautrisse Bakterien in die Haut eindringen und sich über die Lymphbahnen verbreiten, was gegebenenfalls zur sogenannten Wundrose führen kann, einer akuten fieberhaften Erkrankung.

Wer ist besonders gefährdet oder betroffen?
Besonders gefährdet sind die Hautstellen, die durch äußere oder innere Einflüsse geschädigt sind und somit die Abwehr- und Schutzfunktion herabgesetzt ist.
Vor allem ältere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder Personen mit Durchblutungsstörungen, sowie Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko an Fußpilz zu erkranken. Vor allem Männer und auch sportlich aktive Menschen sind durch erhöhte oder übermäßige Schweißabsonderung an den Füßen stärker gefährdet.

Was können Sie selbst dagegen tun?
Die Therapie erfolgt in der Regel mit Cremes, welche Wirkstoffe enthalten, die die Erreger abtöten, sogenannte Antimykotika wie z.B. Clotrimazol. Um dem Fußpilz dauerhaft den Garaus zu machen, sollte die Behandlung nicht schon nach dem Abklingen der Symptome abgebrochen werden, sondern in jedem Fall über den in der Packungsbeilage angegebenen oder vom Arzt verordneten Zeitraum fortgesetzt werden.

Um einen dauerhaften Therapieerfolg zu erzielen und eine erneute Infektion zu verhindern, sollten Sie ein paar einfache Regeln beachten:

  • Tragen Sie bequeme und nicht zu enge oder zu große Schuhe. Lassen Sie die Schuhe gut trocknen, bevor Sie sie wieder anziehen (d.h. wechseln Sie die Schuhe möglichst täglich) und desinfizieren Sie sie mit einem Spray oder Puder. Bei Problemen mit Schweißfüßen kann die Anwendung von austrocknenden Cremes oder Puder sinnvoll sein.
  • Wählen Sie Schuhe aus atmungsaktiven luftdurchlässigen Materialien, wie z. B. Leder um ein zu feuchtes und warmes Klima zu vermeiden.
  • Tragen Sie Strümpfe aus Baumwolle bzw. aus atmungsaktivem Material (vor allem, wenn Sie Sport betreiben) und wechseln Sie diese täglich. Es empfiehlt sich die Strümpfe, wenn möglich bei Koch-Temperatur zu waschen oder zusätzlich einen desinfizierenden Wäschespüler zu verwenden.
  • Waschen Sie täglich Ihre Füße und trocknen Sie sie sorgfältig ab, vor allem die Zehenzwischenräume. Um eine Ansteckungsgefahr von anderen Hautbereichen oder Familienmitgliedern möglichst gering zu halten, sollten Sie dafür ein eigenes „Fußhandtuch" verwenden.
  • Wechseln Sie auch Ihre Handtücher regelmäßig und waschen Sie sie bei mindestens 60°C.
  • Tragen Sie in Schwimmbädern, Saunen oder öffentlichen Duschen Badeschuhe und laufen Sie auch zu Hause nicht barfuss.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich um eine Pilzinfektion handelt, wenn sich die Beschwerden trotz einer Behandlung verschlimmern oder immer wiederkehren, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann dann geeignete Maßnahmen ergreifen und mögliche andere Ursachen (z. B. Allergien, Durchblutungsstörungen in den Beinen) ausschließen.

Wie sollten Sie Clotrimazol-haltige Cremes anwenden?
Grundsätzlich sollte eine Fußpilz-Infektion so früh wie möglich behandelt werden, um eine Ausbreitung auf andere Haut- oder Körperbereiche zu vermeiden.

Reinigen Sie vor der Anwendung gründlich die befallenen Hautstellen sowie die Hände  und trocknen Sie sie sorgfältig ab. Soweit vom Arzt nicht anders verordnet, tragen Sie Clotrimazol-haltige Cremes 2-3mal täglich dünn auf die erkrankten Hautstellen und die umgebenden Hautpartien auf.
Meistens genügt eine kleine Menge Creme (ca. 0,5 cm Stranglänge) für eine etwa handtellergroße Fläche.
Reiben Sie die Creme leicht in die Haut ein und waschen Sie sich auch danach gründlich die Hände um weitere Infektionen zu vermeiden.
 
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Erkrankungsart und ist unterschiedlich lang. Wichtig für einen Erfolg der Behandlung ist eine regelmäßige und ausreichende lange Anwendung der Creme.
Um eine vollständige Ausheilung zu erreichen, sollten Sie die  Behandlung regelmäßig und konsequent über mindestens 4 Wochen durchführen, auch wenn Sie den Eindruck haben, das die akute Entzündung und unangenehme Begleiterscheinungen (wie Juckreiz) vorbei sind und die Beschwerden nachlassen. Klingen die Beschwerden jedoch auch nach dieser Zeit nicht ab, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wird die Behandlung frühzeitig abgebrochen, erhöht sich das Risiko eines Rückfalls, da entweder ein Teil der Pilze überlebt oder die noch nicht vollständig erholte Haut anfälliger für einen erneuten Pilzbefall ist.

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Gicht

Patienten-Ratgeber Gicht

Was ist Gicht?
Gicht ist eine Stoffwechselstörung, bei der es zur Ablagerung von Harnsäurekristallen an verschiedenen Körperstellen, insbesondere in den Gelenken, kommt. Harnsäure entsteht im Körper beim Abbau von so genannten Purinen. Purine sind Bausteine des in den Zellkernen vorkommenden Erbmaterials. Sie entstehen zum Einen im körpereigenen Stoffwechsel und werden zum Anderen mit der Nahrung aufgenommen. Durch eine Störung des Purinabbaus kommt es zu einer Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut und infolge dessen zu einer Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken und Geweben.
Der Harnsäurespiegel ist medikamentös beeinflussbar, kann aber meistens schon durch entsprechende Ernährung wieder normalisiert werden.

Wie ist der Verlauf einer Gicht-Erkrankung?
Die Gicht kann in Schüben und/oder chronisch verlaufen. Ein akuter Gichtanfall tritt plötzlich, meist nachts oder frühmorgens auf. Es kommt zu heftigen Schmerzen, oft ist das Großzehengrundgelenk betroffen, seltener Knie-, Finger- oder Handgelenke. Das betroffene Gelenk ist geschwollen, die Haut gerötet.

Außerdem kann es zu Fieber, erhöhtem Puls, Kopfschmerzen, Erbrechen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl kommen. Unbehandelt kann sich die Entwicklung eines Schubs über mehrere Tage hinziehen.
Nach dem ersten akuten Gichtanfall können Wochen, Monate oder sogar Jahre ohne weitere Krankheitszeichen vergehen. Man nennt diese Zeit das symptomfreie Intervall.

Die Diagnose einer Gicht kann bestätigt werden durch Blutuntersuchungen (der Harnsäurewert liegt bei über 7 mg/dl), durch das Auftreten einer Gichterkrankung bei Familienangehörigen des Patienten und/oder durch das schnelle Abklingen der Symptome bei Gabe bestimmter Arzneimittel.

Werden keine diätetischen oder medikamentösen Therapiemaßnahmen ergriffen, kann sich eine chronische Gicht entwickeln. In diesem Stadium ist die Intensität der Anfälle geringer, Schmerzfreiheit ist aber durch nahezu ununterbrochene Schmerzattacken praktisch nicht gegeben. Durch die Kristallablagerungen kommt es zur Zerstörung der Gelenkknorpel und der Knochen und im weiteren Verlauf der Krankheit zur Verformung der Gelenke. Der Patient leidet nun unter ständigen Bewegungsschmerzen und Schwellungen.
Typische Folgeerscheinungen sind außerdem die Gichtknoten, sogenannte Tophi. Diese Harnsäureablagerungen findet man in Form von kleinen Knötchen vor allem an den Ohrmuscheln, den Händen, Ellbogen oder Füßen. Zusätzlich kann es durch die Bildung von Nierensteinen zu schweren Schädigungen der Niere („Gichtniere”) kommen.
Die Gicht ist nicht nur eine Erkrankung der Gelenke sondern gleichzeitig eine schwere Allgemeinkrankheit. Patienten leiden gleichzeitig häufig an Bluthochdruck, Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel oder einer frühzeitigen Arteriosklerose.

Wie wird Gicht behandelt?
Das Ziel einer Therapie ist immer eine dauerhafte Senkung der Harnsäurekonzentration im Blut.

Nichtmedikamentöse Therapie = Umstellung der Ernährungsgewohnheiten
Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten ist die Basis der Gichttherapie. Die Gicht ist eine typische Wohlstandskrankheit, denn außer einer erblichen Veranlagung sind vor allem hoher Fleisch- und Alkoholkonsum sowie Übergewicht Ursachen für die Erkrankung.
Wenn die Harnsäurekonzentration im Blut 8,5 mg/dl (500 µmol/l) nicht überschreitet und keine akuten Probleme auftreten, sind in der Regel Diätmaßnahmen ausreichend.

Medikamentöse Therapie
Eine medikamentöse Therapie ist nur notwendig bei stark erhöhten Harnsäurewerten oder bei Beschwerden, die trotz Diät oder Gewichtsreduktion anhalten. Bei einer asymptomatischen Hyperurikämie, d. h. bei einer Erhöhung der Harnsäurewerte im Blut ohne Krankheitszeichen sind als Therapie eine purinarme Ernährung und eine Einschränkung des Alkoholkonsums meist ausreichend.
Bei Harnsäurespiegeln über 8,5 mg/dl (500 µmol/l) oder beim Auftreten von Komplikationen, wie zum Beispiel akuten Gichtanfällen oder Nierensteinen, ist zusätzlich zu diätetischen Maßnahmen die Einnahme von Medikamenten notwendig.
Man unterscheidet zwischen der Behandlung eines akuten Gichtanfalls und der Behandlung im symptomfreien Intervall bzw. Behandlung der chronischen Gicht.

Behandlung des akuten Gichtanfalls
Hier steht eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung im Vordergrund.

Die Auswahl der Arzneimittel, die Dosierung und die Dauer der Therapie liegt im Ermessen Ihres Arztes, der Ihre individuelle Krankheitsgeschichte kennt. Bei einer Gichttherapie handelt es sich in der Regel um eine Langzeittherapie.

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Herpes-Viren

Herpes-Viren – Erkrankungen und ihre Behandlung

Welche Erkrankungen können durch Herpes-Viren ausgelöst werden?
Bei den Herpes-Viren unterscheidet man über 90 verschiedene Virustypen. Die meisten davon sind für den Menschen ungefährlich.

Nur vier Herpes-Virentypen führen beim Menschen zu Erkrankungen:

1. Herpes simplex Virus (HSV)
Bei der Infektion mit Herpes simplex Viren unterscheidet man Infektionen mit Herpes-Typ 1 (HSV 1), die vorwiegend oberhalb der Gürtellinie auftreten und z. B. zum bekannten Lippenherpes führen sowie Infektionen mit Herpes-Typ 2 (HSV 2), die vorwiegend unterhalb der Gürtellinie auftreten und insbesondere zu Herpesbläschen im Genitalbereich führen.

2. Varizella-Zoster-Virus (VZV) Die Infektion mit Varizella-Zoster-Viren führt bei Erstinfektion zu Windpocken, bei Wiederauftreten zum Krankheitsbild der Gürtelrose.

3. Epstein-Barr-Virus
Die Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus löst beim Menschen Pfeiffer'sches Drüsenfieber (kissing disease) aus.

4. Zytomegalie-Virus (CMV)
Allen Infektionen mit Herpesviren gemeinsam ist die Tatsache, dass die Viren nach einer Infektion in einer Art "Schlafstadium" lebenslang in den Nervenzellen des menschlichen Körpers verbleiben.
Ist das Immunsystem des Körpers geschwächt, können diese eine erneute Herpeserkrankung hervorrufen, das Virus breitet sich dann auf umgekehrtem Weg entlang der Nervenbahnen wieder Richtung Haut aus. Auslöser für ein erneutes Auftreten der Erkrankung können beispielsweise Sonneneinstrahlung, fieberhafte Infekte, Stress und bei Frauen die Regelblutung oder Schwangerschaft sein.
 
1. Herpes simplex Virus
Die Krankheitserreger
Man unterscheidet zwei Typen von Herpes simplex Viren, das HSV 1 und das HSV 2. HSV 1 tritt vorwiegend an den Lippen auf und führt zu den bekannten "Lippenbläschen" (Herpes labialis). HSV 2 tritt vorwiegend im Genitalbereich auf (Herpes genitalis).
Das Auftreten ist allerdings nicht auf die genannten Regionen beschränkt - eine Infektion kann bei beiden Typen auch zur Bläschenbildung an jeder anderen Körperstelle führen.
Die Ähnlichkeit von HSV 1 und HSV 2 ist sehr groß, daher sind auch die Krankheitsbilder klinisch kaum voneinander zu unterscheiden.

Wie häufig treten Infektionen mit Herpes simplex Viren auf?
Herpes simplex Viren kommen weltweit vor und sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Etwa 90 % der Deutschen tragen HSV 1 in sich, 30 - 50 % der Bevölkerung sind mit HSV 2 infiziert. Allerdings führt die Infektion nicht immer zu einer Erkrankung.

Wie wird das Virus übertragen?
Das HSV-1-Virus wird meist durch Speichel übertragen. Daher erfolgt die Erstinfektion meist im Kindes- oder Jugendalter.
HSV 2 wird vorwiegend genital übertragen (Geschlechtsverkehr, Geburt), die Infektion erfolgt deshalb in der Regel erst nach der Pubertät.
Da der Erstkontakt häufig ohne Krankheitssymptome verläuft, wird die Infektion oft gar nicht bemerkt. Eine Erstinfektion kann allerdings auch zu einer Erkrankung führen. Die Viren gelangen über kleinste Verletzungen der Haut und Schleimhäute in den Körper. Sie können von unserem Immunsystem nicht vernichtet werden und verbleiben lebenslang im Körper. Auch Menschen, bei denen die Infektion nicht zur Erkrankung führt, können das Virus auf andere übertragen. Des Weiteren kann eine Infektion der Lippenregion beim Mundverkehr auf die Genitalien übertragen werden und so zum Herpes genitalis führen.
Von der Ansteckung bis zur Erkrankung vergehen üblicherweise 2 - 12 Tage (Inkubationszeit).

Wie macht sich eine Infektion bemerkbar?
Durch Herpes simplex Viren verursachte Erkrankungen zeichnen sich meist durch Fieber, Unwohlsein und Kopfschmerzen aus sowie durch das Auftreten von schmerzhaften, gruppierten Bläschen auf geröteter Haut und Schleimhaut an der befallenen Körperregion. Die Bläschen können aufplatzen und vereitern, gelbliche Krusten bilden und heilen nach etwa 1 - 2 Wochen narbenfrei ab.
Zweit- oder Wiederholungsinfektionen verlaufen meist weniger schwerwiegend als Ersterkrankungen.

Herpes labialis ("Fieberbläschen", "Gletscherbrand")
Typische Lokalisation dieser Herpes-simplex- Erkrankung ist der Lippenrand. Sie beginnt häufig mit Spannungsgefühl und Juckreiz, dann folgt die gruppierte Bläschenbildung auf geröteter Haut. Die Bläschen verkrusten im Verlauf und heilen nach ca. 1 - 2 Wochen ab. Seltener sind andere Stellen im Gesicht, wie Nase oder Wangenregion, betroffen.
Ansteckungsgefahr besteht, bis der gesamte Lippenherpes mit Schorf bedeckt ist.
Der Verlauf der Erkrankung ist bei Personen mit normaler Abwehrreaktion in der Regel unproblematisch, die Bläschen verheilen im Allgemeinen ohne Narben zu hinterlassen.

Mundfäule (Gingivostomatitis herpetica)
Die Mundfäule tritt typischerweise bei Erstinfektion eines Kleinkindes mit HSV 1 auf. Es kommt zur schmerzhaften Bläschenbildung auf der Mundschleimhaut, mit Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme und Mundgeruch.

Augenbeteiligung
Der Befall des Auges ist eine ernsthafte Komplikation und muss umgehend durch den Augenarzt behandelt werden.

Ekzema herpeticatum
Treten Herpesbläschen auf Ekzemen der Haut auf, z.B. bei Menschen mit Neurodermitis, kann dies - unbehandelt - zur Ausbreitung auf den gesamten Körper führen mit schwerwiegenden Komplikationen, wie Entzündungen von Bindehaut, Lunge oder Gehirn.

Herpes genitalis
Die Herpes-genitalis-Infektion wird meist vom HSV-2-Virus verursacht und führt bei der Frau zur Bläschenbildung an der Scheide (Vulvovaginitis herpetica), am Muttermund, im Gebärmutterhals oder an der Harnröhre (Urethritis herpetica) bzw. beim Mann an der Eichel (Balanitis herpetica) und Vorhaut (Balanoposthitis herpetica).
Zusätzlich können Komplikationen, wie hohes Fieber oder Hirnhautentzündung das Krankheitsbild erschweren.
Kommt es in der Schwangerschaft zu einer Infektion mit Herpes genitalis wird der Arzt besonders engmaschig überwachen. Bei aktiver Erkrankung um den Geburtstermin wird ggf. ein Kaiserschnitt durchgeführt, um einer Infektion des Neugeborenen vorzubeugen.

Herpes-Sepsis des Neugeborenen
Eine Herpesinfektion ist für Neugeborene eine schwere Erkrankung mit oft lebensbedrohlichem Verlauf. Die Übertragung kann durch Besucher oder Krankenhauspersonal mit Herpes labialis, häufiger während der Geburt durch die an Herpes genitalis erkrankte Mutter erfolgen. Durch Kaiserschnitt bzw. entsprechende Vorsichts- und Hygienemaßnahmen kann einer Übertragung auf das Neugeborene vorgebeugt werden.

Wie stellt Ihr Arzt eine Infektion fest?
Die Diagnose Herpes simplex kann vom Arzt meist allein durch das charakteristische Erscheinungsbild der typischen Bläschen gestellt werden. Mit speziellen Tests können zusätzlich Abwehrstoffe (Antikörper) im Blut oder die Viren nachgewiesen werden.

Was können Sie tun, wenn der Arzt bei Ihnen eine Herpes-simplex-Infektion festgestellt hat?
Sobald Sie zum ersten Mal Anzeichen einer Bläschenbildung bemerken (Juckreiz,Schmerzen, Spannungsgefühl) sollten Sie einen Arzt aufsuchen, damit die Behandlung so früh wie möglich begonnen werden kann.

Bei einem wiederholten Auftreten wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, wenn Sie zusätzlich Fieber haben, sich krank fühlen oder Komplikationen auftreten.

In leichten Fällen können schmerzstillende Medikamente, austrocknende Salben sowie Salben u. Cremes mit Wirkstoffen, die die Vermehrung des HSV- Virus hemmen (antivirale Wirkstoffe), angewendet werden. Diese antiviralen Wirkstoffe dringen bevorzugt in befallene Zellen ein und werden dort vom Virus in die wirksame Form umgewandelt. Diese Wirkform kann die Vermehrung der Herpesviren in den befallenen Zellen hemmen. Ist kein Virus in der entsprechenden Zelle vorhanden, bleibt der Wirkstoff in seiner unwirksamen Vorstufe.
Wichtig ist eine besonders frühzeitige Behandlung, da sich das Virus im Anfangsstadium der Erkrankung besonders stark vermehrt. Daher sollte die entsprechende Creme bereits bei ersten Anzeichen der Erkrankung (Spannungsgefühl, Juckreiz) aufgetragen werden.
Zur lindernden Therapie von Schmerzen und Juckreiz bei häufig wiederkehrenden Herpesinfektionen mit Bläschenbildung im Lippenbereich (revidierender Herpes labialis) stehen u. a. rezeptfrei in der Apotheke erhältliche Cremes mit dem Wirkstoff Aciclovir zur Verfügung.

Bei schwereren Verlaufsformen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, der gegebenenfalls weitergehende virushemmende Therapiemaßnamen einleiten wird.

Virushemmende Medikamente werden in bestimmten Fällen vom Arzt auch verordnet, wenn ein erneuter Krankheitsausbruch verhindert werden soll.

Wie können Sie der Erkrankung vorbeugen?
Allgemein stärkt eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, körperlicher Bewegung und ausreichend Schlaf das körpereigene Abwehrsystem.

Zusätzlich sollten Sie
bei starker Sonneneinstrahlung (v. a. Gletschersonne!) auf Lippen und Mundbereich bereits vor der Sonnenexposition Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (Sunblocker) auftragen
erkrankte Stellen nicht mit den Händen berühren, um eine Übertragung auf andere Körperbereiche durch Verschleppung bzw. eine Ansteckung anderer zu vermeiden
nach einem evtl. Berühren der Bläschen Hände gründlich waschen
bereits bei ersten Anzeichen der Bläschenbildung (u. a. auftretendes Spannungsgefühl, Juckreiz) eine virushemmende Creme auftragen (Stadium stärkster Vermehrung)
auf jeden Fall den direkten Kontakt mit Neugeborenen meiden

Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Kontaktpersonen und Familienmitglieder eines Erkrankten folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

Vermeiden von engem Körperkontakt (Küssen, Benutzung gemeinsamer Gläser, Zahnputzbecher usw.)
keine gemeinsame Bettwäsche oder Handtücher verwenden
frühzeitige Behandlung des Erkrankten bei Auftreten von Krankheitssymptomen
 
2. Varizella-Zoster-Virus (VZV)
Was sind Varizella-Zoster-Erkrankungen?
Bei der Erstinfektion mit einem anderen Typ der Herpesviren, dem Varizella-Zoster-Virus, kommt es zum Krankheitsbild Windpocken (Varizellen).
Bei der Erkrankung Windpocken bilden sich auf der Haut stark juckende rote Flecken, Knötchen und Bläschen, die nässen und im Krankheitsverlauf verkrusten. Im Kindesalter heilen Windpocken meist innerhalb von 2 - 3 Wochen ab. Bei Infektion im Erwachsenenalter kann es häufiger zu schwerwiegenderen Komplikationen kommen.
Nach einer Windpockenerkrankung bleiben die Viren - wie bei der Herpes-simplex-Infektion - lebenslang im Körper. Bei einem erneuten Aufflammen der Infektion im Erwachsenenalter kommt es zum Krankheitsbild der Gürtelrose.

Windpocken
Wie werden Windpocken übertragen?
Windpocken kommen weltweit vor und sind hochansteckend. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt oder Tröpfcheninfektion (Speichel, Niesen, usw.). Ansteckungsgefahr besteht üblicherweise bereits 2 Tage vor dem Auftreten der ersten Bläschen.

Wie macht sich eine Infektion bemerkbar?
Etwa 8 - 28 Tage nach der Ansteckung kommt es am ganzen Körper zur Ausbildung roter Flecken, die sich im Verlauf der Erkrankung zunächst zu Knötchen, dann zu kleinen Bläschen entwickeln. Diese Veränderung dauert zum Teil nur wenige Stunden. Wenn die Bläschen aufplatzen, tritt nässendes Exsudat aus. Es kommt zur Bildung stark juckender Krusten.
Bei Kindern heilen die Bläschen im Allgemeinen innerhalb von 2 - 3 Wochen ab, ohne Narben zu hinterlassen.
Bei Erwachsenen, vor allem bei immungeschwächten Patienten, verläuft die Windpockenerkrankung häufig mit schwerwiegenderen Komplikationen. Auch bei Neugeborenen, die durch eine Infektion der Mutter während der Geburt angesteckt werden, kann die Windpockenerkrankung zu schweren Komplikationen führen.

Was können Sie tun, wenn der Arzt bei Ihnen eine Varizella-Zoster-Infektion festgestellt hat?
Da das Aufkratzen der juckenden Bläschen vermieden werden muss, wird Ihr Arzt Ihnen häufig ein Juckreiz stillendes Mittel empfehlen. Bei schweren Verlaufsformen werden im Rahmen der ärztlichen Therapie antivirale Mittel (Arzneimittel mit Wirkstoffen, die die Virusvermehrung hemmen) eingesetzt.

Gürtelrose
Wie bei der Infektion mit Herpes-simplex-Viren bleibt das Varizella-zoster-Virus nach überstandener Windpocken-Erkrankung in den Nervenzellen des Menschen zurück. Bei einer Reaktivierung des Virus gelangt dieses entlang der Nervenbahnen an die Hautoberfläche zurück.

Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?
Zunächst kommt es zu einer Entzündung der betroffenen Nervenzellen, die häufig mit brennendem Gefühl und starken Schmerzen verbunden ist. Als Allgemeinsymptome können Müdigkeit, Schlappheit und Fieber auftreten. Es kommt zu schmerzhaften Rötungen im betroffenen Hautbereich und nach einigen Tagen zur Bildung von gruppenförmig angeordneten Bläschen. Die Bläschen platzen einige Tage später auf, es kommt zur Bildung von Schorf, der später abfällt, oder zur Verkrustung. Die Krankheitsdauer variiert zwischen 7 - 14 Tagen und 4 Wochen.
Der flüssige Bläscheninhalt ist ansteckend und führt bei Nichtinfizierten zu Windpocken.
Die Gürtelrose ist häufig mit starken Schmerzen verbunden (Zoster-Schmerzen), die insbesondere bei älteren Menschen noch über die überstandene Krankheitsdauer hinaus anhalten können (postherpetische Neuralgie).

Formen der Zoster-Erkrankung
Meist tritt die Gürtelrose im Bereich des Brustkorbes auf und ist auf eine Körperseite begrenzt. Seltener sind Lendenwirbelbereich, Arme oder Beine betroffen.
Schwerwiegender ist das Auftreten im Bereich von Gesicht und Augen (Zoster ophthalmicus) sowie entlang des Gehörganges. Unbehandelt können diese Formen bleibende Schäden verursachen. Sehr selten - und meist nur bei immungeschwächten Personen - ist der gesamte Körper betroffen (Zoster generalisatus).

Behandlung
Im Rahmen der auf alle Fälle notwendigen ärztlichen Therapie kommen antivirale Wirkstoffe sowie schmerzlindernde Medikamente zum Einsatz. Die betroffen Stellen können lokal mit Zinkpaste oder Puder behandelt werden.

 
3. Epstein-Barr-Virus
Eine weitere Form der Herpes-Viren, das Epstein-Barr-Virus, verursacht eine Erkrankung, die Pfeiffer'sches Drüsenfieber bzw. Mononukleose genannt wird.

Welche Behandlung erforderlich ist, wird der Arzt im Einzelfall entscheiden.
 

4. Zytomegalie-Virus (CMV)

Das Zytomegalie-Virus gehört ebenfalls zu den Herpes-Viren. Bei Gesunden verläuft die Infektion in der Regel unbemerkt: bei Personen mit geschwächtem Abwehrsystem oder bei Neugeborenen kann eine Infektion Komplikationen zur Folge haben.
Aufgrund der unterschiedlichen Ausprägung der Erkrankung wird der Arzt im Einzelfall darüber entscheiden, welche Behandlung erforderlich ist.

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Herzinsuffizienz

Unsere Tipps zum Thema: Herzinsuffizienz

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, wie Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Bluthochdruck (Hypertonie) oder Herzinfarkt gehören zu den häufigsten Krankheiten und stellen in Deutschland mit ca. 50 % die häufigste Todesursache dar.
Diese Patienteninformation möchte Sie über die Bedeutung einer Herzinsuffizienz und die bestehenden Behandlungsmöglichkeiten informieren, Ratschläge geben und dazu beitragen, diese Krankheit besser zu verstehen.

Herzinsuffizienz – was bedeutet das eigentlich?
Herz, Blutgefäße und Blut bilden zusammen das Herz-Kreislauf-System. Das Herz ist der „Motor" des Blutkreislaufes. Es pumpt die 4-5 Liter Blut, die der Körper eines Erwachsenen enthält, kontinuierlich durch die Blutgefäße.

Das Herz besteht aus einer rechten und einer linken Herzhälfte und ist ein so genannter Hohlmuskel, der – wie alle Muskeln – angespannt und entspannt werden kann. Die Steuerung der Anspannung und Entspan ung wird durch viele ineinander greifende Systeme gesteuert. Durch die wechselnde An- und Entspannung pumpt das Herz das Blut über die Arterien zu den verschiedenen Organen. Diese werden dadurch mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und Stoffwechselprodukte werden entfernt. Über die Venen gelangt das Blut zurück zum Herz.
Ist das Herz gesund, schlägt es so effektiv wie möglich: Geschwindigkeit und Kraftaufwand sind optimal an die jeweilige Situation (Ruhe oder Belastung) angepasst. Das Herz kann seine Leistung unter Belastung um ein Vielfaches steigern, indem die Herzfrequenz (Pulsschlagfolge) und das Schlagvolumen (die bei einem Schlag geförderte Blutmenge) erhöht werden.

Von einer Herzleistungsschwäche, Herzmuskelschwäche, einem schwachen oder insuffizienten Herzen wird bei einer eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit aufgrund einer nachweisbaren Funktionsstörung des Herzens gesprochen. Sie ist eine Folge verschiedener Herzerkrankungen und darf daher nicht unabhängig von der ihr zugrunde liegenden Erkrankung gesehen werden.
Die Herzleistung ist vermindert und das Herz ist nicht mehr in jeder Situation in der Lage, eine ausreichende Pumpleistung zu erbringen. Die verminderte Herzleistung hat eine geringere Durchblutung der Organe und Gewebe zur Folge, wodurch die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen abnimmt. Dies wiederum führt zu einer Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit von der Ausprägung der Funktionsstörung des Herzens. Ist das Herz insuffizient, kann das Blut nicht mehr in ausreichender Menge in den Blutkreislauf gepumpt werden und das Blut, das von den Organen zurück zum Herz kommt, kann nicht mehr schnell genug weitergepumpt werden. Folge ist dann eine Rückstauung in den Blutkreislauf.

Bei einer Linksherzinsuffizienz (die linke Herzhälfte, die das Blut in den Körperkreislauf pumpt, ist betroffen) staut sich dieses Blut im Lungenkreislauf zurück, wodurch es symptomatisch zu einer Luftnot kommt. Bei einer Rechtsherzinsuffizienz (die rechte Herzhälfte, die das Blut in den Lungenkreislauf pumpt, ist betroffen) staut sich das Blut in den Körperkreislauf zurück, wodurch Wassereinlagerungen (Ödeme) entstehen. Häufig sind jedoch beide Herzhälften betroffen, man spricht hier von einer Globalinsuffizienz.

Warum kommt es zur Herzinsuffizienz? – Ursachen und Risikofaktoren
Bei einer Herzinsuffizienz handelt es sich ganz allgemein um eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit aufgrund einer Funktionsstörung des Herzens, bei der das Blut nicht mehr in ausreichenden Mengen in den Körperkreislauf gepumpt werden kann.
Man unterscheidet die akute und chronische Herzinsuffizienz, abhängig davon, in welcher Zeitspanne (akut: innerhalb von Minuten/Stunden oder chronisch: über Monate/Jahre) sich die Herzinsuffizienz entwickelt sowie die systolische (der Herzmuskel ist nicht mehr in der Lage, kräftig zu pumpen) und die diastolische Herzinsuffizienz (der Herzmuskel kann sich nicht mehr richtig entspannen und deshalb nicht ausreichend mit Blut füllen).
Eine akute Herzinsuffizienz entsteht durch den Ausfall größerer Bereiche des Herzmuskelgewebes. Ursachen hierfür können beispielsweise sein:

  • Herzinfarkt
  • Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis)
  • Herzklappenfehler
  • Lungenembolie (Verschluss der Lungenarterie).

Herzerkrankungen, aus denen sich eine chronische Herzinsuffizienz entwickeln kann, sind zum Beispiel:

  • Koronare Herzkrankheit
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Stoffwechselstörungen (beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion [Hyperthyreose])
  • Erkrankung des Herzmuskels (Kardiomyopathie).

Die häufigste Ursache für die chronische Herzinsuffizienz ist die koronare Herzkrankheit. Bei dieser Erkrankung sind die das Herz versorgenden Blutgefäße verengt. Folge ist eine verminderte Versorgung des Herzmuskels mit Blut und somit mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das macht sich besonders dann bemerkbar, wenn das Herz bei körperlicher Anstrengung stärker und schneller schlagen muss.

Ein weiterer Risikofaktor ist der Bluthochdruck. Ein hoher Blutdruck bedeutet eine hohe Belastung für das Herz. Es muss bei jedem Schlag das Blut mit einem größeren Kraftaufwand durch die Arterien pumpen als bei einem normalen Blutdruck. Durch die andauernde Druckbelastung vergrößert sich der Herzmuskel im Laufe der Jahre, wodurch sich eine Herzinsuffizienz entwickeln kann. Je höher der Blutdruck ist, umso größer ist das Risiko, zukünftig an einer Herzinsuffizienz zu erkranken.

Bei Menschen mit Herzrhythmusstörungen ist die Schlagkraft des Herzens verändert. Es schlägt entweder zu langsam oder zu schnell und häufig auch unregelmäßig. Schlagkraft und Schlaggeschwindigkeit sind somit nicht mehr optimal an die Anforderungen des Körpers angepasst, wodurch sich eine Herzinsuffizienz entwickeln kann.

Faktoren, die das Risiko für eine Herzinsuffizienz begünstigen, sind:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Übergewicht
  • Nikotinkonsum
  • übermäßiger Alkoholkonsum.

Welche Symptome treten bei einer Herzinsuffizienz auf?
Es gibt viele Symptome, die bei einer Herzinsuffizienz auftreten können. Das so genannte Leitsymptom der Herzinsuffizienz ist die Luftnot (Asthma cardiale). Anhand dieses Symptoms wurde durch die New York Heart Association (New Yorker Herzgesellschaft, NYHA) die Einteilung in die Stadien I bis IV vorgenommen:

Bei einer beginnenden Herzinsuffizienz (NYHA-Stadium I) setzt der Organismus verschiedene Kompensationsmechanismen in Gang. Hierdurch kann für eine gewisse Zeit eine ausreichende Versorgung des Organismus mit Blut und somit mit Sauerstoff und Nährstoffen gewährleistet werden. Die körperliche Leistungsfähigkeit bleibt daher erhalten. Das bedeutet, dass man bei einer normalen Belastung keine Beschwerden wie Luftnot und Schwäche bemerkt. Im alltäglichen Leben fühlt man sich nicht beeinträchtigt, obwohl das Herz bereits geschwächt ist.
Erst in den NYHA-Stadien II-IV kommt es zu einer eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit, zunächst nur unter körperlicher Belastung (Stadien II und III), später bereits in Ruhe (Stadium IV).

Luftnot ist insbesondere bei der Linksherzinsuffizienz ein typisches Symptom. Weitere Symptome können sein:

  • Lungenstauung / Lungenödem
  • Beschleunigte Atemfrequenz
  • Nächtliches Husten
  • Unruhe.

Bei einer Rechtsherzinsuffizienz stehen Ödeme (Wassereinlagerungen) im Bereich der Knöchel und der Schienbeine und ein damit verbundener nächtlicher Harndrang im Vordergrund. Nachts wird das eingelagerte Wasser aufgrund der Hochlagerung der Beine wieder ausgeschieden.

Auch folgende Symptome können ggf. auf eine Herzinsuffizienz hinweisen:

  • Halsvenenstauung
  • Appetitlosigkeit.
  • Zudem können Leistungsminderung, Schwächegefühl, Herzrasen, Kältegefühl, bläuliche Haut sowie Konzentrationsstörungen auftreten.
  • Nur selten treten die Symptome einer Links- oder Rechtsherzinsuffizienz isoliert auf, da häufig beide Herzhälften betroffen sind.

Wie kann der Arzt feststellen, ob Sie unter einer Herzinsuffizienz leiden?
Ziel ist es, eine Herzinsuffizienz so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln. Moderne Untersuchungsmethoden ermöglichen eine frühe Erkennung und somit eine gezielte Behandlung der Herzinsuffizienz.
Zu Beginn der Erkrankung verursacht eine Herzinsuffizienz keine Beschwerden und bleibt daher häufig über einen längeren Zeitraum unerkannt.

Zunächst wird Ihnen Ihre Ärztin/Ihr Arzt einige Fragen stellen, um sich ein besseres Bild über Ihre Krankheitsgeschichte und die Krankheitsgeschichte Ihrer Familie machen zu können und um sich über Ihre Lebensgewohnheiten zu informieren.
Bei einer Untersuchung wird u.a. auf Wasseransammlungen in den Beinen geachtet, das Herz und die Brust werden abgehört sowie Blutdruck und Puls gemessen.

Sollte sich der Verdacht auf eine Herzinsuffizienz ergeben, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt gegebenenfalls Ihr Blut im Labor untersuchen lassen und ein Elektrokardiogramm (EKG) erstellen.
Eine Blutuntersuchung kann Hinweise liefern, ob die Herzinsuffizienz auch Auswirkungen auf andere Organe hat, da das Blutbild charakteristische Veränderungen aufweisen kann.
Ein EKG kann, abhängig davon, in welchem Stadium der Herzinsuffizienz Sie sich befinden, fast normal erscheinen. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird daher möglicherweise zusätzlich auch ein „Belastungs-EKG" durchführen, um zu sehen, wie Ihr Herz unter Belastung arbeitet. Sollte die Herzschlaggeschwindigkeit (Herzrhythmus) verändert sein, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt gegebenenfalls ein „Langzeit- EKG" machen.

Weitere mögliche Untersuchungsmethoden sind eine Röntgenaufnahme des Oberkörpers, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, die Bestimmung der Sauerstoffsättigung im Blut sowie eine Lungenfunktionsprüfung. Durch die Röntgenaufnahme des Oberkörpers erhält der Arzt Informationen über die Form und die Größe des Herzens und der Lunge. Hierdurch können auch Flüssigkeitseinlagerungen in der Lunge erkannt werden. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung kann festgestellt werden, ob sich der Herzmuskel vergrößert hat oder ob Teile des Herzmuskels geschädigt sind.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?
Wenn Ihre Ärztin/Ihr Arzt bei Ihnen eine Herzinsuffizienz festgestellt hat, müssen Sie gegebenenfalls Medikamente einnehmen. Zusätzlich gibt es auch nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, um das Herz zu entlasten und eventuell auftretende Beschwerden zu verringern.
Behandlungsziel ist immer, das Fortschreiten der Herzinsuffizienz zu verzögern und die Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
Tägliches Wiegen
Kontrollieren Sie täglich Ihr Gewicht, und beachten Sie dabei bitte folgendes:
Wiegen Sie sich morgens nach dem ersten Toilettengang, aber vor dem Frühstück und der Medikamenteneinnahme ohne Kleidung und immer auf derselben Waage. Tragen Sie Ihr Gewicht in eine Gewichtstabelle ein und bringen Sie diese zu jedem Arztbesuch mit. Wenn Sie innerhalb von 2 bis 3 Tagen 1 bis 2 Kilogramm zunehmen, teilen Sie dies Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt bitte umgehend mit. Plötzliche oder auch langsame Gewichtszunahme kann ein Warnzeichen sein, dass Ihr Körper im Gewebe Wasser einlagert.

Normalisierung des Körpergewichtes
Durch Reduzierung eines vorhandenen Übergewichts können viele Herz-Kreislauf-Krankheiten gebessert werden,auch die Herzinsuffizienz. Übergewicht stellt eine zusätzliche Belastung für das Herz dar. Bei Übergewicht sollten Sie eine langsame schrittweise Gewichtsabnahme anstreben. Dies kann durch eine bewusste Ernährungsumstellung erreicht werden (keine Blitzdiäten). Nach erreichter Reduktion sollten Sie versuchen, das Gewicht zu halten und eine erneute Zunahme vermeiden. Ziel sollte das Erreichen Ihres Normalgewichts sein.

Begrenzte Kochsalzzufuhr
Je mehr Kochsalz Ihre Nahrung enthält, desto leichter kann sich im Körper Wasser einlagern und die Herzinsuffizienz verschlechtert sich. Verwenden Sie deshalb weniger Kochsalz, verzichten Sie auf Nachsalzen und meiden Sie Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an Kochsalz, beispielsweise geräucherter Speck, roher und gekochter Schinken, Käse, Salzheringe, Matjes, Sauerkraut, Fertiggerichte aus der Dose oder dem Tiefkühlregal, fertige Salatsaucen, Ketchup, Senf, Laugengebäck und Chips.

Eingeschränkte Flüssigkeitszufuhr
Viele Patienten neigen dazu, Wasser im Gewebe anzusammeln. Daher wird generell eine verminderte Flüssigkeitszufuhr auf max. 2 l pro Tag empfohlen. Die Flüssigkeitszufuhr ist aber vom Schweregrad einer Herzinsuffizienz abhängig und sollte auch an besondere Situationen angepasst werden (z. B. Wärme, Erbrechen, Durchfall, Fieber). Bitte sprechen Sie die empfohlene Trinkmenge mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ab.

Ernährungsumstellung
Grundsätzlich sollten Sie vitamin- und ballaststoffreiche Speisen bevorzugen und auf den Kaloriengehalt der Nahrungsmittel und Getränke achten. Achten Sie aufeine möglichst fettarme und cholesterinbewusste Ernährung. Streich-, Koch- und Bratfette sollten Sie sehr sparsam einsetzen. Um die Fettstoffwechsellage zu normalisieren, sollten Sie die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren deutlich reduzieren. Pflanzliche Fette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind generell zu bevorzugen. Die tägliche mit den Mahlzeiten aufgenommene Menge an Cholesterin sollte unter 300 mg liegen.
Diese Ernährungsempfehlungen bedeuten aber nicht, dass Sie auf alle Lieblingsspeisen dauerhaft verzichten müssen. Gelegentliche Ausnahmen sind durchaus erlaubt. Wichtig ist, dass auf eine besonders fett- und kalorienreiche Mahlzeit wieder ein ernährungsbewusster Ausgleich folgt. Essen Sie daher viel Obst, Gemüse und Salat.

Einschränkung des Alkoholkonsums
Trinken Sie weniger und seltener Alkohol. Männer sollten höchstens 30 g Alkohol pro Tag, Frauen höchstens 20 g Alkohol pro Tag zu sich nehmen.
Ca. 30 g Alkohol sind enthalten in:
0,75 l Bier
0,25 l Wein
0,1 l Schnaps

Sollte Ihre Herzinsuffizienz durch eine Alkoholkrankheit entstanden sein, sollten Sie ganz auf Alkohol verzichten, um Ihr Herz nicht weiter zu schädigen.

Verzicht auf das Rauchen
Zigaretten sind eine starke Belastung für Herz und Gefäße. Rauchen schädigt die Blutgefäße und fördert die Entstehung der koronaren Herzkrankheit. Dadurch kann sich die Herzinsuffizienz noch weiter verschlechtern. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Ihrer Apothekerin/Ihrem Apotheker über die für Sie am besten geeignete Methode zur Raucherentwöhnung.

Reiseziele
Gegen Reisen ist prinzipiell nichts einzuwenden, wenn Sie es als keine zu große Belastung empfinden. Reisen in große Höhe sowie in Gebiete mit heißem oder feuchtem Klima sollten Sie vermeiden, da dies eine zu große Belastung für Ihr Herz darstellen könnte. Kurze Flugreisen sollten Sie gegenüber längeren Reisen mit anderen Transportmitteln vorziehen. Bei langen Flügen könnten allerdings Komplikationen wie tiefe Venenthrombosen,Ödeme und Flüssigkeitsmangel auftreten.

Bewegung und Sport
Ein moderates körperliches Training (z. B. Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen) ist bei stabiler chronischer Herzinsuffizienz im NYHA Stadium I-III empfehlenswert. Dadurch kann der Sauerstoff besser vom Körper aufgenommen werden. Ihr Herz wird entlastet und auf längere Sicht gestärkt. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt darüber, welches Training für Sie geeignet ist.

Einschränkung von Stressfaktoren
Sorgen Sie für ausreichend Erholung, Schlaf und Freizeit und versuchen Sie, belastende Umstände zu ändern. Stress kann sich auch negativ auf bestimmte Lebensgewohnheiten auswirken. Menschen unter Stress neigen oft zu erhöhtem Alkohol- und Zigarettenkonsum sowie zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme.

Hochlagerung des Oberkörpers im Schlaf
Stellen Sie das Kopfteil Ihres Bettes ein wenig nach oben oder schlafen Sie mit mehreren Kissen. Sie entlasten durch die Hochlagerung Ihres Oberkörpers in der Nacht Ihr Herz.


Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
Wenn bei Ihnen eine Herzinsuffizienz festgestellt wurde, werden Sie gegebenenfalls Medikamente einnehmen müssen. Diese Medikamente sollen Ihnen helfen, der Herzinsuffizienz entgegenzuwirken, die Schädigung des Herzmuskels aufzuhalten und ihn zu kräftigen.
Auch wenn Sie noch keine Beschwerden haben (NYHA Stadium I), ist Ihr Herz bereits geschwächt und es ist sehr wichtig, dass Sie Ihre Medikamente regelmäßig einnehmen.

Für eine medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz stehen heute – neben freiverkäuflichen Weißdorn- Präparaten – eine Vielzahl von rezeptpflichtigen Arzneimitteln zur Verfügung.

  • Betablocker
  • ACE-Hemmer
  • Angiotensin-II-Antagonisten
  • Diuretika
  • Calciumkanalblocker
  • gefäßerweiternde Medikamente (Vasodilatatoren)
  • Antiarrhythmika
  • Herzglykoside.

Weißdorn
Weißdorn erweitert die Gefäße, insbesondere die Herzkranzgefäße, wodurch der Herzmuskel besser mit Sauerstoff versorgt wird. Zusätzlich steigert er die Kontraktionskraft des Herzens.

Betablocker
Betablocker blockieren bestimmte Rezeptoren (so genannte Beta-Rezeptoren) am Herzen und an den Blutgefäßwänden. Die Wirkung des „Stresshormons" Adrenalin und Noradrenalin wird dadurch gehemmt. Am Herzen nehmen Herzschlagfolge und Kraft, mit der sich der Herzmuskel zusammenzieht, ab. Das Herz wird entlastet. Zusätzlich kommt es an den Blutgefäßwänden zu einer Erweiterung der Gefäße.
Die Belastbarkeit kann zu Beginn der Behandlung mit einem Betablocker abnehmen, allerdings steigt sie nach einigen Monaten Therapiedauer wieder deutlich an.

ACE-Hemmer
ACE-Hemmer hemmen ein Enzym, das so genannte Angiotensin-Converting-Enzym (kurz: ACE) im Körper. Dadurch wird weniger Angiotensin II gebildet, welches zur Verengung der Blutgefäße führt. Durch die geringere Verengung der Blutgefäße sinkt der Blutdruck und das Blut kann leichter fließen. Das Herz wird entlastet.

Angiotensin-II-Antagonisten (Sartane)
Angiotensin-II-Antagonisten (Sartane) sind in ihrer Wirkung den ACE-Hemmern sehr ähnlich. Sie hemmen die Bindung des Hormons Angiotensin II an seinen Rezeptor.

Diuretika
Diuretika fördern die Wasser- und Salzausscheidung über die Niere. Sie werden deshalb auch als „Wassertabletten" bezeichnet. Die Folge ist, dass Sie häufiger zur Toilette gehen müssen, aber durch die erhöhte Wasserausscheidung verringert sich die Flüssigkeitsmenge im Blutkreislauf. Es kommt zu einem geringeren Druck in den großen Blutgefäßen (Arterien), wodurch das Herz entlastet wird.

Calciumkanalblocker
Calciumkanalblocker hemmen spezielle Calciumkanäle. Dadurch werden die Blutgefäße erweitert und es kommt zu einer Blutdrucksenkung. Das Herz wird entlastet. Zusätzlich kann der Herzmuskel besser mit Sauerstoff versorgt werden.

Gefäßerweiternde Medikamente (Vasodilatatoren)
Vasodilatatoren erweitern die Venen und Arterien und führen so zu einer Entlastung des Herzens. Zudem verbessern sie die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels.

Antiarrhythmika
Unter diesem Begriff werden Arzneimittel zusammengefasst, die die Bildung und Weiterleitung der elektrischen Erregung im Herzen beeinflussen. Somit kann ein normaler Herzrhythmus erreicht werden.

Herzglykoside
Schon seit langer Zeit ist der Extrakt des Fingerhutes (Digitalis) als Arzneimittel bei Herzinsuffizienz bekannt. Die darin enthaltenen Digitalisglykoside steigern die Kontraktionskraft, verlangsamen die Erregungsleitung und verringern die Herzfrequenz.

Ihre Ärztin/Ihr Arzt entscheidet individuell, welches rezeptpflichtige Arzneimittel für Sie persönlich geeignet ist und mit welcher Substanz Sie behandelt werden. Die Wahl des Arzneimittels richtet sich danach, welche Vorerkrankung bei Ihnen zur Herzinsuffizienz geführt hat, denn durch die Behandlung der Grunderkrankung kann auch die Schädigung des Herzens aufgehalten werden.

Regelmäßige Untersuchungen zeigen dann, ob sich der gewünschte Therapieerfolg einstellt. Gelingt bei der Anwendung üblicher Dosen eines einzelnen Arzneimittels (Monotherapie) keine befriedigende Einstellung, so wird in der Regel eine Kombination mehrerer Arzneimittel eingesetzt. Manchmal sind auch Änderungen notwendig, z. B. eine Dosiserhöhung oder ein Wechsel des Präparates. Durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt kann das bestmögliche Therapieschema gefunden werden.

Es ist sehr wichtig, dass Sie die Medikamente nach Anweisung Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt einnehmen. Bitte befolgen Sie die Anweisungen Ihrer Ärztin/Ihres Arztes, auch wenn Sie zeitweise keine Beschwerden haben sollten.

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Heuschnupfenzeit

Heuschnupfenzeit

Wie kommt es zu Heuschnupfen?
Heuschnupfen gehört zu den allergischen Erkrankungen. Bei einer Allergie setzt der Körper die ihm zur Verfügung stehenden Abwehrmechanismen ein, um normalerweise harmlose Stoffe so abzuwehren als handle es sich um gefährliche Krankheitserreger. Aus welchem Grund das Immunsystem derartig heftig und unangemessen reagiert, ist bis heute noch nicht geklärt.

Die häufige allergische Erkrankung des Heuschnupfens beruht auf einer Überempfindlichkeit gegen die Eiweißkomponenten von bestimmten Pollen. In der Gräser- und Baumblütenzeit gelangen Pollen in die Luft und lösen an den Schleimhäuten der Atemwege und der Nase sowie an der Bindehaut der Augen eine allergische Reaktion aus.

Was geschieht im Körper?
Verantwortlich für die allergische Reaktion sind Allergene. Diese binden an bestimmte weiße Blutkörperchen und bewirken die Freisetzung von speziellen Botenstoffen im Körper (wie z. B. Histamin). Dieser Vorgang löst die typischen Beschwerden einer Allergie aus: häufiges Niesen, eine laufende Nase, die juckt und brennt, geschwollene Augen, die tränen und jucken, Asthmaanfälle, Lustlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Schlafmangel.
Erkältungen entwickeln sich im Gegensatz zum Heuschnupfen über mehrere Tage und verschwinden in der Regel nach etwa einer Woche. Die allergisch bedingten Symptome treten im Allgemeinen unmittelbar nach dem ersten Kontakt mit den Pollen auf und halten unbehandelt so lange an wie der Körper mit den Pollen konfrontiert wird. Beim Heuschnupfen ist das Nasensekret wässrig und klar. Der unangenehme Juckreiz in Nase und Augen ist zudem typisch für den Heuschnupfen.

Wann treten die Beschwerden auf und was sind die Auslöser?
Die heuschnupfengeplagten Patienten leiden besonders im Frühjahr. Nach milden Wintern kann die Pollenflugzeit schon früh im Januar/ Februar beginnen. Regionale witterungs- und klimabedingte Unterschiede sind zu beachten. Es gibt jedoch auch Personen, die im Sommer oder Herbst Probleme haben. Treten die Beschwerden auch im Winter auf, so handelt es sich meist um eine Allergie auf Hausstaub oder Tierhaare. Durch einen beim Arzt durchgeführten Allergietest lässt sich herausfinden, welche Stoffe die Auslöser der Allergie sind.

Bei allergischen Reaktionen gegen verschiedene Stoffe einer zusammengehörenden Gruppe, z. B. verschiedene Pollen einer Pflanzengruppe, spricht man von Kreuzallergie. Des Weiteren gibt es auch Kreuzallergien zwischen Pollen und bestimmten Nahrungsmitteln. Das Immunsystem reagiert hierbei nicht nur auf bestimmte Pollen, sondern ebenfalls auf Inhaltsstoffe von Lebensmitteln wie Nüsse, Obst und Gewürze, da diese Allergene ähnliche Strukturen beinhalten.

Jahreszeitlicher Zusammenhang der Stoffe, die häufig Heuschnupfen auslösen:

  • Frühjahr:
    Baumpollen (z. B. Birke, Eiche, Erle, Hasel, Ulme, Ahorn)
  • Sommer:
    Gräserpollen (Heuernte)
  • Spätsommer u. Herbst:
    Kräuterpollen (z. B. Beifuß, Nessel, Wegerich)
  • Ganzjahres-Heuschnupfen:
    Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilzsporen 

Vorbeugung und Behandlung:
Je höher die Pollenkonzentration ist, desto stärker sind die Beschwerden. Es reichen jedoch bereits wenige Pollen aus, um allergische Reaktionen auszulösen. Die Pflanzen produzieren riesige Mengen an Pollen, die aufgrund ihrer geringen Größe und Gewicht mit dem Wind über weite Strecken transportiert werden können. Besonders hoch ist die Pollenbelastung an sonnigen trockenen, relativ windarmen Tagen oder in der ersten halben Stunde nach Regenbeginn.

Vermeiden Sie allergieauslösende Substanzen und informieren Sie sich über die aktuelle Pollenflugsituation über

  • Tageszeitung
  • Radio
  • Telefonservice
  • Internet (http://www.pollenflug.de/)*

Verzichten Sie beim Pollenflug der entsprechenden Pflanzen soweit wie möglich auf längere Aufenthalte im Freien. Da bei Anstrengungen die Atmung tiefer ist und auf diese Weise mehr Pollen eingeatmet werden, sollte eine körperliche Belastung im Freien, wie z. B. beim Waldlauf vermieden werden. Besonders stark ist die Pollenkonzentration morgens auf dem Land und abends in der Stadt. Lüften Sie möglichst nicht zu diesen Zeiten. Um die nächtliche Pollenbelastung zu minimieren, waschen Sie sich vor dem Zubettgehen die Haare. Wechseln Sie Ihre Kleidung nicht im Schlafzimmer und bewahren Sie die Kleidungsstücke, in denen sich Pollen befinden können, nicht im Schlafzimmer auf. Lassen Sie beim Autofahren die Fenster geschlossen und schalten Sie die Lüftung aus oder lassen Sie einen Pollenfilter in das Lüftungssystem einbauen.

Hochgebirge und Meer sind nahezu pollenfreie Zonen. Während der Zeit des Pollenflugs empfiehlt sich, wenn möglich, ein Urlaub in diesen Regionen.

Da manchmal aus einem "einfachen" Heuschnupfen eine Entzündung und längerfristig sogar ein allergisches Asthma entstehen kann (Etagenwechsel), ist eine rechtzeitige antiallergische Behandlung im Allgemeinen zu empfehlen.

Zur Vorbeugung und Behandlung stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung.
Für Heuschnupfengeplagte gibt es zur Vorbeugung Arzneimittel in Form von Nasensprays und Augentropfen, z. B. mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure, der dafür Sorge trägt, dass Histamin nicht mehr so leicht freigesetzt werden kann. Die Behandlung muss rechtzeitig vor dem zu erwartenden Allergenkontakt beginnen, damit der Arzneistoff seine Wirkung entfalten kann.
Sollten die Beschwerden länger anhalten oder stärker sein, so stehen so genannte Antihistaminika wie z. B. Loratadin und Cetirizin zur Verfügung, die in Ihrer Apotheke erhältlich sind. Diese werden u. a. in Form von Tabletten angeboten und eignen sich zur Behandlung akuter Beschwerden, indem sie die Rezeptoren des Histamins blockieren und dessen Wirkung verhindern.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Eine so genannte Hyposensibilisierung kann durchgeführt werden: Hierbei wird die Überempfindlichkeit gegenüber einem bestimmten Stoff herabgesetzt, indem diese Substanz in langsam steigenden Dosierungen in der Regel subkutan (= unter die Haut gespritzt) zugeführt wird. Die Hyposensibilisierung dauert ca. 3 bis 5 Jahre. Eine Hyposensibilisierung beim Heuschnupfen reduziert nicht nur das Risiko, später ein allergisches Asthma zu entwickeln, sondern verbessert auch die Beschwerden einer Kreuzreaktion auf Nahrungsmittelbestandteile.

* Quelle: www.meteoxpress.com/

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Lippenherpes

Lippenherpes

Was ist Lippenherpes?
Das Wort "Herpes" stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "schleichender Schaden". Gemeint ist damit eine Infektionskrankheit, die durch eine Gruppe von Viren, die so genannten Herpesviren, hervorgerufen wird.

Verantwortlich für den "Lippenherpes" ist im Wesentlichen ein Subtyp des Herpes-simplex-Virus: Herpes simplex labialis oder auch HSV 1. HSV 1 tritt vorwiegend an den Lippen auf und führt zu den bekannten "Lippenbläschen" (Herpes labialis).

Allen Infektionen mit Herpesviren gemeinsam ist die Tatsache, dass die Viren nach einer Infektion in einer Art "Schlafstadium" lebenslang in den Nervenzellen des menschlichen Körpers verbleiben.
Ist das Immunsystem des Körpers geschwächt, können diese eine erneute Herpeserkrankung hervorrufen, das Virus breitet sich dann auf umgekehrtem Weg entlang der Nervenbahnen wieder Richtung Haut aus.
Auslöser für ein erneutes Auftreten der Erkrankung sind beispielsweise Sonneneinstrahlung, fieberhafte Infekte, beruflicher oder privater Stress, Ekel sowie bei Frauen die Regelblutung oder Schwangerschaft.

Wie wird das Virus übertragen?
Herpes simplex Viren (HSV) kommen weltweit vor und sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Etwa 90 % der Deutschen tragen den Lippenherpesvirus in sich. Das HSV-1-Virus wird meist durch Speichel übertragen. Die Viren gelangen über kleinste Verletzungen der Haut und Schleimhäute in den Körper. Sie können von unserem Immunsystem nicht vernichtet werden und verbleiben lebenslang im Körper.
Auch Menschen, bei denen die Infektion nicht zur Erkrankung führt, können das Virus auf andere übertragen. Die meisten Betroffenen haben sich bereits im Kinder- oder Jugendalter mit dem Virus infiziert. Allerdings führt die Infektion nicht immer zu einer Erkrankung.

Wie macht sich der Lippenherpes bemerkbar?
Typische Lokalisation dieser Herpes-simplex-Erkrankung ist der Lippenrand. Sie beginnt häufig mit Spannungsgefühl und Juckreiz, dann folgt die gruppierte Bläschenbildung auf geröteter Haut. Die Lippenbläschen sind mit einer hellen Flüssigkeit gefüllt und brechen nach kurzer Zeit auf. Im weiteren Verlauf verkrusten die Bläschen und heilen unbehandelt nach ca. 1 - 2 Wochen ab. Seltener sind andere Stellen im Gesicht, wie Nase oder Wangenregion, betroffen.

Ansteckungsgefahr besteht, bis der gesamte Lippenherpes mit Schorf bedeckt ist. Der Verlauf der Erkrankung ist bei Personen mit normaler Abwehrreaktion in der Regel unproblematisch, die Bläschen verheilen im Allgemeinen ohne Narben zu hinterlassen.

Wie können Sie dem Entstehen von Lippenherpes-Bläschen vorbeugen?
Allgemein stärkt eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, körperlicher Bewegung und ausreichend Schlaf das körpereigene Abwehrsystem.

Zusätzlich sollten Sie

  • bei starker Sonneneinstrahlung (v. a. Gletschersonne!) auf Lippen und Mundbereich bereits vorher Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (Sunblocker) auftragen.
  • erkrankte Stellen nicht mit den Händen berühren, um eine Übertragung auf andere Körperbereiche durch Verschleppung bzw. eine Ansteckung anderer zu vermeiden.
  • nach einem evtl. Berühren der Bläschen Hände gründlich waschen.
  • bereits bei ersten Anzeichen der Bläschenbildung (u. a. auftretendes Spannungsgefühl, Juckreiz) eine virushemmende Creme auftragen.
  • auf jeden Fall den direkten Kontakt mit Neugeborenen meiden.

Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Kontaktpersonen und Familienmitglieder folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Vermeiden von engem Körperkontakt (Küssen, Benutzung gemeinsamer Gläser, Zahnputzbecher usw.)
  • keine gemeinsame Bettwäsche oder Handtücher verwenden
  • frühzeitige Behandlung beim Auftreten der Symptome

Was können Sie beim Auftreten der Lippenherpes-Bläschen tun?
Sobald Sie zum ersten Mal Anzeichen einer Bläschenbildung bemerken (Juckreiz, Schmerzen, Spannungsgefühl) sollten Sie einen Arzt aufsuchen, damit die Behandlung so früh wie möglich begonnen werden kann.
Bei einem wiederholten Auftreten wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, wenn Sie zusätzlich Fieber haben, sich krank fühlen, nach 5 Tagen keine eindeutige Besserung festzustellen ist oder Komplikationen auftreten.

Bei wiederkehrenden Lippenherpesinfektionen können in leichten Fällen schmerzstillende Medikamente, austrocknende Salben sowie Salben und Cremes mit Wirkstoffen, die die Vermehrung des HSV-Virus hemmen (antivirale Wirkstoffe), angewendet werden. Diese antiviralen Wirkstoffe dringen bevorzugt in befallene Zellen ein und werden dort vom Virus in die wirksame Form umgewandelt. Diese Wirkform kann die Vermehrung der Herpesviren in den befallenen Zellen hemmen. Ist kein Virus in der entsprechenden Zelle vorhanden, bleibt der Wirkstoff in seiner unwirksamen Vorstufe.

Wichtig ist eine besonders frühzeitige Behandlung, da sich das Virus im Anfangsstadium der Erkrankung besonders stark vermehrt. Daher sollten die entsprechenden Cremes bereits bei ersten Anzeichen der Erkrankung (Spannungsgefühl, Juckreiz, u.a.) aufgetragen werden.

Zur lindernden Therapie von Schmerzen und Juckreiz bei häufig wiederkehrenden Herpesinfektionen mit Bläschenbildung im Lippenbereich (rezidivierender Herpes labialis) stehen u. a. rezeptfrei in der Apotheke erhältliche Cremes mit dem Wirkstoff Aciclovir wie beispielsweise Aciclovir akut Creme - 1A-Pharma® zur Verfügung.

Bei schwereren Verlaufsformen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, der gegebenenfalls weitergehende virushemmende Therapiemaßnahmen einleiten wird.

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Prostata

Unsere Tipps zum Thema: Prostata

Die Prostata – ein unbeliebtes und gern verschwiegenes Thema. Jeder Mann hat sie, doch keiner möchte mit ihr zu tun haben. Das kastaniengroße – oder besser kleine – Organ wiegt nur etwa 20 Gramm, dennoch kann es im Alter zu einer schweren Belastung werden. Denn etwa ab dem 40. Lebensjahr beginnt die Prostata noch einmal zu wachsen. Durch die Vergrößerung der Prostata treten bei einer Vielzahl von Männern Beschwerden auf: erhöhter Harndrang, häufiges, nächtliches Wasserlassen oder ein schwacher Harnstrahl sind nur einige der Beschwerden, die sich durch das Wachstum einstellen können. Eine weitere – weit schwerwiegendere – Erkrankung der Prostata ist das Prostatakarzinom (Prostatakrebs).

Prostatakrebs ist in Deutschland die am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung, und eine der häufigsten, krebsbedingten Todesursachen bei Männern. Da Prostatakrebs im frühen Stadium – in dem gute bis sehr gute Heilungschancen bestehen – keine oder nur wenige Symptome zeigt und somit oft erst spät entdeckt wird, fordert die Krankheit pro Jahr landesweit rund 12.000 Menschenleben. Um die Krankheit frühzeitig entdecken und heilen zu können, sind daher Aufklärung und Vorsorge besonders wichtig!

Die Prostata – Aufbau und Funktion
Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist Teil des männlichen Urogenitaltraktes und gehört, wie beispielsweise die Hoden, Nebenhoden, Samenblasen und der Samenleiter, zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes.

Die Prostata hat die Größe und Form einer Kastanie und umfasst nahe dem Blasenausgang ringförmig die Harnröhre. Sie besteht aus 30-50 Einzeldrüsen, die in die Harnröhre münden.

Die eigentliche Aufgabe der Prostata besteht darin, ein Sekret abzusondern, das den Hauptanteil der Samenflüssigkeit (ca. 20-30%) bildet und als Transportmittel für die Spermien dient. Das Sekret ist daher wichtig für die Funktionstüchtigkeit der Spermien und besteht u.a. aus Enzymen, wie beispielsweise PSA (= Prostataspezifisches Antigen), das das Sperma verflüssigt.

Mit der Sekretbildung beginnt die Prostata erst mit der Pubertät. Dann wächst sie zu einem funktionstüchtigen Organ heran. Um das 20. Lebensjahr hat die Prostata ein Gewicht von etwa 20 g und die Größe einer Kastanie erreicht. Erst ab dem 40. Lebensjahr beginnt die Prostata wieder zu wachsen. Ursache für das erneute Wachstum sind wahrscheinlich Veränderungen im Hormonhaushalt.

Neben der Sekretbildung hat die Prostata aber noch weitere Funktionen. Zum einen sorgt sie zusammen mit dem Schließmuskel dafür, dass beim Samenerguss die Samenflüssigkeit nicht in die Blase fließt, sondern durch die Harnröhre über den Penis nach außen befördert wird. Zum anderen verhindert sie durch ihren ventilartigen Verschluss, dass beim Wasserlassen Urin in die Samenwege gelangen kann.
Eine weitere Aufgabe der Prostata besteht darin, das männliche Geschlechtshormon Testosteron in eine biologisch aktive Form, das Dihydrotestosteron (DHT), umzuwandeln.


Vorsorge
Eine Vorsorgeuntersuchung kann die Prostataerkrankung nicht verhindern, aber sie kann helfen rechtzeitig mit der Therapie zu beginnen und damit hoffentlich die Erkrankung zu heilen. Da die Veränderungen der Prostata im Frühstadium meist keinerlei Symptome verursachen, ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von größter Bedeutung. Ein Eingriff kann dadurch oftmals vermieden werden.
Eine Prostatavergrößerung lässt sich heute gut medikamentös behandeln, eine Operation ist oft nur in fortgeschrittenen Stadien nötig. Für jeden Mann über 45 Jahren sollte die jährliche Vorsorgeuntersuchung daher selbstverständlich sein.
Leider nehmen nur 10 bis 20% der Männer eine Vorsorgeuntersuchung regelmäßig wahr. Nutzen Sie Ihre Chance! Denn es gilt: je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen!

Symptome, die auf eine Erkrankung der Prostata hinweisen können
Prostataerkrankungen verursachen keine spezifischen Symptome. Die Krankheitszeichen sind eher unspezifisch und stehen im Zusammenhang mit der Sexualfunktion und dem Wasserlassen. Folgende Symptome können auf eine Erkrankung der Prostata hinweisen:

  • Miktionsstörungen = Störungen beim Wasserlassen
  • Hämaturie = Blut im Urin
  • Hämospermie = Blut in der Samenflüssigkeit
  • Erektile Dysfunktion = Störungen der Erektion

Miktionsstörungen = Störungen beim Wasserlassen
Von Miktionsstörungen spricht man, wenn der Ablauf der Harnentleerung, d.h. die Miktion, gestört ist. Miktionsstörungen müssen sorgfältig abgeklärt werden.
Die Ursachen für eine Miktionsstörung können sehr vielfältig sein, häufig sind Prostataerkrankungen und Harnwegsinfekte dafür verantwortlich. Weitere Gründe können beispielsweise Steine, Tumoren, Gefäßveränderungen oder Medikamente sein.
Bei einer Miktionsstörung kann einerseits der Harnabfluss aus der Blase behindert sein, was sich beispielsweise äußern kann in:

  • Verzögerung im Miktionsbeginn
  • Verlängerung der Miktionsdauer
  • Abschwächung des Harnstrahls bis zum Tröpfeln
  • Nachträufeln von Harn nach der Miktion
  • Unterbrechung des Harnstrahls (Harnstottern)
  • Restharnbildung

Andererseits kann durch die Reizung der Harnblase durch Restharn oder durch eine Entzündung die Miktion gestört sein. Dies kann sich u.a. durch Schmerzen beim Wasserlassen oder gehäuften bzw. nächtlichen, schmerzhaften Harndrang äußern.

Zudem kann eine Harninkontinenz, d. h. ein unwillkürlicher Harnabgang, vorliegen.

Hämaturie = Blut im Urin
Blut im Urin kann viele ernsthafte Ursachen haben. Daher ist bei einer Hämaturie eine sofortige ärztliche Untersuchung angezeigt.

Hämospermie = Blut in der Samenflüssigkeit
Oftmals ist Blut in der Samenflüssigkeit harmlos. Bei häufigerem Auftreten kann es aber auch auf eine Erkrankung hinweisen.

Erektile Dysfunktion = Störungen der Erektion
Unter einer Erektionsstörung versteht man das dauerhafte Unvermögen, eine Erektion zu erreichen oder aufrecht zu halten, die für einen befriedigenden Geschlechtsakt ausreicht. Die Diagnose ist also einerseits vom subjektiven Empfinden abhängig, andererseits ist das gelegentliche Ausbleiben einer Erektion nicht gleichzusetzen mit einer erektilen Dysfunktion.
Gründe für eine erektile Dysfunktion können körperliche (50%) bzw. psychische (30%) Ursachen haben. Bei etwa 20% der Patienten liegt eine Kombination aus beidem vor.

Körperliche Ursachen können sein:

  • Genuss von Alkohol, Nikotin, Drogen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Arteriosklerose, Koronare Herzerkrankung)
  • Stoffwechselkrankheiten (z. B. Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Schilddrüsenerkrankungen)
  • Einnahme von Medikamenten (z. B. blutdrucksenkende Arzneimittel und Cholesterinsenkende Arzneimittel,Psychopharmaka, Beruhigungsmittel, starke Schmerzmittel, Appetitzügler, Hormonpräparate)
  • Benignes Prostatasyndrom (= gutartige Prostatavergrößerung, BPH)
  • Erkrankungen des Gehirns oder Rückenmarks (Multiple Sklerose, Schlaganfall)
  • Schädigungen der Nerven
  • Veränderungen des Hormonspiegels
  • Fehlbildungen, Verletzungen oder Erkrankungen des Penis

Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel, erhöhte Blutfettwerte sowie das metabolische Syndrom bilden die Haupt-Risikofaktoren für die erektile Dysfunktion.

Psychische Ursachen können sein:

  • Stress im Beruf
  • Versagensangst
  • Probleme in der Partnerschaft

Untersuchungsmethoden
Für die Untersuchung der Prostata stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Im Folgenden werden die gängigsten Untersuchungsmethoden beschrieben.

Digital-Rektale Tastuntersuchung
Bei der Tastuntersuchung werden der Enddarm sowie die benachbarten Organe mit dem Finger untersucht. Da die Prostata in unmittelbarer Nähe zum Enddarm liegt, kann der Arzt die Drüse leicht über den Enddarm ertasten. Diese Untersuchungsmethode kann erste Anhaltspunkte liefern, ob eine Erkrankung der Prostata vorliegt. Bestimmte Veränderungen, z. B. Größe oder Beschaffenheit der Prostata, kann der Arzt hierdurch ertasten. Die Untersuchung ist einfach und schnell durchzuführen und für den Patienten schmerzlos.

Urinuntersuchungen
Mit Hilfe einer Untersuchung des Urins kann festgestellt werden, ob beispielsweise eine bakterielle Infektion als Ursache für Prostatabeschwerden in Frage kommt. Sie kann aber auch Hinweise darauf liefern, ob andere Erkrankungen vorliegen.

PSA-Bestimmung
PSA (Prostataspezifisches Antigen) ist ein Protein (Eiweiß), welches von den Prostatadrüsen gebildet wird. Da PSA nur von Prostatazellen hergestellt wird, ist es „Prostataspezifisch“. Das Protein PSA, dessen Aufgabe die Verflüssigung des Spermas ist, findet sich sowohl beim gesunden als auch beim kranken Mann. Bei einer vorliegenden Prostataerkrankung kann der Wert allerdings erhöht sein.

Transrektaler Ultraschall (TRUS) bzw. Transrektale Prostatasonographie (TPS)
Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase unmittelbar vor dem Enddarm (Rektum). Daher kann sie durch die Rektum- Wand (transrektal) mittels Ultraschall gut untersucht werden. Hierfür wird eine Ultraschallsonde in das Rektum eingeführt. Diese Untersuchungsmethode ist schmerzlos.

Prostatabiopsie (Gewebeentnahme)
Nur wenn ein auffälliger Befund vorliegt, wird eventuell eine Probeentnahme aus der Prostata in Betracht gezogen. Hierfür kann mit Hilfe einer feinen Biopsie-Nadel eine sehr kleine Gewebeprobe aus der krankheitsverdächtigen Prostata entnommen werden. Die Probe wird dann im Labor auf die Beschaffenheit der Zellen hin untersucht.


Die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH)

Welche Ursachen kann die gutartige Vergrößerung der Prostata haben?
Für eine gutartige Vergrößerung der Prostata werden verschiedene Gründe diskutiert. Vor allem hormonelle Veränderungen führen zu einer Vermehrung des Prostatagewebes.
Die Prostata kann nicht nur nach außen, sondern auch nach innen wachsen. Aufgrund ihrer ringförmigen Lage um die Harnröhre kann die vergrößerte Prostata den Harnfluss zunehmend behindern, da sie die Harnröhre verengt. Anfangs kann der erhöhte Widerstand durch vermehrten Druck der Blasenmuskulatur noch überwunden werden, mit weiterer Vergrößerung treten jedoch spürbare Beschwerden auf.
Der Harnstrahl setzt verspätet ein, wird schwächer, die Harnblase entleert sich nicht mehr vollständig. Häufiges Wasserlassen, vor allem nachts, ist die Folge. In seltenen Fällen kann ein akutes Harnverhalten (= Unvermögen, die gefüllte Harnblase zu entleeren) auftreten, das sofort ärztlich behandelt werden muss. Die BPH ist eine sehr häufige Erkrankung des älteren Mannes. Bei über 80% der Männer über 70 Jahren liegt eine vergrößerte Prostata vor. Aber bereits ab dem 40. Lebensjahr kann eine gutartige Prostatavergrößerung auftreten.

Wie wird eine BPH diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt über die genannten Symptome (siehe S. 7) und eine rektale Untersuchung. Eine sehr exakte Darstellung der Prostata kann mit dem Ultraschall vorgenommen werden. Damit kann auch die Restharnmenge nach einer Blasenentleerung bestimmt werden. Zum Ausschluss einer bösartigen Erkrankung kann das prostataspezifische Antigen (PSA) im Blut bestimmt werden.

Wie wird eine BPH behandelt?
Die Therapie einer gutartigen Vergrößerung der Prostata hängt davon ab, wie stark die Prostata die Harnröhre einengt und wie stark die Beschwerden des Patienten sind.


Medikamentöse Therapie
Phytopharmaka: Verschiedene Pflanzenpräparate (Phytopharmaka) können zur Verringerung der Symptome führen. Es werden Extrake eingesetzt aus Kürbis, Salbei, Sägepalme, Brennnesselwurzel und Roggen.

Alpha-Blocker: Vom behandelnden Arzt können Arzneimittel verschrieben werden, die den Widerstand der Blasen- und Prostatamuskulatur verringern (so genannte Alpha-Blocker, wie beispielsweise Tamsulosin, Terazosin, Alfuzosin und Doxazosin). Vor allem zur Verbesserung der Beschwerden bei der Miktion werden diese Arzneimittel eingesetzt.

5-alpha-Reduktase-Hemmer: Auch Wirkstoffe, die die Umwandlung des Hormons Testosteron in seine aktive Form verhindern, z. B. Finasterid, werden im Rahmen der ärztlichen Therapie eingesetzt. Der Vorteil bei dieser Therapie liegt darin, dass diese Arzneimittel nicht nur die Symptome verringern, sondern auch eine bis zu 30%ige Verkleinerung der Prostata bewirken können.

Operation
Bei sehr ausgeprägter Vergrößerung der Prostata kann über verschiedene Verfahren Prostatagewebe entfernt werden.


Die Entzündung der Prostata (Prostatitis)
Im engeren Sinne versteht man unter dem Begriff Prostatitis eine Entzündung der Prostata. Im Gegensatz zur benignen Prostatahyperplasie und dem Prostatakarzinom kann die Prostatitis in jedem Alter vorkommen, wobei jüngere Männer tendenziell sogar häufiger davon betroffen sind.

Welche Ursachen kann eine Entzündung der Prostata haben?
Grundsätzlich können zwei Formen einer Prostatitis unterschieden werden:

  • eine bakterielle Infektion (bakterielle Prostatitis) oder
  • eine nicht-bakterielle Infektion (abakterielle Prostatitis).

Eine bakterielle Prostatitis wird häufig ausgelöst durch Darmbakterien (z.B. Escherichia coli), die über die Harnröhre in die Prostata gelangt sind. Aber auch über den Blutweg können Bakterien die Prostata befallen.

Die abakterielle Prostatitis wird weiter unterteilt in

  • eine abakterielle entzündliche Prostatitis – auch entzündliches chronisches Beckenschmerzsyndrom genannt und
  • eine abakterielle nicht-entzündliche Prostatitis – auch nicht-entzündliches chronisches Schmerzsyndrom des Beckens oder Prostatodynie genannt.

Auslöser für eine abakterielle entzündliche Prostatitis kann beispielsweise Urin sein, der in die Prostatadrüsengänge gelangt. Hierdurch kommt es zu einer Ablagerung von Stoffwechselprodukten, die im Urin enthalten sind. Eine Blasenentleerungsstörung kann hierfür beispielsweise wiederum ursächlich sein.
Häufig sind auch Entzündungen der Nerven, die zu einer Dysregulation zwischen Gehirn und Beckenbodenmuskulatur führen, die Ursache für eine abakterielle entzündliche Prostatitis.

Bei der abakteriellen nicht-entzündlichen Prostatitis können keine organischen Ursachen für die Beschwerden gefunden werden. Wasserentleerungsstörungen und psychosomatische Störungen (z. B. Depression, Persönlichkeitsstörung) werden häufig mit ihr assoziiert, ob ursächlich oder als Folge der abakteriellen nicht-entzündlichen Prostatits ist unklar.

Welche Symptome können bei einer Entzündung der Prostata auftreten?
Die Prostatitis bereitet bereits in einem sehr frühen Stadium Beschwerden, wie Schmerzen beim Wasserlassen und nach der Ejakulation oder Schmerzen in den Hoden, so dass betroffene Patienten meist frühzeitig den Arzt aufsuchen. Allerdings können die Schmerzen auch unspezifisch auftreten, so dass von Patienten nicht sofort auf eine Entzündung der Prostata geschlossen wird.

Symptome bei einer bakteriellen Prostatitis können neben allgemeinen Krankheitssymptomen wie Schüttelfrost und Fieber auch beispielsweise ein häufiger Harndrang, Harnverhalten sowie Brennen beim Wasserlassen sein. Daneben kann bei einem Stuhlgang ein Druckschmerz und Spannungsgefühl in der Damm- und Afterregion bestehen, welches das Sitzen schmerzhaft macht.

Die abakterielle Prostatitis / das chronische Schmerzsyndrom des Beckens ist die am häufigsten auftretende Form einer Prostatitis. Die Symptome sind ähnlich wie bei der bakteriellen Prostatitis, allerdings lässt sich kein bakterieller Erreger nachweisen.

Wie wird eine Prostatitis diagnostiziert?
Um eine Prostatitis zu diagnostizieren gibt es keinen eindeutigen Parameter. Häufig wird neben einer digital-rektalen Tastuntersuchung die so genannte 4- bzw. 2-Gläser-Probe (hier wird der Urin in Portionen gesammelt und mikrobiologisch untersucht) zur Entzündungs- und Erregerlokalisation durchgeführt.

Eine chronische Prostatitis kann mit denselben Untersuchungen diagnostiziert werden, benötigt aber teilweise noch weiter differenzierte Diagnosemethoden.
Hierzu gehören u. a. der transrektale Ultraschall, die Zytoskopie (endoskopische Untersuchung der Harnblase und -röhre) und Harnstrahlmessungen (= Uroflow, zur Differentialdiagnose von Wasserentleerungsstörungen).

Wie wird die Prostatitis behandelt?
Bei einer akuten bakteriellen Prostatitis ist die Gabe eines Antibiotikums oftmals ausreichend.
Bei einer chronisch bakteriellen Prostatitis kann zusätzlich zu einer Langzeittherapie mit Antibiotika auch noch ein so genannter Alpha-Blocker gegeben werden.

Die Gabe von Alpha-Blockern, 5-alpha-Reduktase-Hemmern und des Phytotherapeutikums Quercetin sind gesicherte Therapieansätze bei der Behandlung der abakteriellen Prostatitis. Außerdem können physikalische Therapien, wie z. B. aerobe Bewegungstherapie, Akupunktur und Mikrowellen- Wärmetherapie, das chronische Schmerzsyndrom des Beckens verbessern.

Das Prostatakarzinom
Unter einem Prostatakarzinom versteht man die bösartige Neubildung von Prostatagewebe. Prostatakrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern.

Wird das Prostatakarzinom in einem frühen Stadium erkannt, bestehen gute Heilungschancen. Dementsprechend wichtig ist die Vorsorgeuntersuchung, die jeder Mann ab dem 45. Lebensjahr regelmäßig wahrnehmen sollte. Bei Männern unter 40 Jahren tritt Prostatakrebs äußerst selten auf.

Die Ursachen für die Entstehung von Prostatakrebs sind nicht genau bekannt. Wie bei vielen Krebsarten spielt die familiäre Veranlagung auch hier eine Rolle. Zudem kann das Hormon Testosteron ein Tumorwachstum begünstigen.

Vorsorgeuntersuchung
Bei der Vorsorgeuntersuchung auf Prostatakrebs tastet der Arzt über den Enddarm die Prostata ab (digital-rektale Untersuchung). Der Arzt kann hierbei sowohl knotige Veränderungen als auch eine Vergrößerung der Prostata erkennen.
Die digital-rektale Untersuchung wird ab dem 45. Lebensjahr als Leistung der gesetzlichen Krankenkasse angeboten. In bestimmten Fällen wird auch eine Bestimmung des so genannten Prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut durchgeführt.

Wie wird ein Prostatakarzinom diagnostiziert?
Bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom folgen weitere Untersuchungen, z. B. Ultraschall (transrektale Sonographie) oder eine Gewebeentnahme (Biopsie), um abklären zu können, ob sich mögliche Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben.

Man unterscheidet verschiedene Stadien (Stadien I-IV) des Prostatakarzinoms, je nachdem, ob der Krebs bislang nur in der Prostata lokalisiert ist oder bereits in umliegenden Gewebe oder auch in anderen Regionen zu finden ist.

  • Stadium I:
    Im Stadium I wird ein Prostatakarzinom nur zufällig gefunden. Es bereitet keine Beschwerden und kann auch noch nicht getastet werden. Die Krebszellen sind nur in der Prostata lokalisiert.
  • Stadium II:
    Im Stadium II ist das Prostatakarzinom bereits tastbar und der PSA-Wert ist erhöht. Die Krebszellen sind nur in der Prostata lokalisiert.
  • Stadium III:
    Im Stadium III haben sich die Krebszellen in dem die Prostata umgebenden Gewebe ausgebreitet.
  • Stadium IV:
    Im Stadium IV haben sich bereits Metastasen gebildet, d.h. die Krebszellen haben sich auf andere Organe und Gewebe ausgebreitet. Auch die Lymphknoten können befallen sein.

Wie kann ein Prostatakarzinom behandelt werden?
Die Behandlung des Prostatakarzinoms hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das Stadium der Erkrankung spielt ebenso eine Rolle wie die Geschwindigkeit, mit der der Tumor wächst, das Alter und der Allgemeinzustand des Patienten sowie ein damit verbundenes Operationsrisiko. Ist der Tumor nur sehr klein, auf die Prostata beschränkt und wächst er nur sehr langsam, kann gegebenenfalls der Behandlungsbeginn nach hinten verschoben werden.

Folgende Möglichkeiten stehen zur Behandlung des Prostatakarzinoms zur Verfügung:

  • Operation
  • Bestrahlung
  • Hormontherapie
  • Chemotherapie

Wenn das Karzinom noch keine Nachbarorgane befallen und nicht metastasiert hat, wird normalerweise eine Operation durchgeführt, bei der die Prostata entfernt wird (eine so genannte Prostatektomie).

Bei älteren Männern mit einem sehr langsamen Tumorwachstum, kann es auch sinnvoll sein, trotz der Diagnose keine Therapie zu beginnen und den Tumor zunächst zu beobachten.

Bei einem lokal begrenztem Prostatakarzinom bietet die Bestrahlung eine Alternative. Hierbei werden Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung eingesetzt.

Die weitere Therapie zielt meist auf eine Unterdrückung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron ab, da dieses das Krebswachstum beschleunigen kann. Durch die medikamentöse Behandlung mit so genannten Antiandrogenen kann die Wirkung der Hormone auf das Prostatakarzinom blockiert werden. Hierdurch kann ein Stillstand der Krankheit erreicht werden. Außerdem ist eine Entfernung der Hoden als Entstehungsort der männlichen Hormone möglich (Orchiektomie).

Bei der Gabe von Zytostatika (Chemotherapie) in späten Stadien der Erkrankung werden bevorzugt Substanzen eingesetzt, die neben den zytostatischen auch antiandrogene Wirkungen haben.

Neben den hier genannten Behandlungsmethoden sind weitere Therapieoptionen vorhanden. Eine Entscheidung hierüber wird ihr behandelnder Arzt treffen.

Was können Sie tun?
Zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit. So kann eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Tee sowie pflanzliche ungesättigte Fette helfen Prostataerkrankungen vorzubeugen. Sie können einen Teil zur Erhaltung der gesunden Prostata beitragen, indem Sie auf Ihre Ernährung achten, sich regelmäßig bewegen und auf das Rauchen verzichten. Außerdem sollten Sie zu hohe nervliche Belastungen und Stress vermeiden.
Eine konsequent durchgeführte jährliche Vorsorgeuntersuchung ist die wichtigste Maßnahme, um eine mögliche Erkrankung der Prostata früh zu erkennen und heilen zu können.

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Schmerz

Informationen zum Thema „Schmerz"

Schmerz - Was ist das überhaupt?
"Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird."
(Definition der International Association for the Study of Pain).

Schmerz entsteht also, wenn unserem Körper ein Schaden zugefügt wird. Der Schmerz dient als Warnsignal und informiert uns über äußere und innere, physische und psychische Bedrohungen unseres Organismus. Unser Körper wird auf diese Weise vor ungünstigen oder gar gefährlichen Einflüssen geschützt und vor dauerndem Schaden bewahrt. Das Meldesignal Schmerz ist somit für ein normales Leben unentbehrlich und erhöht unsere Überlebenschancen.

Schmerztherapie
Obwohl der Schmerz eine natürliche Schutzfunktion für den Menschen darstellt und in der Regel die Diagnose einer Erkrankung erleichtert, empfindet ihn der Patient als unangenehm, meist sogar als quälend und versucht sich von ihm zu befreien.
Dank des heutigen Kenntnisstandes der Medizin muss kein Mensch mehr unnötig akute oder chronische Schmerzen ertragen. Mit Hilfe der derzeit zur Verfügung stehenden modernen Behandlungskonzepte können selbst die stärksten Schmerzen gelindert werden.

Wichtig!
Wenn Sie unter Schmerzen leiden, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.
Ihr Arzt wird zusammen mit Ihnen herausfinden, welche Ursachen für das Auftreten der Schmerzen verantwortlich sind, welche Therapiemöglichkeiten sich für Ihr Krankheitsbild am besten eignen und auf welche Weise Sie selbst zur Linderung Ihrer Schmerzen aktiv beitragen können.

Kopfschmerzen
Wer kennt sie nicht? Die stechenden Schmerzen im Kopf, den "Brummschädel" nach einer durchzechten Nacht oder einfach das Gefühl, den Kopf voll zu haben. Fast die Hälfte der erwachsenen Bundesbürger leidet unter Kopfschmerzen. Dabei ist es wichtig herauszufinden, ob Sie "nur" einen Brummschädel haben oder doch lieber zum Arzt gehen sollten.
Prinzipiell wird zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen unterschieden: Bei sekundären oder symptomatischen Kopfschmerzen handelt es sich um Schmerzen, die als Begleitsymptome einer anderen Erkrankung wie z. B. Erkältungskrankheiten, Zahn-, Nebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung, Bluthochdruck oder als unerwünschte Wirkung bei der Einnahme von Arzneimitteln auftreten.
Die primären Kopfschmerzen sind ein eigenständiges Krankheitsbild. Hierzu gehören die Migräne und der Spannungskopfschmerz als die häufigsten Kopfschmerzarten.
Zur Abklärung der individuellen Art der Kopfschmerzen und der möglichen Auslöser sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Migräne
Die Migräne ist zumeist (nicht immer) charakterisiert durch einen periodisch wiederkehrenden, pulsierenden, meist halbseitigen Schmerz, der anfallsartig auftritt und oft mit Übelkeit u. Erbrechen sowie Lärm-, Licht oder Geruchsempfindlichkeit einhergeht. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Bei körperlicher Anstrengung kommt es im Allgemeinen zu einer Verstärkung der Migräneschmerzen. Die Dauer der Schmerzen beträgt in der Regel mehrere Stunden bis Tage.
Mitunter meldet sich die Migräne durch ein Vorstadium, der sog. Aura, an. Hierbei werden von den Betroffenen Beschwerden wie Sehstörungen (farbige Blitze), Gesichtsfeldeinschränkungen, Sprachstörungen, vermehrter Hunger auf Süßigkeiten, Müdigkeit mit häufigem Gähnen, veränderte Stimmungslage sowie Taubheitsgefühle (Kribbeln/Schwäche) in den Armen, Beinen oder im Gesicht beschrieben.
Es gibt zahlreiche, individuell verschiedene Auslöser für einen Migräneanfall. Dazu gehören u. a. Stress (aber auch Stressabfall am Wochenende), Wetterfühligkeit (Föhn, schwüles Wetter), bestimmte Nahrungs- u. Genussmittel (z. B. Schokolade, Käse, Alkohol, Geschmacksverstärker, Abfall des Coffeinspiegels), Hunger, hormonelle Einflüsse (Menstruation, Einnahme der Pille) sowie unregelmäßiger Schlaf, Umweltreize (grelles Licht, Lärm, Gerüche) oder größere körperliche Belastung.

Spannungskopfschmerz
Der Kopfschmerz vom Spannungstyp wird als leichter bis mäßig starker, dumpf-drückender bis ziehender Schmerz beidseitig im Bereich der Schläfen, Hinterkopf oder über den ganzen Kopf ("wie eine Haube") beschrieben. Zudem wird häufig von einem begleitenden Spannungs- und Benommenheitsgefühl berichtet. Im Gegensatz zur Migräne sind die Kopfschmerzen in der Regel nicht pulsierend und werden durch körperliche Aktivität kaum verstärkt. Die beim Auftreten eines Migräneanfalls typischen Begleiterscheinungen wie beispielsweise Übelkeit und Sehstörungen sind eher selten. Üblicherweise können die Spannungskopfschmerzen einige Stunden bis zu Tagen andauern. Der gelegentliche Spannungskopfschmerz tritt häufig in Konflikt- oder Stresssituationen auf. Treten die Kopfschmerzen an mehr als 180 Tagen im Jahr auf, kann von einem chronischen Spannungskopfschmerz ausgegangen werden. Des Weiteren wird zwischen einem Spannungskopfschmerz mit und ohne Muskelanspannung, d. h. dem zusätzlichen Auftreten einer erhöhten Schmerz- und Druckempfindlichkeit der Hals- und Nackenmuskulatur, unterschieden.
 
Hinweise zur Einnahme von Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen in der Selbstmedikation:

  • Die Einnahme sollte immer mit ausreichend Flüssigkeit erfolgen.
  • Nehmen Sie schmerzstillende Arzneimittel nie unkontrolliert ein, da Kopfschmerzen auch durch eine übermäßige Einnahme von Schmerzmitteln ausgelöst werden können und dann nur schwer von den ursprünglichen Kopfschmerzen zu unterscheiden sind (medikamenten-induzierter Kopfschmerz).
  • Generell dürfen die in den Gebrauchsinformationen angegebenen Höchstmengen für die Einzelgabe ebenso wie für den Tagesbedarf nicht überschritten werden. Die angegebene Dosierungsanleitung ist genau einzuhalten. Des Weiteren sollen Schmerzmittel in der Selbstmedikation nicht länger als wenige Tage (siehe Packungsbeilage) ohne Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.
  • Bezüglich der Häufigkeit der Einnahme gilt die Faustregel, dass Kopfschmerzmittel in der Selbstmedikation nicht häufiger als an acht bis zehn Tagen pro Monat eingenommen werden sollen.
  • Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke bezüglich der Einnahme eines für Sie geeigneten Schmerzmittels beraten. Um Ihren Apotheker bei der Auswahl des geeigneten Schmerzmittels zu unterstützen, informieren Sie ihn auf alle Fälle, wenn Sie eine der folgenden Krankheiten oder Beschwerden haben: Allergien, Asthma, Diabetes, Herzbeschwerden, empfindlicher Magen, Magen- oder Darmbeschwerden, Leber oder Nierenerkrankung, oder wenn Sie blutgerinnungshemmende Mittel einnehmen. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, teilen Sie dies bitte ebenfalls Ihrer Apotheke mit.


1 A Pharma bietet weitere Arzneimittel zur Behandlung gegen Schmerz an.
Wenden Sie sich dazu bitte an Ihren Arzt, da diese Präparate verschreibungspflichtig sind.

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Schwindel

Schwindel

Jeder fünfte Mensch über 18 Jahren leidet nach Erkenntnissen von Ärzten unter Schwindel. Damit gehören Schwindelanfälle zu den häufigsten Beschwerden der Bevölkerung. Bei den über 65-Jährigen gehört Schwindel sogar zu den am meisten beklagten Befindlichkeitsstörungen.

Schwindel hat verschiedene Ursachen.
Schwindel beruht auf einer Gleichgewichtsstörung. Die Symptomatik kann unterschiedlich ausgeprägt sein und entweder nur kurz oder über längere Zeit andauern.
Das Beschwerdebild äußert sich bei jedem Betroffenen unterschiedlich.
Viele Patienten erfahren die Funktionsstörung als Drehschwindel: Die ganze Umwelt gerät in Drehungen, als ob man in einem Kettenkarussell sitzt. Oder es entsteht das Gefühl, als ob alles schwanke und der Boden unter den Füßen versinkt (Schwankschwindel). Andere haben das Gefühl, sie befinden sich in einem schnellen Aufzug.
Häufig tritt der Lagerungsschwindel auf. Dabei kommt es beim Zurückliegen, beim Drehen des Kopfes (auch nachts im Bett) oder beim Bücken zu heftigen Schwindelattacken, welche unterschiedlich lange anhalten. Anschließend kann über Tage ein Unsicherheitsgefühl bestehen.
Gangunsicherheit, Übelkeit und Erbrechen sowie Schweißausbrüche sind häufige Begleiterscheinungen.

Schwindelgefühle, die auftreten, wenn der Betroffene zu schnell aus dem Bett aufsteht oder sich nach längerem Bücken wieder aufrichtet, beruhen in der Regel nicht auf Störungen des Gleichgewichtes, sondern sind in erster Linie auf Kreislaufprobleme und Blutdruckschwankungen zurückzuführen. Bei belastungsabhängigen Beschwerden, wie z.B. beim Treppensteigen sind Störungen der Herzfunktion möglicherweise eine Ursache.
Eine ärztliche Untersuchung zur Ursachenabklärung ist auf alle Fälle angezeigt.

Als Reise- oder Seekrankheit ist Schwindel mit Übelkeit eine als normal anzusehende Form des Schwindels, der durch eine Irritation unseres Gleichgewichtsystems bedingt wird. Auch der sog. Höhenschwindel ist in den allermeisten Fällen als normal einzustufen, da hier individuelle Veranlagungen und eventuell auch Alterungsprozesse eine Rolle spielen.

Für Schwindel gibt es nach Erkenntnissen von Experten eine Vielzahl von Ursachen.
Von großer Wichtigkeit ist daher eine ärztliche Abklärung und Einschätzung der Symptome.

Der erste Ansprechpartner ist in der Regel der Hausarzt. Dieser entscheidet, ob und welche Fachärzte in dem speziellen Fall aufgesucht werden sollen z.B. Internisten, HNO-Ärzte, Augenärzte oder Neurologen, die für bestimmte Schwindelarten erfolgreiche Übungsanleitungen empfehlen können. Für die ärztliche Untersuchung ist es notwendig, dass der Patient genaue Informationen über Art, Dauer und Häufigkeit der Schwindelanfälle, über bereits bestehende Erkrankungen und eingenommene Medikamente angeben kann. Da Schwindel häufig ohne organische Ursachen ausgelöst wird, müssen auch psychogene Ursachen berücksichtigt werden. Die exakte Diagnostik stellt die Grundlage für eine erfolgreiche individuelle Behandlung dar.

Sodbrennen

Unsere Tipps zum Thema: Sodbrennen

Sodbrennen ist ein sehr häufiges Problem, das durch Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre verursacht wird. Die darin enthaltene Magensäure reizt die Schleimhaut der Speiseröhre.

Das Hauptsymptom sind brennende Schmerzen hinter dem Brustbein, die von unten nach oben bis in die Halsregion ausstrahlen. Auslöser für das saure "Aufstoßen" sind oft ein überfüllter Magen, Druck auf den Magen oder dass der Schließmuskel am Eingang des Magens nicht richtig schließt. Die Beschwerden treten vor allem nach den Mahlzeiten oder beim Bücken und Liegen auf. Häufige Ursachen sind üppige, fettreiche Mahlzeiten mit Alkoholkonsum oder Reaktionen auf Stresssituationen. Eine Selbstbehandlung von Sodbrennen ist nur dann zu empfehlen, wenn die Ursachen bekannt und die Beschwerden eher vorübergehend sind. Bei häufig wiederkehrenden Beschwerden kann aufgrund der ständigen Reizung durch die Säure die Schleimhaut der Speiseröhre verändert und gegebenenfalls geschädigt werden.

In den folgenden Fällen sollten Sie beim Auftreten von Sodbrennen unbedingt einen Arzt aufsuchen:

  • Beschwerden, die trotz Behandlung länger als 2 Wochen bestehen
  • häufigeres Sodbrennen (öfter als 2-3 mal pro Woche)
  • Nüchtern- und Nachtschmerz
  • wenn Sie Medikamente einnehmen, die Auslöser für Sodbrennen sein können, wie z. B. Schmerzmittel
  • bei zusätzlich auftretenden Beschwerden, wie Erbrechen, Schluckbeschwerden, unbeabsichtigte Gewichtsabnahme oder Teerstuhl
  • Kinder
  • ältere Patienten
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Diabetiker
  • Dialysepatienten
  • Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Allgemeine Ratschläge, um das Auftreten von Sodbrennen zu vermeiden:

  • Häufigere kleinere Mahlzeiten reduzieren die Gefahr von zurückfließendem Magensaft.
  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen.
  • Genießen Sie Ihre Mahlzeiten in Ruhe und kauen Sie gut.
  • Vermeiden Sie übermäßiges Essen, vor allem größere Mahlzeiten vor dem Schlafengehen.
  • Bei Übergewicht: Reduktion des Gewichtes.
  • Nehmen Sie eiweißreiche Mahlzeiten zu sich, da Eiweiß den Rückfluss bremst.
  • Verzichten Sie auf Nahrungsmittel, die Ihnen schlecht bekommen bzw. verzehren Sie diese nur in geringen Mengen. Dazu gehören u. a.:
    - stark fett- oder zuckerhaltige Lebensmittel (z. B. Speiseeis, Käse, Butter)
    - Öle, Bratensoßen und Salatsoßen
    - Fertigbackwaren (z. B. Plätzchen, Salzgebäck)
    - stark gewürzte Speisen
    - stark saure Speisen (z. B. Zitrusfrüchte) sowie Fruchtsäfte
    - kohlensäurehaltige Getränke wie z. B. Cola und süße Limonaden
    - Tomaten und Zwiebeln
    - Kaffee und Schokolade
  • Warme Speisen sind besser verträglich als Eiskaltes.
  • Verzichten Sie auf Alkohol, vor allem auf hochprozentigen.
  • Für Raucher: Versuchen Sie das Rauchen einzuschränken oder besser ganz aufzugeben, da Nikotin Sodbrennen fördert.
  • Vermeiden Sie zu enge Kleidung, die den Bauch einschnürt. 
  • Versuchen Sie Körperhaltungen, bei denen der Oberkörper nach vorne oder unten geneigt ist, zu vermeiden.
  • Lernen Sie Stress, Hektik und Aufregungen abzubauen.
  • Bemühen Sie sich körperliche Anstrengungen und schweres Heben zu vermeiden.
  • Bewegen Sie sich an der frischen Luft, vorzugsweise nach dem Essen.
  • Schlafen Sie nicht ganz flach - ein Keilkissen oder ein am Kopfende verstellbarer Lattenrost können helfen, den Kopf höher als den Oberkörper zu lagern, um das Zurückfließen des Magensaftes zu verhindern.
  • Vor der Einnahme von Medikamenten wie z. B. Schmerzmitteln fragen Sie bitte Ihren Arzt. 

Im Rahmen der Selbstmedikation stehen zwei Arzneimittelgruppen zur Verfügung:

Antazida

Antazida, zu denen beispielsweise der Wirkstoff Magaldrat gehört, sind rezeptfrei erhältliche Arzneimittel zur Bindung überschüssiger Magensäure. Sie neutralisieren die zu viel produzierte Magensäure und führen dadurch zu einer raschen Schmerzlinderung.

Die Kautabletten bzw. Suspensionsbeutel werden in der Regel zwischen den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen eingenommen. Die Kautabletten sollten Sie gut zerkaut einnehmen. Bei den Suspensionsbeuteln ist es wichtig, dass Sie die Einzelbeutel vor der Einnahme kräftig durchkneten. Den Inhalt des Beutels können Sie mit einem Löffel oder direkt in den Mund unverdünnt einnehmen.

Die Aufnahme und damit auch die Wirkung von anderen Arzneimitteln kann durch Magaldrat vermindert werden. Deswegen sollte die Einnahme anderer Arzneimittel mindestens 2 Stunden vor oder nach der Einnahme erfolgen.

Ohne ärztlichen Rat sollten Antazida nicht länger als 14 Tage eingenommen werden. Magaldrat sollte Kindern unter 12 Jahren nicht gegeben werden, da für diese Altersgruppe keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Histamin-H2-Rezeptorblocker

Die so genannten H2-Blocker, wie z. B. Ranitidin (bis zu 75 mg pro Filmtablette), sind seit einiger Zeit auch rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie verringern die Produktion von Magensäure und lindern so die Beschwerden.

Die Tabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) einzunehmen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Wenn die Beschwerden nach einer 14-tägigen Behandlung weiter bestehen oder sich gar verschlechtern, sollten Sie unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen. Eine Anwendung bei Kindern unter 16 Jahren wird nicht empfohlen.

Verglichen mit den Antazida setzt die Wirkung der H2-Blocker langsamer ein, hält aber länger an.
H2-Blocker werden daher in der Regel bei nächtlichem Sodbrennen empfohlen.

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Vaginale Pilzinfektionen

Vaginale Pilzinfektionen

Pilzerkrankungen der äußeren Geschlechtsorgane und der Scheide sind häufig auftretende genitale Infektionen.
Die Scheide ist grundsätzlich nie keimfrei; sie besitzt vielmehr ein spezifisches Milieu (sog. Vaginalflora), in dem Pilze und Bakterien nebeneinander existieren und sich im Normalfall in einem ausgewogenen Verhältnis befinden. So lange dieses Gleichgewicht besteht, treten keine Krankheitssymptome auf. Das Scheidenmilieu ist wesentlich von der hormonellen Situation abhängig, es ändert sich innerhalb eines Monatszyklus ebenso wie im Lauf des Lebens. Bei einer gesunden Frau finden sich im Scheidenmilieu vorwiegend Milchsäurebakterien. Sie bilden Milchsäure aus den Zuckerstoffen, die sich in den Zellen der Scheide befinden. In der Scheide entsteht somit ein saurer pH-Wert, der ein übermäßiges Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmt. Bei vielen Frauen ist ein Pilz somit schon in der Scheide vorhanden, aber das umgebende Milieu unterdrückt sein Wachstum. Sobald das Gleichgewicht gestört ist, beginnen sich die Pilze zu vermehren und lösen unangenehme Beschwerden aus.

Mögliche Hinweise auf eine Pilzinfektion im Genitalbereich

  • Jucken und Brennen im Intimbereich
  • Rötungen der Schleimhaut
  • Schmerzen, z.B. beim Wasserlassen
  • verstärkter (evtl. weißlich-krümeliger) Ausfluss

Folgende Faktoren können eine Pilzinfektion begünstigen:

  • Veränderungen der Hormonspiegel können beispielsweise zu einer gesteigerten Pilzvermehrung führen (u. a. in der Schwangerschaft oder bei Einnahme von Pillenpräparaten).
  • Bei einem geschwächten Immunsystem z. B. durch einseitige, vitaminarme Ernährung oder durch Infektionskrankheiten kann sich der Pilz ungehemmt vermehren, da das Gleichgewicht der normalen Keimbesiedelung in der Scheide gestört ist.
  • Ebenso sind bestimmte Medikamente, Krankheiten und Stoffwechselstörungen wie z. B. Diabetes dafür bekannt, die Vaginalflora zu beeinträchtigen und so Pilzinfektionen zu begünstigen.
  • Auch Antibiotika können das Milieu der Vaginalschleimhaut verändern und damit dem Pilz die Möglichkeit zur Vermehrung geben.

Allgemeine vorbeugende Maßnahmen

  • gründliche Hygiene nach dem Stuhlgang (immer von vorne nach hinten wischen, nicht umgekehrt)
  • Wärme- und Feuchtigkeitsstau vermeiden
  • keine enge scheuernde, synthetische Kleidung und Unterwäsche
  • Tragen von luftdurchlässiger (Baumwoll-) Kleidung
  • möglichst keine Slipeinlagen mit Kunststoffbeschichtung
  • Verzicht auf ungeeignete Intimpflegemittel wie Seife, Lotions und Deodorants
  • auf übermäßigen Zuckergenuss verzichten

Wichtig
Wenn die oben beschriebenen Symptome im Scheidenbereich auftreten, ist in jedem Fall ein Arztbesuch der richtige Weg. Der Arzt kann nach einer Untersuchung und einer evtl. mikroskopischen Beurteilung eine Pilzinfektion eindeutig diagnostizieren und im Gespräch die Ursache für die Erkrankung herausfinden.

Antibiotika
Antibiotika zählen zu den wichtigsten Errungenschaften der Medizin und retten in vielen Fällen Menschen das Leben, die noch vor vierzig Jahren an heute eher harmlosen Infektionen gestorben wären. Der Begriff der Antibiotika kommt aus dem Griechischen ("anti" = gegen und "bios" = das Leben). Das heißt sie richten sich einerseits gegen das Leben nämlich, das von Mikroorganismen, andererseits ermöglichen sie infizierten Menschen dadurch das Überleben, indem sie die krankheitsverursachenden Mikroorganismen im Körper abtöten oder an ihrem Wachstum hindern. mehr... ?

Wirkungsspektrum
Dabei können die Antibiotika in ihrer Wirkung nicht zwischen "guten" und "schlechten" Keimen im Körper unterscheiden. So kommt es, dass sich z. B. in der Scheide das Gleichgewicht des natürlichen Milieus und somit die Zusammensetzung der Keimbesiedlung in der Scheidenschleimhaut verändert und ein Pilzwachstum gefördert werden kann (s. oben).

Nehmen Frauen Antibiotika ein, lässt der Scheidenpilz oft nicht lange auf sich warten. Das Risiko einer Scheidenpilzinfektion ist für Frauen mit einer Antibiotikatherapie wesentlich höher als ohne Antibiotikabehandlung. Hier ist vor allem auch die Dauer der Einnahme von Bedeutung.

Prophylaxe und Therapie
Bei Frauen mit einer bekannten Neigung zu Scheidenpilzinfektionen empfiehlt es sich daher, den Arzt bereits bei der Verordnung von Antibiotika auf das Problem anzusprechen. Er könnte dann evtl. vorbeugend geeignete Arzneimittel zur Vermeidung einer Pilzinfektion verordnen.

Bei Auftreten von Pilzinfektionen sollten die Betroffenen sich nicht dazu verleiten lassen, die Antibiotikatherapie vorzeitig abzubrechen, sondern sollten auf alle Fälle den behandelnden Arzt um Rat fragen, da dieser die aufgetretenen Symptome genau beurteilen und die richtige Therapie veranlassen kann.

Vitamine

Folsäure

Folsäure kommt in sehr, sehr kleinen Mengen in jeder lebenden Zelle vor und ist dort an vielen wichtigen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Benötigt wird Folsäure vor allem im Knochenmark, in der Leber, den Nieren und Muskeln. Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin des B-Komplexes, das als wichtiger Nahrungsbestandteil vor allem in grünen Blättern (Gemüse, Salat), Tomaten, Vollkornprodukten, Kartoffeln, Fleisch, Leber, Hefe, Kuh- und Muttermilch vorkommt. Besonders folsäurereich sind Weizenkeime und Sojabohnen.

Aber unsere Ernährung reicht oft nicht aus, um den Bedarf zu decken. Ein dadurch entstehendes Defizit muss evtl. mit Hilfe von Folsäure-Präparaten ausgeglichen werden:
Stress und Hektik im Alltag führen häufig dazu, dass die Zusammensetzung unserer täglichen Mahlzeiten unausgewogen sowie die Zubereitungsweise schnell und ungenügend ist. Wir verzehren zu viele Fertiggerichte, oft zuviel fast food. Die Nahrungsmittel werden zu lange gelagert und häufig zu lange gekocht und warm gehalten. Doch gerade die so notwendigen Vitamine sind überaus empfindlich. Ein großer Anteil der in den Lebensmitteln erhaltenen Folsäure geht beim Kochen verloren.
Im Zusammenhang mit der Gewichtsreduzierung gibt es die verschiedensten Diäten und Schlankheitsempfehlungen. Damit es zu keiner Vitamin-Unterversorgung kommt, ist hier verstärkt darauf zu achten, dass die im Rahmen der Diäten eingenommenen Mahlzeiten ausgewogen zusammengestellt und richtig zubereitet werden.

Eine besondere Bedeutung kommt Folsäure während der Schwangerschaft und für die Entwicklung des ungeborenen Kindes zu. Da in der Schwangerschaft große Mengen an Folsäure für die Versorgung des Embryos und für die Plazenta benötigt werden, steigt der Bedarf an Folsäure in dieser Zeit um 100 %. Folsäure spielt bei der Neubildung von Zellen eine wichtige Rolle. Von großer Bedeutung für das sich entwickelnde Kind ist hierbei u. a. das Entstehen des sog. Neuralrohres (zwischen dem 23. und dem 28. Schwangerschaftstag), das im späteren Rückgrat für die Nervenleitung verantwortlich ist. Um von allem Anfang an das bestmögliche für die Entwicklung des Babys zu tun, ist die Einnahme von Folsäure als Nahrungsergänzung daher für alle Frauen bereits ab dem Zeitpunkt, zu dem sie sich ein Kind wünschen und aufhören zu verhüten, sinnvoll. (Die deutsche Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe rät allgemein allen Frauen im gebärfähigen Alter eine regelmäßige Einnahme von Folsäure!) Spätestens ein positiver Schwangeschaftstest sollte deshalb der Startschuss für eine ausreichend hohe Zufuhr von Folsäure sein. Auch während der Stillzeit ist der Bedarf an Folsäure erhöht.

Da es kaum möglich ist, den erhöhten Bedarf an Folsäure alleine über die Nahrung aufzunehmen, empfiehlt sich eine zusätzliche Einnahme von Folsäure-Präparaten.

Folcur® versorgt den Organismus mit einer ausreichenden Menge an Folsäure und stellt somit den Zellen einen wichtigen Baustein zur Verfügung. Dabei richten sich die Höhe und Dauer der täglichen Folsäurezufuhr nach der Art des Folsäuremangels. Neben der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Folsäurebedarf bei folgenden Erkrankungen erhöht: Blutarmut, chronischer Alkoholmissbrauch, bei bestimmten Erkrankungen des Verdauungstraktes, bei Einnahme von Arzneimitteln gegen Epilepsie sowie bei langfristiger Anwendung hormonaler Kontrazeptiva (Anti-Baby-Pille).


Verhaltensregeln nach einer Zahn-OP

Verhaltensregeln nach operativen Eingriffen und Zahnextraktionen

Nach Zahnextraktionen und operativen Eingriffen im Kieferbereich ergeben sich für den Patienten oft unvermeidliche Folgen wie z. B. Schwellungen im Gesichtsbereich, akute Schmerzen, Entzündungen oder Schluckbeschwerden. Um diese unangenehmen Begleiterscheinungen zu lindern und eine schnelle Wundheilung zu erzielen, halten Sie sich bitte an die Anweisungen Ihres Zahnarztes bzw. Kieferchirurgen.

Folgende Verhaltensregeln sollten Sie beachten:

  • Eine örtliche Betäubung kann zu einer Verminderung des Reaktionsvermögens führen, auch noch mehrere Stunden nach dem Eingriff. Fahren Sie deshalb nach der Operation nicht mit dem Auto! Auch die zusätzliche Einnahme von Medikamenten (z.B. Schmerzmittel oder Antibiotika) kann diesen Effekt begünstigen.
  • Entfernen Sie die Tamponadetupfer, die Ihnen Ihr Arzt zur Blutungsstillung in den Mund gelegt hat, nach 30 – 45 Minuten. Falls eine Nachblutung im Bereich der Wunde auftreten sollte, beißen Sie bitte für etwa 30 Minuten auf ein sauberes, frisch gebügeltes und zusammengerolltes Stofftaschentuch (kein Papiertaschentuch!). Bei stärkeren, länger als eine Stunde andauernden Blutungen setzen Sie sich mit dem behandelnden Arzt bzw. dem zahnärztlichen Notdienst in Verbindung. 
  • Sie sollten nach dem Eingriff nicht liegen, sondern am besten sitzen, um ein Nachbluten zu vermeiden.
  • Bitte beachten Sie in den ersten Tagen nach der Operation, dass Hitzeeinwirkung durch Sonne oder Sauna die Durchblutung anregt und ebenfalls zu Nachblutungen führen kann. 
  • Um eine Schwellung zu reduzieren, empfiehlt es sich, so oft wie möglich von außen auf die betroffene Wange feuchte, kalte Umschläge aufzulegen. Kühlkissen, sogenannte cold packs, werden vor Anwendung etwa 10 Minuten ins Gefrierfach gelegt und in ein Handtuch gewickelt auf die Schwellung gelegt (direkten Hautkontakt sollten Sie vermeiden!).
  • Essen Sie bitte erst, sobald die Wirkung der örtlichen Betäubung nachgelassen hat, und beschränken Sie sich dabei auf weiche, leicht zu kauende Kost (z. B. Kartoffelbrei). Auf Fruchtsäfte, Milchprodukte und zuckerhaltige Speisen sollten Sie in den nächsten Tagen verzichten. Auch Genussmittel wie Zigaretten, Alkohol und coffeinhaltige Getränke (Kaffee, Tee, Cola), übermäßige körperliche Anstrengung, Stress oder zu kräftiges Mundspülen können den Wundheilungsprozess negativ beeinflussen. 
  • Falls Ihnen zur Nachbehandlung Medikamente verordnet wurden (z. B. Schmerzmittel und/oder Antibiotika, entzündungshemmende Mundspüllösung), halten Sie sich bitte an die Anweisungen des Arztes bzw. an die Dosierungsanleitung in der Packungsbeilage. So sollten Sie z. B. Tabletten mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) aufgrund der blutverdünnenden Wirkung nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen.
  • Putzen Sie auch nach der Operation regelmäßig Ihre Zähne (3 x täglich), lassen Sie dabei aber den Bereich der Wunde bis zur Heilung aus und vermeiden Sie zu heftiges Bürsten und zu starken Druck. Vorsichtiges Ausspülen des Mundraums ist erlaubt. 

Wenn Sie diese Verhaltensmaßnahmen berücksichtigen, können Sie die unangenehmen Nachwirkungen der Zahnoperation einschränken und eine optimale Wundheilung erreichen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Zahnarzt oder Kieferchirurgen.

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